Druckschrift 
2 (1902)
Entstehung
Seite
485
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Nitrogenium.

485

Werden. Nach einiger Zeit kann man die Flamme verstarken, so dass dauernd lebhaftesMieden des Kolbeninhaltes stattfindet. Ein Verspritzen der Flüssigkeit ist nun nicht mehrzu besorgen, selbst wenn lebhaftes Stossen eintritt. Man erbiizt nun so lange weiter, bisder stetig heller werdende Kolbeninhalt völlig farblos erseheint. (Bei Gegenwart vonEisen ist die Flüssigkeit im heissen Zustande sehwach gelblich, beim Erkalten aber farblos.Bei Gegenwart gewisser Metallsalze, z. B. von Cu, Mn, Ni, ist absolute Farblosigkeitnatürlich nicht zu erzielen.) Man lässt nun erkalten und schichtet vorsichtig kaltesWasser über die Flüssigkeit, bis das Kölbchen reichlich zur Hälfte gefüllt ist und schwenktnun erst um. Es tritt starke Erwärmung ein, doch ist Spritzen nicht zu besorgen. Manlässt nun wiederum erkalten und führt die Flüssigkeit in einen Destillationskolben von8001000 ccm Fassungsraum über unter Nachspülen mit einer Spritzflasche, die eine imWinkel nach oben gebogene Ausflussspitzo hat. Zeigt sich im Kolben eine Ausscheidungvon gelbem basischem Merkurisulfat, so bringt man diese durch Erwärmen mit verdünnterSchwefelsäure in Lösung und giebt diese gleichfalls in den Destillationskolben. Zu demAnhalt des letzteren giebt man soviel Wasser, dass das Gesammtvolumen etwa 250 ccmbeträgt. Dann setzt man hinzu: 1 Messerspitze Zincum raspatum, ein linsengrosses StückParaffinum solidum, 10 ccm Natriumsulfidlösung (200 g Na 2 S -f 9 BLjO in 1 1) und sovielöOproc. Natronlauge 1 ) (ca. 80 ccm), dass die Flüssigkeit deutlich alkalisch ist. Lässtman die Natronlauge langsam an der Kolbenwandung hinabfliessen, so sinkt sie zu Bodenund mischt sich vorläufig nicht mit der sauren Flüssigkeit. Bin Verlust an Ammoniak istalso nicht zu besorgen. Den so vorbereiteten Kolben schliesst man sogleich an den Bd I,* 258 angegebenen Ammoniak-Destillationsapparat an. Vorher hatte man schon eine

solche Menge --Schwefelsäure (z. B. 40 ccm) vorgelegt, dass zu Ende des Versuches ein

Ueberschuss von mindestens 10 ccm vorhanden ist. Dann mischt man den Kolbeninhalt durch

sanftes Schwenken, wärmt ihn mit kleiner Flamme an, führt die Destillation wie Bd I, S. 258

Nangegeben ist, zu Ende und titrirt den Ueberschuss der Schwefelsäure mit -r--Natronlauge

und Congoroth als Indikator zurück.

BlinderVersuch. Da manmit grossen Mengen von Reagentien arbeitet, welche gewöhn-lich kleine Mengen von Stickstoff enthalten, so ermittelt man diese durch einen blinden Ver-such, d. h. man verdünnt 20 ccm konc. Schwefelsäure mit Wasser auf 200250 ccm, fügt"0 ccm 3Sproc. Natronlauge, ferner 10 ccm Natriumsulfidlösung hinzu und destillirt nun

Ngenau wie vorher unter Vorlegung von 20 ccm -Schwefelsäure. Durch Zurücktitriron

. Nmit .. -Natronlauge findet man die durch etwa übergegangenes Ammoniak gebundene

N1 / 10 ccmSchwefelsäure.

Schwefelsäure. In der Regel entspricht diese Menge

B. Ausführung der Bestimmung in Nitraten. Nach Förster, Chem. Ztg.1889, 229. Je nach dem Stickstoffgehalt der Substanz bringt man 0,51,5 g feingepulvertm den Zersetzungskolben. Hierzu giebt man 15 ccm Phenolschwefelsäure 2 ) und schwenktohne Unterbrechung so lange um, bis man wahrnehmen kann, dass das vorhandene Nil ratvollständig gelöst ist. Dies kann trotz feiner Vertheilung z. B. bei Kalisalpeter 20 Minutendauern; hei Natronsalpeter genügt kürzeres Umschwenken. Hierauf setzt man unter Um-schwenken 12 g feingepulvertes Natriumthiosulfat zu. Dieses löst sich unter Abscheidungvon Schwefel und Entwickelung von schwefliger Säure. Man fügt nunmehr 10 ccm reinekonc. Schwefelsäure zu, indem man mit diesen den Hals des Kolbens etwas nachspült,oringt 0,5 g metallisches Quecksilber hinzu und erhitzt die Flüssigkeit in der nämlichenWeise, wie unter A. angegeben ist. Die Zerstörung nimmt hier etwas längere Zeit in An-spruch wegen des vorhandenen Phenols, das gleichfalls zerstört w r erden muss. Nach er-folgter Zerstörung verfährt man genau wie bei A. angegeben, hat aber zu beachten, dassman bei diesem Verfahren vor der Destillation eine entsprechend grössere Menge Natron-lauge zuzusetzen hat, da ja auch eine grössere Menge Schwefelsäure angewendet wurde.

4) Nach UlSCH. Zur Bestimmung des Stickstoffes in Nitraten ist die K.jELDAHi/scheMethode fast vollständig durch die einfachere von Ulsch verdrängt worden. Man findetsie auf S. 205 des IL Bandes.

1 ) Man bestimmt die zur Neutralisation erforderliche Menge Natronlauge ein füralle Male, indem man 20 ccm der benutzten Schwefelsäure mit Wasser verdünnt und nachZusatz von etwas Congoroth aus einem Maasscylinder von der zu benutzenden Natronlaugebis zur sehr deutlichen Rothfärbung zufügt. Man setzt alsdann bei jedem Versuche stetsdie gleiche Menge Natronlauge zu.

2 ) Phenolschwefelsäure. Man löst 6 Th. reines Phenol in 100 Th. konc. reinerSchwefelsäure.