Moschus.
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andere konvex, behaart, die Haare sind glatt anliegend, gegen die Mitte gerichtet, am Randeabgeschoren. (Fig. 39 u. 40.) Auf derselben Seite 2 kleine Oeffnungen. Der durch Aufschneidendes Beutels gewonnene Moschus ist von schwarzbrauner oder dunkelröthlich-braunerFarbe, er bildet eine lockere krümlige Masse, die z. Th. aus Körnchen und Klümpchenbesteht, die die Grösse eines Stecknadelkopfes bis einer Erbse haben. Geschmack bitter,Geruch stark und sehr charakteristisch. Unter dem Mikroskop lassen sich braune undweissliche Körnchen und Schollen von unregelmässiger Form, Oeltröpfchen, Epithelien undHaare erkennen, welche letzteren möglichst mit der Pincette herausgesucht werden sollen.-Die allein pharmacoutisch zulässige Sorte.
2) Yünnan-Moschus. Die Beutel sind fast kugelrund, z. B. 4,2 cm lang, 4 cmbreit, 3,5 cm dick, dickhäutiger wie 1. Aeltere Stücke sind abgeschoren, neuerdings (1897)m den Handel gekommene langhaarig. Inhalt gelbbräunlich mit einem Stich ins Röthliche.
3) Kabardinischer Moschus (Kabarga: Name des Thieres aus Jenissei), russischer,sibirischer Moschus. Die Beutel sind etwa so gross wie die von 1, aber sehr flach, imürariss etwas birnförmig. Der Haarwirbel auf der Oberseite stark excentrisch. Geruchetwas urinös.
4) Assam-Moschus. Die Beutel sind ebenfalls denen von 1 sehr ähnlich, aber°ft kugelig, oder abgestutzt kegelförmig, meist mit einem erheblichen Theil der Bauchhautversehen.
5) Aus dem Handel verschwunden sind die kleinen, walnussgrossen Beutel desbucharischen Moschus.
Bestandtheile. Wenig bekannt, speciell über den riechenden Bestandtheil wissen■wir nichts. Als wenig wichtige Bestandtheile sind Fett, Cholesterin, Albuminate,verschiedene Salze nachgewiesen. Nach Rump soll Moschus bis 8 Proc. Ammonium-karbonat enthalten, während Hages mehr wie 1,5 Proc. für verdächtig hält. BeimTrocknen über Schwefelsäure verliert der Moschus 10—14 Proc, Asche 6 — 8 Proc. Wasserlöst 50—75 Proc, die wässerige Lösung des Tonkin-Moschus soll mit Säuren brausen unddurch Quecksilberchlorid nur getrübt werden, während Kabardiner-Moschus damit eineFällung giebt. 90proc. Weingeist löst 10—12 Proc, Benzin, Chloroform, Terpentinöl lösenw enig auf. Die alkoholische Lösung trübt sich auf Wasserzusatz nur wenig.
Prüfung und Verfälschungen. Für die Erkennung eines reinen Moschus halteJuan sich an die soeben mitgetheilten Thatsachen über Löslichkeit, Asche u. s. w., wobeibesonders die mikroskopische Prüfung, die man im Vergleich mit notorisch reinem Moschusvornimmt, nicht zu vernachlässigen ist.
Als Verfälschungen sind neuerdings beobachtet: Blei, Zinnober, Lehm, Glas,Sand, Asphalt, Pflanzengewebe, Stärkemehl, Blut, Muskelfasern, Guano etc. — Schrot-Körner etc. hat man im Moschus durch Röntgenstrahlen nachgewiesen.
Einkauf. Der Verbrauch des Moschus als Arzneimittel ist gegen früher erheblichzurückgegangen, so dass ein Vorrath von einigen Grammen für viele Apotheken Jahre langausreicht. Ganze Moschusbeutel werden deshalb im allgemeinen seltener gekauft, zumaldiese bei der grossen Geschicklichkeit der Chinesen, Fälschungen oder Beschwerungen desInhalts vorzunehmen und deren Spuren zu verwischen, keine vollkommene Gewähr für dievorschriftsmässige Beschaffenheit desselben bieten. Man kauft also gewöhnlich den dendeuteln entnommenen, „ausgemachten" Moschus, Moschus ex vesicis, und bezieht ihn voneinem besonders zuverlässigen Geschäftsmann. Helv. gestattet einen Wassergehalt bis zu12 Proc, ohne das Austrocknen vorzuschreiben; dagegen lässt Germ. III. den Moschus überSchwefelsäure 1 ) trocknen, bis er nicht mehr an Gewicht verliert. Um das wichtige undsehr theuere Arzneimittel stets in gleichmässiger Beschaffenheit zu erhalten und seinePreiswürdigkeit richtig beurtheilen zu können, sollte man es nur im völlig ausgetrock-neten Zustande kaufen, wie es von grösseren Drogenhandlungen bereits geliefert wird;dann sind spätere Verluste durch Austrocknen oder durch Verschimmeln während der Auf-
l ) Da es schwer halten dürfte, nachzuweisen, ob der Moschus seine Feuchtigkeit anSchwefelsäure oder an Calciumchlorid abgegeben hat, so ist letzteres im vorliegenden Falleentschieden vorzuziehen, denn beim Trocknen über Schwefelsäure kann eine ungeschickteBewegung den ganzen Moschusvorrath der Vernichtung überliefern. Steht CaCl 2 nichtzur Verfügung, so stelle man wenigstens Moschus und Schwefelsäure neben einander unterdie Glocke des Exsikkators.