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2 (1902)
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Nitrogenium.

Die. Stickoxyde werden durch diese zu Stickstoff reducirt, welcher über Kalilauge aufge-fangen und alsdann seinem Volumen nach bestimmt wird.

2) WlIilj-TAKRENTBArP's Methode. Sie ist nur für die Ammoniaksalze und die-jenigen Stickstoffverbindungen verwendbar, welche als Derivate des Ammoniaks aufzufassensind. Auf die Derivate der Salpetersäure ist sie nicht übertragbar. Sie beruht darauf,dass man die Substanz mit Natronkalk glüht (verbrennt) und die Verbrennungsproduktein Salzsäure auffängt. Man verdampft alsdann die Salzsäure Lösung, fällt das entstandeneAmmoniumchlorid mit Platinchlorid als Ammoniumplatinchlorid und führt dieses durchGlühen in metallisches Platin über. Noch einfacher ist es, die Verbrennungsprodukte ineinen Ueberschuss titrirter Schwefelsäure einzuleiten und den Ueberschuss der Schwefel-säure durch Natronlauge zurückzutitriren. Die Methode wurde früher namentlich zur Be-stimmung der Prote'insubstanzen in Futtermitteln angewendet, ist aber zur Zeit durch dasKjELDAHL'sche Verfahren verdrängt werden.

3) KJELDAHL's Methode. Sie beruht darauf, dass diejenigen stickstoffhaltigen Sub-stanzen, welche, wie z. B. das Eiweiss, als Derivate des Ammoniaks aufzufassen sind, ihrenStickstoff als Ammoniak abspalten, wenn sie mit konc. Schwefelsäure bis zur völligen Zer-störung gekocht werden. Um die völlige Zerstörung der Substanz zu erleichtern, hat manZusätze von Kupfersulfat oder Kaliumpermanganat oder metallischem Quecksilber, Platin-chlorid, auch (zur Erhöhung des Siedepunktes der Schwefelsäure) Zusätze von Phosphor-säureanhydrid oder Kaliumbisulfat empfohlen. Verdünnt man alsdann die schwefelsaure

Lösung mit Wasser und destillirt sie unter Zusatzeines Ueberschusses von Natronlauge, so geht das Am-moniak über und kann in überschüssiger Schwefel-säure aufgefangen und maassanalytisch bestimmt werden.

A. In dieser Weise kann der Stickstoff direktbestimmt werden in Amiden, Aminoniumbasen, denmeisten Alkaloiden, Bitterstoffen, allen Eiweissköipernund diesen verwandten Stoffen.

B. Bei Nitraten inuss eine besondere Behand-lung vorhergehen. Diese bestellt darin, dass man dievorhandene Salpetersäure durch Zusatz aromatischerSubstanzen (Phenol, Benzoesäure, Salicylsäure) beiGegenwart von konc. Schwefelsäure in Nitro-Verbin-dungen überfährt, diese durch reducirende Agentienin Amidoverbindungen verwandelt und aus diesen denStickstoff nach Kjeldahl als Ammoniak abscheidet.

C. Nicht anwendbar ist das KjELDAHL'scheVerfahren zur Zeit auf anorganische Nitrite, Azo-,Diazo-, Hydrazo- Verbindungen, viele Cy an Verbindungenund Nitroprussidsalze.

A. Ausführung der Bestimmung in Eiweissstoffen etc. vergl. oben.

Man verwendet von Substanzen mit 612 Proc. Stickstoff höchstens 1 g, bei solchenbis 6 Proc. Stickstoff 11,5 g. Diese schüttet man mittelst Fülltrichters in den K.jel-DAHL'schen Zersetzungskolben, fügt ein linsengrosses Stück Paraffinuni solidum, drei kleineTröpfchen reines metallisches Quecksilber (etwa 0,5 g) und 20 cem konc. reine, stickstoff-freie Schwefelsäure zu. Man mischt durch Umschwenken, legt das Kölbchen schräg, ineinem Winkel von ca. 45° auf ein durch Pressen über einer Holzform konkav gemachtesDrahtnetz und spannt den Hals des Kölbchens in eine Klemme ein; nicht zu locker, damitdas Kölbchen nicht, wenn die Flüssigkeit stösst, zu Boden fällt, aber auch nicht zu fest,damit der Hals des Kolbens nicht hei der eintretenden Ausdehnung des Glases zertrümmertwird (Fig. 53). Man erhitzt nun mit kleiner Flamme. In der Regel tritt zunächst Verkohlungund starkes Schäumen ein. Es ist darauf zu achten, dass die Schaumbildung nicht überdie untere Hälfte des Kolbenbauches hinausgeht, was man durch sorgfältige Regulirungder Flamme erzielen kann. (Nicht vom Arbeitsplatze weggehen!) Nach kurzer Zeit wirdder Schaum zäher, er fällt zusammen und steigt nun nicht mehr so hoch. Der Kolben-inhalt stellt eine dunkle, ölige Flüssigkeit dar, aus welcher Wasserdampf, schweflige Säure,später auch Schwefelsäuredämpfe entweichen. Das kondensirte Wasser verursacht beimZurückfliessen heftiges Knattern. Von Zeit zu Zeit löst man den Kolben aus seiner Ver-bindung und bringt die im oberen Theile des Bauches sitzenden Antheile durch vorsich-tiges Umschwenken möglichst nach dem Grunde des Kolbens. Es bedarf jetzt keinerständigen Beaufsichtigung mehr, dagegen muss bis ans Ende gelegentlich umgeschwenkt

Fig. 53. ZersL'tzungskolben nach Kjeldahl.