312
Lupulus.
Alkoholextrakt 26,77 Proo. (davon Harz 14,54 Proc), Wasserextrakt 25,91 Proc.(davon Gerbstoff 3,12 Proc), Holzfaser 15,54 Proc, Asche 6,95 Proc
Einsammlung. Man sammelt die Hopfenzapfen im September, bevor die Samenreifen, von den angebauten Pflanzen, trocknet sie an einem schattigen Orte, schichtetmöglichst unversehrt in dicht zu verschliessende Büchsen und bewahrt sie nicht über einJahr auf. Sie müssen beim Zerreiben kräftig gewürzhaft (nicht nach Baldriansäure!) riechen.
Anwendung. Nur noch selten als gewürziges Bittermittel bei Verdauungsstörungenzu 8—15 g auf den Tag im Aufguss; zur Füllung von Kopfkissen gegen Schlaflosigkeit.Ihre Verwendung in der Bierbrauerei ist bekannt.
b) Die Drüsen der weiblichen Blüthenstände:
Glandulae Lupuli (Austr. Ergänzb. Helv.). Lupulinum (Brit. Gall. U-St.). —Hopfcnmehl. Hopf'endrüsen. Hopfenstaub. Lupulin. — Lupuline. — Lupulin.
Beschreibung. Die einzelne Drüse ist 150—260 p gross, sie besteht aus einereinfachen Lage geradlinig-polygonaler Zellen, die schüsselförmig oder kreiseiförmig gekrümmt
Fig. 26. Hopfendrüsen, o. Von der Seite. 6. Mit eingesunkener Cuticula. e. Von oben.
ist. Dieser unteren Hälfte ist eine obere, scharf von ihr getrennte, oft etwas kleinereoder sogar zusammengesunkene aufgesetzt, die aus der abgesprengten Cuticula der Zellen derunteren Schicht besteht und daher deren Umrisse fast immer deutlich erkennen lässt. (Pig. 26.)Der so von den beiden Hälften gebildete Hohlraum ist von einem braunen, in der Drogetheilweise eingetrockneten Sekret erfüllt. Die Ausbeute durch Ausklopfen aus a gewonnen,beträgt 4—5 Proc.
Bestandfheile nach Payer und Chevalier: 3,0 Proc ätherisches Oel, 55,0 ProcHopfenharz, 10,3 Proc Hopfenbitter, 5,0 Proc. Gerbstoff, 10,0 Proc. Asche, 7,0 Proc.Wasser (nach Joes). Das ätherische Oel ist hellgelb bis rothbraun, von aromatischemGeruch und nicht bitterem Geschmack. Spec. Gew. 0,85—0,88. Es dreht -j- 0° 28' bis-f-0°40', enthält ein Sesrjuiterpen C 16 H 24 (Humulen), einen oleiinischen Kohlenwasser-stoff C 10 H 16 und einen der Formel C 10 H 18 (Tetralhydrocymol). Das ätherische Oel ist Trägerdes Geruchs der Droge. Das Hopfenharz besteht aus 3 Bestandteilen, die sich durchihre Fällbarkeit durch Bleiacetat unterscheiden und die den Charakter von Säuren haben.Das Hopfenbitter steht in nahen Beziehungen zum Harz. Die Gerbsäure ist einGlukosid, sie liefert Traubenzucker und ein Phlobaphen: Hopfenroth. — Ausserdem ent-hält die Droge Cholin und Asparagin.
Einsammlung und Aufbewahrung. Das Hopfenmehl wird im Herbst von denfrischen, getrockneten Fruchtzapfen durch Abschlagen in einem Haarsiebe gesammelt.Ausbeute etwa 10 Proc. Enthält die Handelswaare zu viel Sand, giebt sie z. B. mehr wie10 Proc. Asche, so wird sie ohne Anwendung von Druck mit Wasser angerührt und durchSchlämmen gereinigt, bei gewöhnlicher Temperatur zunächst im Schatten, dann über Aetz-kalk getrocknet. Als Vorrathsgefässe wählt man kleinere, braune Hafengläser, die mandicht verschliesst und, da das Hopfenmehl nicht über ein Jahr aufbewahrt werden darf,mit einem entsprechenden Zeitvermerk versieht. Für alte Vorräthe findet man in denBrauereien Abnahme.