^■i
Nigella.
481
Fügt man zu einer Lösung von Nikotin in Aether eine ätherische Jodlösung, so er-folgt zunächst eine braunrothe, harzige Ausscheidung. Diese wird allmählich krystallinisch,u nd aus der überstehenden Flüssigkeit scheiden sich rubinrothe, durchscheinende, im auf-feilenden Lichte blauschillernde Nadeln eines PerJodids C,„H 14 N 2 Xj. HJ (RoussiN'scbe Kry-stalle) ab. — Erhitzt man einen Tropfen Nikotin mit 2 — 3 Tropfen Epichlorhydrin biszum Sieden, so tritt schön rothe Färbung ein. In verdünnten Nikotinlösungen tritt dieFärbung erst nach längerem Kochen ein. Die Empfindlichkeitsgrenze liegt bei 0,00025 gNikotin.
A-CH-
v
X
CH 2>
CH '
IN-
ICH 3
Xikotin
Das Nikotin ist eine Base und bildet mit Säuren Salze. Diesesind in Wasser und (mit Ausnahme des Acetats) auch in Alkohol 18s-' lieh, in Aether dagegen unlöslich.
Prüfung. 10 Tropfen Nikotin werden mit SO TropfenWasser gemischt und erwärmt. Es darf keine Trübung erfolgen(Verwechselung mit Coniin). Ferner muss es sich in einem doppeltenVolum Aether klar lösen.
Aufbewahrung. Sehr vorsichtig, unter den direkten Giften. Da nur wenigeGramm vorräthig gehalten zu werden pflegen, so bringt man diese in einem Glase unter,welches mit Korkstopfen verschlossen und mit Blase Überbunden ist, und stellt dieses aufWatte-Unterlage in das Standgefäss ein.
Anwendung, Innerlich zu 0,001—0,003 gegen nervöses Herzklopfen und chro-nische Dermatosen. Aeusserlich in alkoholisch-wässeriger Lösung zu Einreibungen, Um-schlägen, Rlystieren, Injektionen in doppelt so starker Lösung wie innerlich. Zur sicherenDispensation bereitet man eine alkoholische Lösung 1 : 100 und giebt von dieser die lOOfacheMenge ab.
tt Nicotinum hydrochloricum. Salzsaures Nikotin. C 10 H 14 N ä . 2 HCl = 235,0.
Zur Darstellung neutralisirt man 10 Th. Nikotin unter Benutzung von Methylorange-Papier mit 18 Th. Salzsäure von 25 Proc. und trocknet das Salz über Calciumchlorid ein.-''arblose, zerfliessliche, lange Krystallfasern.
ff Nicotin um tartari cum. Weinsaures Nikotin. C 10 Hj 4 N 2 .2C 4 H ü O, J 4-2H 2 O=498.Zur Darstellung löst man 10 Th. Nikotin in einer alkoholischen Lösung von 18,5 Th."einsäure und versetzt diese Lösung mit Aether. Das Nikotintartrat scheidet sich hierbeia ls Oel aus. Durch Umkrystallisiren desselben aus wenig absolutem Alkohol unter Zusatzv on Aether erhält man es in farblosen, in Wasser leicht löslichen Krystallen.
tt Nicotinum salicylicum. Salicylsaures Nikotin. Eudermol. C ]0 H 14 N i ,.C 7 H (! 0 3= = 300. Zur Darstellung vermischt man zwei getrennte Lösungen in absolutem Aethervon 10 Th. wasserfreiem Nikotin und 8,6 Th. Salicylsäure. Das sich abscheidende Nikotin-salicylat wird nach 24stündigem Stehen gesammelt, mit Aether gewaschen und über Cal-ciumchlorid getrocknet. Farblose, schwach brenzlich riechende, sechsseitige Tafeln, beiH",5° O. schmelzend, in Wasser leicht, auch in den meisten organischen Lösungsmittelnlöslich. Das trockene Salz hält sich, trocken und unter Lichtschutz aufbewahrt, gut. —Es wird in 0,1 proc. Salben, also z. B. 0,1 g : 100,0 g Vehikel mit gutem Erfolge gegenScabies angewendet. Heilung erfolgt häufig schon nach 'einer, in vereinzelten Fällen erstnach 2—3 Einreibungen.
tt Lotion au sulfate de nicotine contre la gale (Gall.). Veterinärmittel?egen Räude der Schafe. Nicotini sulfurici 100,0, Infusi foliorum Nicotianae 100,0:1000,0. Diese Lösung ist zu Bädern mit der 80 fachen Menge Wasser zu vermischen.Soll sie lediglich zu Einreibungen dienen, so ist sie nur mit der 50fachen Menge Wasserz u verdünnen.
Nigella.
Gattung der Ranuuculaceae — Helleboreac.
I. Nigella Sativa L. Im Mittelmeergebiet heimisch. Zuweilen der Samen wegenangebaut und verwildert. Kraut mit fiedertheiligen Blättern, Stengel rauhhaarig, Blütheohne Hülle, Kelch blau, fünfblättrig, abfallend. Kronblätter klein, benagelt, zweilippig,Nagel der Kronblätter kürzer als die Platte. Früchtchen bis zur Spitze verwachsen.Liefert:
Haudl). d. pharm. Praxis. II. 31