Lupulus.
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löst sich das Loretin zu einer gelben Flüssigkeit auf; giesst man diese Lösung in Wasser,so scheidet sich die Substanz in Krystallen wieder aus.
Prüfung. 1) Die Erkennung des Loretins ergiebt sich aus dessen äusseren Eigen-schaften: Gelbes Pulver von saurer Reaktion, ohne scharfen Schmelzpunkt, welches beimErhitzen auf dem Platinblech unter Ausscheidung von Jod zersetzt wird. — 2) Aufdem Platinblech erhitzt, verbrenne es, ohne einen Rückstand zu hinterlassen. — 3) Diefast gesättigte wässerige Lösung werde durch Baryunichlorid auch beim Aufkochen nichtgetrübt (freie Schwefelsäure).
Aufbewahrung. Vor Licht geschützt, da es nach längerer Einwirkung desLichtes Jod abspaltet.
Anwendung. Als geruchloser und ungiftiger Ersatz des Jodoforms in der Wund-behandlung. Man verwendet es auf frische, geschlossene Wunden in Form von 5—lOproc.Loretin-Collodium als Deckverband. In Körperhöhlen als Loretinpulver oder -Gaze, fernerals 5—lOproc Salben oder Stäbchen. Als Streupulver (10—20 Proc.) mit Talcum, Amyluin,Magnesia usta, bei Furunkeln, Phlegmonen und Brandwunden. Zur Herstellung feuchterVerbände dient die 1—6proe. Lösung des Natriumsalzes.
Natrium loretinicum. m-jod-o-oxychinolin-ana-sulfosaures Natrium.Loretin-Natrium. C 9 H 4 N. J(OH)S0 3 Na. Zur Darstellung werden 10 Th. Loretin unterZusatz von 50—60 Th. Wasser mit 4 Th. krystallisirtem Natriumkarbonat neutralisirt.Aus der gelb gefärbten Lösung scheidet sich das Salz in fast farblosen Krystallen (Säulenoder Nadeln) ab. Die wässerigen Lösungen derselben sind wiederum intensiv orange gefärbt.Die 1—6proe. wässerige Lösung dient zu feuchten Verbänden.
liisiuuthum loretinicum. m-jod-o-oxychinolin-ana-sulfosaures Wismuth.Loretin-Wismuth. Wird erhalten durch Umsetzung einer wässerigen Lösung von 10 Th.Loretin-Natrium mit einer Lösung von 4,4 Th. kryst. Wismuthnitrat, welche mit Hilfe vonEisessig bereitet ist. Ein gelbes, in Wasser unlösliches Pulver.
Innerlieh in Gaben von 0,5 g mehrmals täglich gegen die Diarrhöen der Phthisiker.■— Aeusserlich in Substanz als austrocknendes Antisepticum auf Wunden, z. B. beiUlcus molle.
Loretin-Gaze ist eine mit dem Calcium-Salz des Loretins imprägnirte Gaze. ZurDarstellung tränkt man Gaze zunächst mit einer Lösung des Loretin-Natriums und tauchtdie Gaze alsdann in eine Lösung von Calciumchlorid, wobei das unlösliche Calcium-Salzauf dem Gewebe niedergeschlagen wird.
Lupulus.
Humulus Lupulus L. (Familie der Moraceae-Cannaboideae). Heimisch inden gemässigten Gegenden der alten und neuen Welt, häufig kultivirt und aus den Kulturenverwildert. Ausdauernde, diöcische Pflanze mit reehtswindendem Stengel und gegen-ständigen, ungetheilten oder handförmig gelappten Blättern mit Nebenblättern. MännlicheBlütlien mit fünftheiligem Perigon und 5 Staubgefässen in achselständigen Bispen, weib-liche Blüthe in Kätzchen, die bei der Reife einen krautigen Zapfen darstellen.
Verwendung finden: a) die weiblichen Blüthenstände Strobili Lupuli (Ergänzt).Helv.). Lupulus (Brit.). Humulus (U-St.). Coni, Amenta, Flores s. Fructus Lupuli. —Hopfen. Hopfenzapfen. Hopfenkätzchen. — Cöne de houblon (Gall.). Houblon.— Hops.
Beschreibung. Der weibliche Blüthenstand ist ein aus trugdoldigen Blüthenständenzusammengesetztes Kätzchen; an diesem stehen unten opponirt, oben alternirend spreitenlose,auf die Nebenblätter reducirte Hochblätter und in den Achseln dieser 2—6 blüthige Doppel-wickel. Perigon becherartig, häutig, den unteren Theil des Fruchtknotens eng einschliessend.Narben zwei. Embryo spiralig eingerollt.
Die Zapfenschuppen und die weiblichen Blüthen dicht mit Drüsenhaaren (Hopfen-mehl) besetzt (vergl. unten), die den werthvollsten Bestandtheil ausmachen.
Bestandteile nach Koekiq. Wasser 12,54Proc, stickstoffhaltige Substanz13,26 Proc, Aether-Extrakt 7,48 Proc. (davon aetherisches Hopfenöl 0,29 Proc),