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Hyoscyamus.
durch Neutralisation von Hyoscyamin mit verdünnter Schwefelsäure wie Atropinsulfat(s. Bd. I, S. 428) dargestellt.
Peine weisse Krystallnadeln, hygroskopisch, hei 206° C. schmelzend (Ergänzh. gegen200° C). Löslich in 0,5 Th. Wasser oder 2,5 Alkohol von 90 Proc. Wenig löslich inAether oder Chloroform. Die wässerige Lösung wird durch Platinchlorid nicht gefällt.
Aufbewahrung und Anwendung wie Hyoscyamin.
III. ff HyOSCyaminum hydrobromiClim. Hyoscyaininae Hydrobromas (U-St).Hyoscyaniinhydrobroinid. Bromwasserstoffsaures Hyoscyamin. C 17 H, 3 N0 3 . HBr.Mol. Gew. = 370. Wird durch Neutralisation von 10 Th. Hyoscyamin mit 11,2 Th.Bromwasserstoffsäure von 25 Proc. HBr. dargestellt.
Gelblichweisse, firnissartige Masse oder derhe prismatische Krystalle, an der Luftzerfliesslich. Löslich in 0,3 Th. Wasser oder 2 Th. Alkohol (90 Proc), 3000 Th. Aetheroder 250 Th. Chloroform. Die wässerige Lösung ist neutral und wird durch Platinchloridnicht gefällt.
Aufbewahrung, Anwendung und Dosis. Wie Hyoscyamin.
IV. ff HyOSCyaminum Salicyl'lCUm. Hyoscyaminsalicylat. SalicylsauresHyoscyamin. C 1? H 23 N0 3 . C 7 H 6 0 3 . Mol. Gew. = 427. Wird durch Neutralisation von10 Th. Hyoscyamin mit 4,8 Th. Salicylsäure dargestellt.
Farblose Krystalle, in Wasser und in Alkohol löslich. Gebrauch wie das schwefel-saure Salz in der Augenheilkunde.
tf HyOSCyaminum purum amorpkum coloratum. Braune, sirupartige Masse,neben Hyoscyamin wechselnde Mengen von Verunreinigungen enthaltend.
ff Pseudohyoscyaminum. ^-Hyoscyamin. Ci 7 H. 23 ]V0 3 . Nach E. Mekck in denBlättern von Dubo'isia myoporoides enthalten. Kleine, gelblich gefärbte Nadeln, Schmelz-punkt 133 —134° C. Schwerlöslich in Wasser und in Aether, leicht löslich in Alkohol undin Chloroform. Linksdrehend. Wird durch Kochen mit Barythydrat in Atropasäure undeine dem Tropin isomere Base C s Hj-NO gespalten. Schmelzpunkt des Golddoppelsalzes176 °C.
Wirkt als Sedativum wie Atropin, aber etwas schwächer wie dieses. Dosis 0,0005bis 0,001. Zu Injektionen bei Aufregungszuständen der Irren 0,002—0,006 g.
Hyoscyamus.
Gattung der Solanaceae—Solaneae—Hyoscyaininae.
f HyOSCyamuS tliger L. Heimisch in ganz Europa mit Ausnahme des Nordens,bis nach Ostindien und Nordafrika.
Beschreibung. Ein- oder zweijähriges Kraut mit fleischiger Wurzel und drüsig-weichhaarig-klebrigem Stengel, der 60 cm hoch wird. Die unteren Blätter länglich-eiförmig, am Bande kerbig gesägt bis fast fiedertheilig, in den Blattstiel auslaufend. Diestengelständigen Blätter halb stengelumfassend und schwach herablaufend. Der Blüthen-stand besteht aus einseitswendigen, vielblüthigen, monopodialen Wickeln und krümmt sichnach abwärts. Die zygomorphen, sitzenden Blüthen sind von einem 5 zähnigen, krugförmig-glockigen Kelch mit aufrechten, stäche!spitzigen Zipfeln umschlossen. Nach dem Verblühenwächst der Kelch über die Kapsel, diese umschliessend, hinaus. Die zweifächrige Kapselöffnet sich bei der B-eife, indem das obere Drittel derselben sich als Deckel ablöst. (Samenvergleiche unten.) Die Pflanze wird zuweilen zum Arzneigebrauch kultivirt. In der Kulturwird sie kahler und die Blätter grösser. Auf beiden Seiten lange, mehrzellige Gliederhaare,ferner Drüsenhaare mit einzelligem Kopf und solche mit mehrzelligem Kopf. Spaltöffnungenauf beiden Seiten der Blätter. Im Schwammparenchym des Blattes unmittelbar unter denPalissaden in den Zellen Einzelkrystalle von oxalsaurem Kalk. Sie sind für die Drogecharakteristisch, Fig. 4 (vergl. auch Belladonna Band I, S. 467 und Datura Band I, S. 1013).
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