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2 (1902)
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94
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Hyoscyamus.

M

TS.

exti

Wirkung und Anwendung wie Belladonna.

Grösste Einzelgabe: Austr. 0,3 g Germ. 0,5 g Helv. 0,2 g

Tagesgabe: 1,0 g 1,5 g 1,0 g

Vet: Für Pferde 15,030,0 g, für Rinder 15,090,0 g, für Schafe und Ziegen 8,0bis 30,0 g, für Hunde 0,54,0 g.

Aeusserlich dient die Droge zu narkotischen Umschlägen, als Rauchmittel beiAthenmoth und Zahnweh, häufig zu Asthmakräutermischungen; für diesen Zweck ver-wendet man nur die von Stengeln und Rippen befreiten Blätter, um ein gleichmässiges |(Glimmen zu erzielen. Bilsenkraut und seine Zubereitungen sind dem freien Verkehrentzogen und dürfen nur gegen ärztliche Verordnung abgegeben werden, ausgenommen Unials Bestandtheil von Pflastern, Salben und erweichenden Kräutern (in Deutschland). ~j?Obwohl in den betreffenden Verordnungen die Verwendungzum Rauchen und Räuchern" j)j (nicht ausdrücklich ausgenommen ist, wird man das Kraut hierzu wohl mit demselben GaRecht verabfolgen dürfen, wie Stechapfelkraut.

2) f Die Samen: Seinen Hyoscyami (Ergänzb.). Bilsenkrautsaine. Bilsen-samen. Dollsamen (volksthümlich: Dolldill zum Räuchern). Semenee de jus-quiame noir (Gall.). Henbane Seed.

Beschreibung. Rundlich-nieTenförmig, graubraun, netzig punktirt, bis 1,5 mmlang mit ansehnlichem, hellgrauem Endosperm und gekrümmtem Embryo. Die Epidermisder Samenschale besteht aus ziemlich flachen Zellen, deren Innenwand und Seitenwändeziemlich stark verdickt, deren Aussenwand dünnwandig ist. Das übrige Gewebe derSamenschale ist zusammengepresst. Im Endosperm und Embryo fettes Oel und Aleuron.Die Körner des letzteren messen bis 8 fi ; sie enthalten ein Krystalloid und 1 oder 2 Globoide. Die Alkaloide haben ihren Sitz in der Samenschale. Gall. lässt auch die Samen des inSüdeuropa heimischen Hyoscyamus albus L. (Semenee de jusquiame blanche) ver-wenden.

Bestandtlieile. Alkaloidgehalt 0,058 Proc, fettes Oel 18,8 Proc., spec. Gew-0,939. Es enthält die Glyceride der Palmitinsäure und einer unbekannten ungesättigtenSäure. Bestimmung des Alkaloidgehaltes wie bei Datura, Band I, S. 1015.

Einsammlung. Anwendung. Die völlig reifen Samen werden im Herbst ge-sammelt, im übrigen wie die Blätter behandelt. Sie wirken wie das Kraut, doch stärker.Höchstgabe 0,3 g, auf den Tag 0,6 g (nach Lewin). Sie werden meist in Form der Emul-sion verordnet und sind in manchen Gegenden als Räuchermittel gegen Zahnweh ge-bräuchlich. Man streut die Samen, für sich oder mit Bernsteingrus gemischt auf glühendeKohlen und leitet den Dampf durch einen Trichter gegen den schmerzenden Zahn, ansdem dann angeblich kleine Würmer (die zarten Embryonen der Samen) herausfallen-Zu diesem Zweck verabfolgt man höchstens 2,5 g mit der nöthigen Vorsicht.

j" Alcoolatura Hyoscyami (Gall.). Alcoolature de jusquiame (feuille). Aus

gleichen Theilen frischer, gequetschter Bilsenkrautblätter und 90 proc. "Weingeist durchlOtägiges Ausziehen.

Cigarettes de jusquiame (Gall.) sollen jede 1 g Bilsenkrautblätter enthalten.

t Extractum Hyoscyami. Bilsenkrautextrakt. Germ.: Man bereitet es ausfrischem, zur Blüthezeit gesammelten Bilsenkraut ohne die Wurzel wie Extr. Belladonna«Germ. (Band I, S. 469). Ausbeute 2,53 Proc. Grünlichbraun, in Wasser trübe löslich-Grösste Einzelgabe 0,2 g, grösste Tagesgabe 1,0 g. Bei Kindern rechnet man als höchsteEinzelgabe: 0,01 bis 1 Jahr, 0,03 bis 4 Jahre, 0,05 bis 8 Jahre (Biedert.). Extrac-tum Hyoscyami siecum (Germ.) und Extractum Hyoscyami solutum (Germ)s. Bd. I, S. 1074.

Helv.: Extractum Hyoscyami duplex s. siecum. Trockenes Bilsenkraut-extrakt. Extrait de jusquiame sec. 200 Tb. Bilsenkraut (V) werden mittels einer f 0I . nMischung von 2 Th. Wasser und 1 Tb. Weingeist (94proc.) im Verdrängungswege 1. »erschöpft 1 ). Man befeuchtet mit 90 Th., fängt die ersten 170 Th. Perkolat für sich auf.dampft die übrigen Auszüge auf 30 Th. ein und stellt aus den so erhaltenen 200 Tb-

*) Vergl. Band I, S. 1074 und Fussnote S. 925.