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2 (1902)
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Lonicera Loretinum.

Lonicera.

Gattung der Caprifoliaceae Lonicereae.

I. Lonicera Caprifolilim L. Heimisch im -wärmeren Europa bis zum Kaukasus,oft kultivirt und verwildert. Windender Strauch mit am Grunde verwachsenen Blätternder blähenden Aeste, die der nicht blühenden gestielt. Blüthen in einem sitzenden kopiigenBlüthenstand, hellpurpurn, gelblich oder weiss. Die Bohre der Blumenkrone länger alsihr zweilippiger Saum, Oberlippe viertheilig.

Verwendung rinden die Blüthen: Fleurs de Chevrefeuille (GalL), als urin- undschweisstreibendes Mittel. Früher benutzte man auch Blätter, Rinde und Früchte ebenso.

II. Lonicera Periclymeniim L. Heimisch in Europa, weiter nach Norden wieI, ebenfalls häufig kultivirt. Windender Strauch mit nicht verwachsenen Blättern, dieunteren kurz gestielt, die oberen länger gestielt. Blüthenstand kopfig. Blüthen mit langerBohre, Oberlippe vierzipfelig, gelblich. Verwendung wie bei I.

Loretinum.

Loretin. Meta-Jod-Ortho-Oxychinolin-ana-Sulfosäure C 9 H 4 NJ(OH)S0 3 H. Mol.Gew. = 351.

Wird o-Oxychinolin-ana-Sulfosäure unter den nachstehend aufgeführten Bedingungenjodirt, so tritt das Jod ausschliesslich die in im Nachstehenden bezeichnete Meta-Stellung ein,und es entsteht das Loretin in quantitativer Ausbeute.

Darstellung. D. R. P. 72924. Ortho-Oxychinolin (s. Kairin) wird ztmächt durchEinwirkung von rauchender Schwefelsäure dei gewöhnlicher Temperatur oder durch Er-hitzen mit englischer Schwefelsäure in o-Oxychinolin-ana-Sulfosäure verwandelt. Diesewird dadurch jodirt, dass man äquivalente Mengen der o-Oxychinolin-ana-Sulfosäure mitKaliumkarbonat in wässeriger Lösung neutralisirt und die Lösung hierauf mit Kaliumjodidund Chlorkalk koeht, worauf das erkaltete Gemisch durch Zusatz von Salzsäure neutralisirtwird. Es scheidet sich zunächst das Calciumsalz der m-Jod-o-Oxychinolin-ana-Sulfosäure(des Loretinsj als orangerothes unlösliches Krystallpulver aus. Man wäscht es aus undzersetzt es durch Salzsäure, wobei die freie Säure, d. i. das Loretin, erhalten wird.

so 3 h so 3 H

\ AA AA

I NOH

Chinolin. O-Oxycliinolin. 0-Oxyehinolin-ana- m-Jod-o-Oxyelrino-

Sulfosäure. lin-ana-Sulfosäure.

Eigenschaften. Ein schwefelgelbes, krystallinisches Pulver, fast geruchlos, auchfast geschmacklos. [Andeutungsweise ist aromatischer Geruch und schwach styptischerGeschmack vorhanden.] 100 Th. Wasser von gewöhnlicher Temperatur lösen 0,10,2 Tb..,100 Th. kochendes Wasser lösen etwa 0,50,6 Th. Loretin. In Alkohol ist es nur weniglöslich, in Aether und in Oelen so gut wie unlöslich. Das Präparat zeigt keinen scharfenSchmelzpunkt; gegen 260270° O. zersetzt es sich unter Verkohlung und Aufblähen,während zugleich violette Jod-Dämpfe ausgestossen werden. Es enthält 36,2 Proc. Jod.

Mit Aether, Oelen und Collodium bildet das Loretin Emulsionen. Die wässerigeLösung ist [wie eine Pikrinsäurelösung] gelb gefärbt und reagirt sauer. Auf Zusatz vonNatronlauge wird sie blassgelb, fast farblos; Säuren stellen alsdann die gesättigte Färbungnicht wieder her. Durch Eisenchlorid wird die wässerige Lösung intensiv grün gefärbt.Durch Zusatz von Silbernitrat entsteht ein schwerlösliches gelbes Silbersalz, durch Zusatzvon Bleiacetat ein citronengelbes, schwerlösliches Bleisalz. In konc. warmer Schwefelsäure