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Moschus.
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bewahrung ausgeschlossen. Von welcher Bedeutung für die Preisstellung der schwankendeFeuchtigkeitsgehalt ist, erhellt aus der Angabe von Schimmel & Co., dass ein den Anfor-derungen der Germ. III. entsprechend ausgetrockneter Moschus zur Zeit über 4000 Mark für■ das Kilo kosten würde.
Kauft man indessen die ganzen Moschusbeutel, so hat man darauf zu achten, dasssie äusserlich keine Misstrauen erweckenden Merkmale an sich tragen, dass sie die richtigeForm zeigen, gut behaart, voll, glatt und trocken sind; sie dürfen nicht zu prall gefülltsein und sich nicht feucht anfühlen. Um sie zu entleeren, legt man sie auf einen Bogenglattes Papier, trennt durch einen kreisförmigen Schnitt mit einem scharfen Messer diekahle flache Seite ab, kratzt den Inhalt heraus, sucht Hauttheilchen und Haare mit einerPineette heraus und trocknet den Moschus über Schwefelsäure oder Calciumchlorid bis zumbleibenden Gewicht. Gute Beutel geben etwa 50 Proc. Ausbeute.
Die leeren Moschusbeutel finden Verwendung in der Parfümerie und werden fürdiesen Zweck ziemlich theuer bezahlt.
Aufbewahrung. Wegen seines starken, lange haftenden und Manchem unange-nehmen Geruchs muss Moschus in dicht schliessenden Stöpselgläsern, von den übrigenArzneistoffen gesondert in einem eigenen Schr'änkchen oder Kästchen aufbewahrt werden,welches zugleich die nöthigen, mit „Moschus" bezeichneten Geräthe: Waage, Gewichte,Löffel, Porcellanreibschale mit Ausguss und Pulversehiffchen enthält. Wenn möglich, ar-beitet man mit Moschus nicht auf dem Receptirtische, sondern abseits oder in einemNebenzimmer. Moschuspulver verabfolgt man in Wachskapseln. Für flüssige Arznei-mischungen verreibt mau ihn zuvor mit Zucker, hält wohl auch eine derartige Vcrreibungmit Milchzucker vorräthig.
Der eigenartige Moschusgeruch wird verringert oder ganz aufgehoben durchMetallsulfate, Goldschwefel, Schwefelmilch, Chinin, Kampher, Senföl, Mutterkorn, Emulsionen,besonders durch Thierkohle.
Wirkung und Amvendung. Moschus regt das Nervensystem an, beschleunigtden Puls und die Respiration und befördert Schweisssekretion. Grosse Dosen erzeugenSchwindel, Kopfweh, Zittern, Schläfrigkeit.
Man verwendet ihn als Stimulans bei plötzlich eintretendem Collaps zu 0,1—0,5 gzwei- bis dreistündlich.
Seine medicinische Verwendung ist sehr zurückgegangen, dagegen ist eine Abnahmeseines Verbrauches in der Parfümerie, trotz der Konkurrenz des künstlichen Moschus, derihn für feinere Parfüms nicht ersetzt, nicht nachzuweisen.
Moschus mixtus. Pulvis moschiferus. Moschus für den Handvorkauf.1. Th. Moschus vermischt man mit 9 Th. Sanguis Hirci zu einem gröblichen Pulver. Dergemeine Mann verlangt bisweilen Moschus als Schutz gegen Ungeziefer und trägt den-selben in einem Beutelchen auf dem blossen Körper. Diesem Zwecke genügt obigeMischung, von der man etwa 0,2 g für 25 Pfennige in einer Wachskapsel verabfolgt.
Tinctura Moschi. Moschustinktur. Teinture de musc. Tincture of Musk.Germ. III: 2 Th. Moschus reibt man mit 50 Th. Wasser an, fügt 50 Th. verdünnten Wein-geist (60proc.) hinzu, lässt 8 Tage stehen und filtrirt. — Helv.: ebenso, doch mit 94proc.Weingeist. — U-St.: 50 g Moschus reibt man nach und nach mit 450 ccm Wasser an,fügt 450 ccm Weingeist (91 proc.) hinzu, filtrirt nach 7tägiger Maceration und wäscht dasFilter mit soviel verdünntem Weingeist nach, dass man 1000 ccm Tinktur erhält. — Gall.:Wie Tinct. Cantharidum Gall. (Bd. I, S. 597). — Röthlichbraun, mit Wasser ohne Trübungmischbar. Neben Moschus aufzubewahren. Die beim Filtriren bleibenden Rückständekann man nochmals mit verdünntem Weingeist unter Zusatz von wenig Ammoniak aus-ziehen und den Auszug für Parfümeriezwecke verwenden.
Clysma moscliato-camphoratum BoucharpatRp. Moschi
Camphorae ää 1,0
Vitellum ovi unius
Decocti Lini seminis 250,0
Räucherpapier.
Charta fumalis. Papier d'Arm^nie.
Rp. Moschi
Olei Iridis
Olei Rosae ää 1,0
Benzoes 100,0
Myrrhae 10,0
Spiritus 300,0.
Uiigeloimtes Papier tränkt inan mit Saipcterlösung,trocknet, tränkt mit ohiger Essenz und trocknetwiederum.