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Kalium — Kali.
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lieh energisch wie mit dem Sauerstoff verbindet sich das Kalium mit den Halogenen, mitSchwefel, Phosphor.
In den Handel gelangt es meist in Form von Kugeln, während das Natrium inPrismen im Handel vorkommt.
Prüfung. Aufbewahrung. Eine Prüfung erübrigt sich; will man feststellen-ob ein gegebenes Alkalimetall Kalium ist, so bringt man eine kleine Menge desselben inetwas Wasser und prüft die nach Beendigung der Reaktion vorhandene alkalische Flüssig-keit mittels Weinsäure oder, nach dem Ansäuern mit Salzsäure, mittels Platinchlorid. DerAufbewahrung ist gehörige Sorgfalt zuzuwenden. Man bewahre es unter rektificirteniPetroleum so auf, dass alle Kaliumstücke von diesem reichlich bedeckt sind. Das GefäSSschliesse man mit einem Korkstopfen und setze es in einen grossen irdenen Topf ein,welcher mit trockenem (!) Sande theilweise gefüllt ist. Dieser Topf wird zweckmässigin einer Nische im Keller untergebracht zusammen mit Natrium, aber getrennt vonPhosphor.
Anwendung. Nicht therapeutisch, sondern lediglich zu chemischen Zwecken,meist zur Demonstration der Wasserzersetzung durch Kalium, auch zum Nachweis desStickstoffs. In den meisten Fällen kann das Kalium durch das billigere und wenigergefährliche Natrium ersetzt werden.
Kalium-Natrium. Mit dem Natrium vereinigt sich das Kalium zu einer Legirung,welche unter Umständen flüssig und alsdann dem Quecksilber ähnlich ist. Diese Legirungbildet sich schon, wenn Kalium und Natrium bei gewöhnlicher Temperatur unter Steinölzusammentreffen. Sie ist daher -wiederholt beobachtet worden, wenn aus SorglosigkeitKaliumabfälle zu Natrium oder umgekehrt gebracht wurden.
Kalium-Ab fälle. Kleine Mengen von Kalium - Abfällen läsat man nicht sorglosherumstehen, sondern macht sie unschädlich, indem man sie im Freien in eine Pfütze odereine ähnliche grössere Wasseransammlung (immer nur kleine Mengen auf einmal) wirftund dafür Sorge trägt, dass Menschen entfernt bleiben, so lange die Reaktion andauert.In Gewässer, welche Fische enthalten, werfe man sie nicht, da die Fische die umher-fahrenden Kaliumstückchen für brummende Insekten halten, sie verschlucken und elend zuGrunde gehen.
II. Kaliumoxyd. Kalium oxydatum. Kali. K 2 0. Mol. Gew. = 91. Entstehtdurch Ueberleiten berechneter Mengen trockner und kohlensäurefreier Luft über Kalium,welches zum Schmelzen erhitzt worden ist. Grauweisse, amorphe Masse, welche beiRoth-gluth schmilzt, in sehr hoher Temperatur flüchtig ist und sich mit Wasser zu Kalium-hydroxyd KOH vereinigt. Wird weder therapeutisch, noch — seines hohen Preises wegen —technisch verwendet.
Erhitzt man das Kalium in einem Strome überschüssig vorhandenen reinen Sauer-stoffs, so entsteht Kaliumperoxyd K.,0 2 , welches indessen seines hohen Preises wegenzur Zeit auch noch nicht verwendet wird, obgleich es die nämlichen Eigenschaften hatwie Natriumsuperoxyd.
IM. Kaliumhydroxyd. Kalihydrat. Aetzkali. Kaustisches Kali. Aetzstein.Kali hydricum fusum. Kali causticum fusum. Lapis causticus chirurgoruui. Potasseä la chaux. Potasse fondue. Potasse caustique ä la chaux. Pierre ä cautere.Potassa. Caustic potash. KOH. Mol. Gew. = 50. Dieses Präparat kommt im Handelin drei verschiedenen Sorten vor: 1) Kalium hydricum purissimum (e Kalio sulfuricoet Baryta hydrata paratum); 2) Kalium hydricum purum (alkohole depu-ratum); 3) Kalium hydricum depuratum. — Diese drei Sorten sind von recht ver-schiedener Reinheit und dementsprechend auch im Preise stark abweichend.
t) f Kalium hydricum (causticum) purissimum (e Kalio sulfurico et Barytahydrata paratum). Man löst in einer blanken eisernen Schale 300 g kryst. Barythydratin 1 1 Wasser auf und giebt von einer konc. heissen Lösung von 120 g Kaliumsulfat solange zu, bis die mit einer Kapillarröhre dem rasch sich klärenden Flüssigkeitsrande ent-nommene Probe weder mit Barytwasser noch mit Kaliumsulfat Niederschläge mehr giebt.Man filtrirt alsdann rasch durch ein Faltenfilter in einen Kolben und dampft das Filtratportionsweise in einer silbernen Schale bei grosser Flamme möglichst rasch ein, bis es