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2 (1902)
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Nicotimim.

Machorka ist ein billiges, zum Tödten von Insekten dienendes Tabakextrakt.

Nervus Tabak en poudre von Rich. Schulz, gegen Nervenschwäche, ist mit Ber-gamottöl parfümirter Schnupftabak (Karlsr. Orts-Ges. Rath).

Nicotianaseife von Apotheker Menzel in Bremen, gegen Krätze und ähnlicheHautkrankheiten, ist eine schwach nach Bergamottöl riechende Seife im Gewicht von 60 g,welche 4,2 g Tabakextrakt = 0,42 g Nikotin enthält (nach neueren Angaben: 5 ProC.Tabakextrakt, 5 Proc. Schwefelmilch, 90 Proc. überfettete Seife).

Nicotina, ein Ungeziefermittel, ist Tabakabkochung 1 : 10.

Sanitäts-Cigarren von Schenkers sind gewöhnliche, mit Salmiaklösung besprengteCigarren.

Wassersuchtmittel von H. Weber in Stettin. Nach Weller 44 Pulver aus je 2 gTabakasche. (40 M.)

II. NiCOtiana rustica L. Der Bauerntabak, auch ungarischer, Veilchen-,türkischer, Latakia- etc. Tabak, wahrscheinlich ebenfalls in Süd- oder Mittelamerikaheimisch, hauptsächlich in Südosteuropa, Westasien und Afrika kultiviit. Bis 1 in hoch,mit ziemlich langgestielten, eiförmigen, am Grunde oft etwas herzförmigen Blättern. Blu-menkronen grünlichgelb mit abgerundeten Saumlappen. Kapsel fast kugelig.

III. Ausserdem werden zur Tabakbereitung in einzelnen Ländern kultiviit: NiCO'tiana persica L. in Persien, N. repanda Willd. in Central- und im südlichen Nord-amerika, N. quadrivalVJS Pursh. und N. BigelovÜ WatS. in Nordamerika.

A.

V

X

Nicotinum.

ff Nicotinum. Nikotin. Nicotine. C 10 H l4 N 2 . Mol. Gew. = 162.

Darstellung. Man geht am besten vom käuflichen Tabakextrakt aus, verdünntdasselbe mit einem gleichen Volumen Wasser, macht mit 30proc. Natronlauge starkalkaliseh und schüttelt mit Aether aus. Nachdem sich der Aether abgesetzt hat, wird ervon der wässerigen Flüssigkeit abgetrennt. Man schüttelt nun die ätherische Schicht mitverdünnter Schwefelsäure aus, welche das Nikotin als Nikotinsulfat löst, und kann denAether wiederum zum Ausschütteln des alkalisch gemachten Tabakextraktes benutzen. Diewässerigen, schwefelsauren Lösungen des Nikotins werden mit Natronlauge stark alkalischgemacht und mit Aether ' ausgeschüttelt. Die so erhaltenen ätherischen Lösungen desNikotins werden mit festem Aetzkali entwässert; hierauf destillirt man den Aether aus demWasserbade ab und rektificirt das hinterbleibende Nikotin im Wasserstoffstrome.

Eigenschaften. Farblose, leicht bewegliche, an der Luft sich allmählich bräu-nende und verdickende Flüssigkeit von starkem Tabakgeruche und scharfem, brennendem,lange anhaltendem Geschmacke, sehr giftig. Das spec. Gew. ist bei 15° C. = 1.0147.Mit Wasserdämpfen ist Nikotin leicht und ohne Zersetzung flüchtig. Für sich alleindestillirt, unterliegt es einer partiellen Zersetzung. Im Wasserstoffstrome siedet es unzer-setzt bei 240—242° C. Es lenkt die Ebene des polarisirenden Lichtes nach links ab(<xd = — 161,5). Auf Papier erzeugt es Fettflecke, welche nach einiger Zeit wieder ver-schwinden. Mit Wasser mischt es sich in jedem Verhältnisse, doch wird es durch Kali-oder Natronhydrat aus dieser Mischung wieder abgeschieden. Die wässerigen bezw. ver-dünnt-alkoholischen Lösungen bläuen rothen Lackmusfarbstoff, röthen aber nicht Phenol-phthalein. Von Alkohol, Aether, Amylalkohol, Chloroform, Petroläther und fetten Oelenwird Nikotin leicht gelöst.

Reaktionen. Abgesehen von seiner öligen Beschaffenheit und seinem durch-dringenden Gerüche erkennt man das Nikotin an folgenden Reaktionen:

In der Lösung eines Nikotinsalzes erzeugen Niederschläge: Jodjodkalium (braun-roth), Kaliumwismuthjodid (roth), Kaliumquecksilberjodid (weiss bis gelblich),Phosphormolybdänsäure (gelblich), Gerbsäure (bräunlich, in salzsäurehaltigemWasser leicht löslich). — Keine Färbung entsteht in der Kälte mit konc. Schwefelsäure,Salpetersäure, ferner Fröhde's Reagens, Erdmann's Reagens, Vanadin-Schwefelsäure; inder Wärme erfolgt Zersetzung unter Braunfärbung.