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2 (1902)
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180
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Kalium carbonicum.

von Weinsäurelösung, so braust sie stark auf, während ein weisser, kristallinischer Nieder-schlag von Kaliumbitartrat abgeschieden wird. Austi. fordert eine mindestens SOgrädige(1 g verbrauche zur Neutralisation mindestens 11,6 com Normal-Salzsäure), Germ, undHelv. eine mindestens 90grädige (1 g verbrauche zur Neutralisation mindestens 13,0 ccmNormal-Salzsäure) Pottasche. In den Apotheken wird man nur die aus Schlempekohleoder Schafwollschweiss dargestellte Pottasche oder die Mineralpottasche nicht aber Pott-asche aus Holzasche vorräthig halten.

Aufbeivahrung^ In gut geschlossenen Gefässen aus Glas oder Steingut an einemtrockenen Orte, z. B. der Materialkammer (nicht im Keller). Grössere "Vorräthe in g ntverböttcherten Pässchen an einem trockenen Orte. Man beachte, dass eine ursprüngü" 1trockene Pottasche durch Wasseranziehung niedrig-grädiger werden kann.

Anwendung. In der Therapie zu erweichenden Bädern. In der Technik zurDarstellung des kaustischen Kalis, ferner zur Herstellung von Glassätzen und zu viele 0anderen Zwecken.

II. Kalium Carbonicum depuratum. Kalium carbonicum e ciueribus clavel-latis. Gereinigte Pottasche. Dieses Präparat vergangener Pharmakopoen wurde z ueiner Zeit bereitet, als die Pottasche des Handels noch lediglich aus Holzasche gewonnenund demgemäss sehr unrein war.

Man behandelte die Pottasche (aus Holzasche) mit zur vollständigen Auflösung nichtausreichenden Mengen Wasser. Es blieben alsdann ungelöst Karbonate der Erden uB«des Mangans, Kieselsäure, Kohle, Eisenoxyd, ferner die Hauptmenge des Kaliumsulfats-Man klärte die Lösung durch Sedimentiren, kolirte sie und dampfte sie zur Trockne.

Man erhielt so eine weisse Salzmasse, welche aus ca. 75 Proc. Kaliumkarbonatj5 Proc. fremden Salzen und 20 Proc. Feuchtigkeit bestand.

Dieses Präparat ist heute vollständig überflüssig, da die guten Sorten der obensub ac bezeichneten technischen Pottaschen wesentlich reiner und gehaltreicher sind alsein nach diesem Verfahren aus der Holz-Pottasche erzeugtes Produkt. Das Kalium car-bonicum depuratum der Helv. ist eine 90grädige Pottasche des Handels.

WirdKalium carbonicum depuratum" verordnet, so giebt man für äusserlicheZwecke eine gute technische Pottasche, zum innerlichen Gebrauche aber Kalium carboni-cum purum ab.

Aufbewahrung. Anwendung. Wie das vorige.

III. Kalium Carbonicum purum (Austr. Helv.). Kalium carbonicum (Germ)Carbonate de potasse pur (Gall.). Potassii Carbonas (Brit. U-St.). Kalium subcar-bonicum e Tartaro. Sal Tartari. Alkali vegetabile aeratum. Reines Kalium-karbonat. Keines kohlensaures Kali. Weinsteinsalz. K 2 C0 3 . Mol. Gew. = 138.

Man stellte das Salz früher dar durch Glühen von Weinstein oder durch Verpuffe 11der Mischungen von Weinstein und Kalisalpeter. Indessen enthielten die nach letzteren 1Verfahren gewonnenen Präparate stets etwas Kaliumcyanid. Gegenwärtig erhält man e &durch Glühen von Kaliumbikarbonat.

Darstellung. In einen flachen, völlig blanken (!) eisernen (besser silbernen)Kessel, der auf einen mit Holzkohle geheizten Windofen gesetzt ist, trägt man vorhefgut getrocknete Krystalle des Kaliumbikarbonats in solcher Menge ein, dass der Boden de &Kessels in einer etwa 1 cm hohen Schicht bedeckt ist. Man erhitzt nun unter beständige 111Umrühren mit einem blanken (!) eisernen Spatel oder einem silbernen Löffel, bis Wassernicht mehr entweicht, bis also eine der Kesselöffnung genäherte, blanke Glasscheibe nid 11mehr beschlägt. Sobald dieser Punkt erreicht ist, wird das Salz noch warm in völligtrockene, vorgewärmte Flaschen gefüllt, welche man gut verschliesst. 10 Th. Kalium'bikarbonat geben fast 7 Th. Kaliumkarbonat.

Eigenschaften. Ein trockenes, weisses, grobkörniges oder ein weisses, krystal'linisches, grobes, hygroskopisches Pulver, geruchlos, alkalisch reagirend, von laugenhafte' 11Gesehmacke. Es enthält gewöhnlich bis zu 6 Proc. Kaliumbikarbonat und bis 4 Pro"-