Druckschrift 
2 (1902)
Entstehung
Seite
128
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

128

Injectio.

Wo es irgend thunlich ist, bereite man die Infusa im Dampfapparate. An Stelledes Dampfapparates kann man geeignete Hilfsapparate benutzen. Ein solcher ist der vonMÜKKLE-Pforzheim konstruirte Schnell-Infundirapparat.

Die Vortheile dieses Apparates sind, dass man sehr schnell und mit wenigFeuerungskosten ausgiebigen Dampf erhält, und dass der Apparat wegen des angebrachtenWasserreservoirs mit konstantem Niveau keine besondere Wartung erfordert.

Man giesst durch Tubulus a in das ringförmige Reservoir b circa 1 Liter kaltesdestillirtes Wasser ein, von welchem durch die Kommunikationsröhre c ein geringes Quan-tum in das Darnpfkesselchen d läuft. Wird letzteres durch Lampe g erhitzt, so entwickeltsich fast sofort Dampf, welcher die eingehängte Büchse erwärmt und durch Röhre f nachdem Kaltwasserreservoir 6 abzieht, wo er sich kondensirt. Durch Röhre c fliesst stets soviel Wasser nach d als verdampft.

Wenn man, sobald sich Dampf entwickelt, die Heizflamme regulirt, so kann maneinen ganzen Tag mit dem Apparat arbeiten, ohne dass sich das Kühlwasser merklicherwärmt.

Die Benutzung sog. konc. Infusa in der Form von Pulvern oder Extrakten erachtenwir als unzulässig. Dagegen halten -wir es für zulässig, die häufiger vorkommenden Infusain einer geeigneten Koncentration für die Dauer eines Tages vorräthig zu halten, voraus-gesetzt, dass dieselben zweckmässig (Eisschrank) aufbewahrt werden. Für Infusum Digi-talis und Infusum Ipecacuanhae empfiehlt sich in solchen Fällen die Koncentration 1 : 50.

Infusa frigide parata. Man versteht darunter Auszüge, welche mit kaltemWasser bereitet werden, also Macerationen. Diese kalt bereiteten Auszüge kommenbesonders für schleimige Arzneisubstanzen, namentlich für Radix Althaeae in Betracht,ferner auch für den Auszug des Fleisches s. Infusum Carnis frigide paratum undMaceratio Carnis Band I S. 655 und 656.

Injectio.

Injectio. Injection. Einspritzung.

Unter „Injectionen" versteht man Lösungen, bez. Flüssigkeiten, welche zum Ein-spritzen entweder in Körperhöhlen oder in die unter die Haut liegenden Gewebe be-stimmt sind.

I. Einspritzungen in Körperhöhlen, d. h. in die Urethra, Vagina, in die Naseoder das Ohr. Man benutzt hierzu meist klare Lösungen von Arzneisubstanzen, bisweilen aberauch Flüssigkeiten mit Niederschlägen. Bei der ersteren Art ist darauf zu halten, dassdie Lösungen im klaren und blanken Zustande, also sorgfältig filtrirt abgegeben werden,so dass weder Staub- noch Filtrirpapierpartikel in ihnen zu bemerken sind.

Ist die Bildung' eines Niederschlages in diesen Lösungen nicht zu vermeiden, sosorge man dafür, dass die Niederschläge möglichst fein vertheilt sind. Man erreicht diesdadurch, dass man die durch gegenseitige Fällung aufeinander einwirkenden Substanzenin verdünnten Lösungen zusammenbringt. Ist also z. B. Plumbi acetici, Zinci sulfuriciää 1,0 Aquae destillatae 200,0 verordnet, so löst man 1,0 Bleiacetat in 100,0 Wasser, ebenso1,0 Zinksulfat in 100,0 Wasser und mischt beide Lösungen in der Kälte zusammen.

Man beachte, dass Injektionen in den Mastdarm (Klystiere), in die Blase und in dieVagina bezüglich der Höchstgaben den inneren Arzneiformen gleich zu achten sind.

II. Subkutane Einspritzungen. Hypodermatische Einspritzungen. Dieselbensind entweder zum Einspritzen in die direkt unter der Haut liegenden Gewebe (Unter-hautbindegewebe) oder zum Einspritzen in tiefere muskuläre Schichten bestimmt undwerden alsdann auch intramuskuläre Einspritzungen genannt. — Es sind entwederklare Lösungen oder Suspensionen. — Für den Apotheker kommen für die Bereitung undAbgabe der subkutanen Injektionen folgende allgemeine Gesichtspunkte in Betracht: