Nitrogenium.
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Bleisuperoxyd zum Sieden, so erhält man ein orangegelbes Filtrat. Mit Pikrin-Essigsäureoder -Citronensäure entsteht ein gelber Niederschlag, der zunächst amorph ist, späternadeiförmig krystallisirt.
Prüfung. 1) 0,1 g Nirvanin muss auf dem Platinblech, ohne einen Rückstandzu hinterlassen, verbrennen. — 2) Der Schmelzpunkt des über Schwefelsäure getrocknetenPräparates liege bei 185° C.
-Aufbewahrung. Vorsichtig, vor Feuchtigkeit geschützt.
■Anwendung. Nirvanin ist ein lokales Anästheticum, welches ebenso wie dasCocain in Wasser leicht löslich ist. Es ist weniger giftig wie das Orthoform und wirktauch etwas antiseptisch. Es wirkt auf Schleimhäute weniger anästhesirend wie Cocainund vermag durch intakte Schleimhäute auf die darunter liegenden Parthien nicht zuwirken. Man benutzt die 2 procentige Lösung für regionäre Anästhesie, die 0,1- bis"|5 procentige Lösung zur Infiltrations-Anästhesie nach Art der ScHLEicirschen Lösungen,s - Bd. I, S. 876.
Nitrogenium.
I. Nitrogenium. (tas-Nitrogenium. Stickstoff. Stickgas. Azot. Atomzeicken =
^ (in Frankreich Az). Atomgewicht = 14.
Darstellung. In der einfachsten Weise kann man den Stickstoff wie folgt dar-stellen: Ein pulveriges Gemisch von 3 Th. Kaliumdichromat und 1 Th. Ammoniumchloridwird in einem Glaskolben erhitzt und das entwickelte Gas zunächst durch Wasser ge-waschen, und — wenn ein trocknes Gas verlangt wird — durch Hindurchleiten durchkonc. Schwefelsäure getrocknet. — Sollte Stickstoff zu therapeutischen Zwecken verlangtwerden, so empfiehlt es sich, denselben als „komprimirten Stickstoff in Stahlflaschen" ähnlichwie die Kohlensäure durch den Handel zu beziehen.
Eigenschaften. Farbloses, geruch- und geschmackloses, nicht brennbares undauch die Verbrennung und Athmung nicht unterhaltendes Gas, das bei einer Temperaturvon — 145° C. durch einen Druck von 32 Atmosphären verflüssigt werden kann. Derflüssige Stickstoff siedet bei — 193° C. und erstarrt unter einem Druck von 60—70 mm»ei —203° C. zu einer krystallinischen Masse. Das spec. Gewicht des Gases ist = 0,97137(Luft = 1) oder 14,00 (Wasserstoff = 1). 1 Liter Stickstoff wiegt bei 0° C. und 760 mm B =1,256167 g. 1 Vol. Stickstoff löst sich bei mittlerer Temperatur in rund 70 Vol. Wasseroder in 8,5 Vol. Alkohol.
In chemischer Beziehung ist der Stickstoff ein sehr indifferentes Element. Es ver-einigt sich bei gewöhnlicher Temperatur mit keinem anderen Elemente. Bei Rothgluthoder unter dem Einfluss der elektrischen Entladung vereinigt es sich mit Bor, Silicium,Calcium, Strontium, Barynm, Magnesium. In einem Gemische von Stickstoff und Sauer-stoff entstehen, wenn genügend lange Zeit elektrische Funken hindurchschlagen, Oxydedes Stickstoffs.
Anwendung. Der Stickstoff ist eine kurze Zeit hindurch zu Inhalationen beiBhthisis angewendet worden und zwar will man eine einschläfernde Wirkung dieserInhalationen beobachtet haben. Man hat in der Regel nicht reinen Stickstoff, sonderneine an Sauerstoff arme Luft einathmen lassen, die man dadurch erhielt, dass man einenStrom atmosphärischer Luft über frisch gefälltes Ferrohydroxyd oder durch eine alkalischeByrogallollösnng passiren liess. — Diese Anwendungsweise kann als verlassen ange-sehen werden.
Bestimmung des Stickstoffs. Diese wichtige analytische Operation wird nachverschiedenen Verfahren ausgeführt.
1) DüMAS'scke Metkode. Ist auf alle stickstoffhaltigen Substanzen ohne Ausnahmeanwendbar. Die Substanz wird in einem Rohr mit Kupferoxyd oder Bleichromat odereinem Gemisch beider verbrannt. Die Dämpfe leitet man über eine glühende Kupferspirale.
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