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Ipecacuanha.
III. Inulin führend.
1. Jonidium Ipecacuanha St. Hil. (Violaceae). Ipecacuanha alba li"gnosa. Gelbbraun, verästelt, Holzkörper gelb. In der Rinde Steinzellen und Oxalat mOktaedern und Prismen. Gefässe bis 30 /.i im Durchmesser, Markstrahlen eine Zell-reihe breit.
2. Kirkby's Ipecacuanha (1893). Steinzellen in der Rinde. Markstrahlen bisvier Zellreihen breit.
3. Jonidium spec. (1899) wie 1, aber keine Steinzellen und an Stelle der Einzel-krystalle Drusen in der Rinde. Gefässe bis 130 p. weit. Aussen graubraun, innen röthlicßgelb. Das Holz macht 1 / 2 — 1 / 3 des Durchmessers aus, zuweilen auch weniger.
B. Rhizome von Monocotyledonen.
Rhizom einer Aroidee, vielleicht Cryptocoryne spiralis Fisch, oder Lage-nandra lancifolia Thw., aus Ostindien. Die Stücke sind einige Oentimeter lang, bis1 cm dick, gerade oder einfach gebogen, zuweilen fast knollig, graubraun geringelt. Bruchmehlartig oder hornartig, gelblich. Im Querschnitt ein Ring kleiner koncentrischer Bündel,reichlich Stärke, Oxalatraphiden und zahlreiche braune Sekretzellen, die mit Vanillin-Salz-säure roth werden.
Als Goa-Ipecacuanha kommt zuweilen die "Wurzel der in Ostindien heimischenNaregamia alata W. et A. (Meliaceae) nach Europa. Die ziemlich kurzen Stücke derDroge sind dünner wie die der Ipecacuanha, ebenso die Rinde, die Oelzellen hat. Holz-körper normal. Enthält ein Alkaloid Naregamin. Wirkt ähnlich und in ähnlichen Dosenwie Ipecacuanha.
Für die mikroskopische Untersuchung des Pulvers, das meist gekauft wird,ist also festzuhalten, dass echte Bio-Ipecacuanha sehr reichlich Stärke der oben genanntenForm und Grösse, dann Oxalatraphiden und keine echten Gefässe erkennen lässt. Man thutgut, nachdem man die Stärke untersucht hat, 2 g des Pulvers mit 100 g 5 proc. Salzsäure zukochen, bis alle Stärke entfernt ist, dann absetzen zu lassen und den Bodensatz unter demMikroskop zu untersuchen. Das Auffinden von verholzten Elementen: Steinzellen aus demStengel, Gefässe aus anderen Wurzeln kann man sich dann dadurch erleichtern, dass maneine kleine Menge des möglichst wenig Wasser enthaltenden Absatzes mit etwas Phloroglucinund Salzsäure behandelt; die gesuchten Elemente (natürlich aber auch die des Holzkörpersder echten Droge) werden dann schön roth und sind leicht aufzufinden. VereinzelteSteinzellen des Stengels wird man wohl immer finden und nicht beanstanden, man sollaber darin nicht zu nachsichtig sein, da die Versuchung, die, wie erwähnt, sehr reichlichin der rohen Droge vorhandenen Stengel mit zu vermählen, sehr gross ist. Genau genommenmüssen sie völlig fehlen.
Zum Nachweis des Emetins, wenn es zweifelhaft ist, ob eine Wurzel solchesüberhaupt enthält, kann man 0,2—1,0 g der gepulverten Droge mit 10 g Salzsäure schüttelnund nach einiger Zeit filtriren. Einige Tropfen des Filtrats werden, wenn man Chlorkalkdarauf streut, feurig orangeroth bis roth.
Einkauf. Im Laufe der letzten Jahre .stieg der Kilopreis von 18 auf 42 Markfür echte, ausgesuchte Riowurzel; eine solche fehlte aber zeitweise auf dem Markte gänz-lich oder es kam (1893) als „electa" eine Waare in den Handel, die bis zu 75 Proc. aus fastwerthlosen Stengeln bestand. Aus diesen Gründen thut man gut, hei günstigen Einkaufs-bedingungen einen grösseren Vorrath dieser Wurzel anzuschaffen, um gegen derartigeMöglichkeiten gesichert zu sein, zumal Ipecacuanha sich bei sachgemässer Aufbewahrungjahrelang unverändert hält. Man achte darauf, dass „ausgesuchte" Ipecacuanha auch wirk-lich von den holzigen Stengeln und unverdickten Wurzeln frei ist.
ZerMeinerungsformen. Eine beliebte, für Aufgüsse sehr geeignete, staub- undgrusfreie Schnittform sind die „Ipecacuanha-Scheibchen". Sie wird in der Weise ge-wonnen, dass man die ganze "Wurzel für einige Zeit in feuchte (nicht nasse!) Tücher ein-schlägt, sobald sie genügend erweicht ist, mittels scharfer Messer in möglichst dünne Quer-scheibchen schneidet und diese wiederum trocknet. Hierbei kommt es vor, dass dieScheibchen sich infolge des Einschrumpfens beim Trocknen mit austretender Stärke be-decken und daher einen weisslichen Belag zeigen, den man leicht für Schimmelpilzehalten kann. Die mikroskopische Prüfung giebt hierüber schnell Aufschluss; durch dieEmetinbestiminung, die ja ohnehin unerlässlich ist, lässt sich ferner feststellen, ob einetheilweise ausgezogene Wurzel vorliegt; eine derartige WerthVerminderung könnte durch
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