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88 Hydrogenimn peroxydatum.
2) 50 ccm sollen nicht mehr als 0,5 ccm Normal-Kalilauge zur Bindung der freien Säureerfordern (Phenolphthalein als Indikator). 3) 50 ccm sollen beim Verdampfen nicht mehrals 0,25 g Rückstand hinterlassen. 4) Dampft man 50 ccm mit einigen Tropfen Natron-lauge ein, bringt die koncentrirte Flüssigkeit auf ein Uhrglas, trocknet sie auf diesem einund übergiesst den Rückstand mit konc. Schwefelsäure und lässt das ganze einige Stundenan einem warmen Orte stehen, so darf das Uhrglas nach dem Abspülen keine Aetzungzeigen (Fluorwasserstoff).
Gehaltsbestimmung. Das Wasserstoffsuperoxyd wird entweder nach Gewiehts-procenten H 2 0 2 oder nach Volumprocenten wirksamen Sauerstoffs gehandelt. Ein Wasser-stoffsuperoxyd, welches 3 Gewichtsprocente H 2 0., enthält, wird als 10 volumprocentigbezeichnet, und zwar soll durch diese merkwürdige Bezeichnung zum Ausdruck gebrachtwerden, dass aus diesem Wasserstoffsuperoxyd sein lOfaches Volumen Sauerstoff in Freiheitgesetzt werden kann.
Beispiel: A) 100 g Wasserstoffsuperoxyd enthalten 3,0 g H.,0,. Die Zersetzungerfolgt nach der Gleichung H,0, = H.,0 ■+ O. Mithin ergeben 3,0 g"H,0, (34 : 16 = 3 : x;x = 1,412) = 1,412 g Sauerstoff.
B) 100 ccm Wasserstoffsuperoxydlösung geben 1000 ccm Sauerstoff bei 0°C. und760 mm B. Nimmt man das Gewicht von 1 Liter Sauerstoff bei 0°C. und 760 mm B. zu1,430 an, so ergiebt sich daraus, dass 100 ccm dieser Wasserstoffsuperoxydlösung = 1,43 gSauerstoff abgeben können. Nach der Gleichung 1,412 : 3 = 1,43 : x; x = 3,038 ergiebtsieb, dass eine Wasserstoffsuperoxydlösung von 10 Vol.-Proc. = 3,038 Gew.-Proc.H.,0 2 ist.
Ausführung. 1) Man verdünnt 5 g Wasserstoffsuperoxydlösung mit Wasser biszu 100 ccm. 25 ccm dieser Mischung (= 1,25 der ursprünglichen Lösung) bringt man inein Kölbchen, säuert mit 10 ccm verdünnter Schwefelsäure an und lässt nun Kaliumper-manganatlösung (1 = 1000) hinzulaufen. Es sollen bis zur bleibenden Röthung minde-stens 50 ccm (Ergänzb.) verbraucht werden. Da die Reaktion nach der Gleichung
2KMn0 1 + 5H,0„ + 2H„S0 4 = K 2 S0 4 +2MnS0 1 + 8H 2 0 + 10O(316) (170)
verläuft, so ergiebt sich daraus, dass die Wasserstoffsuperoxydlösung des Ergänzb. minde-stens 2,15 Gew.-Proc. H 2 0 2 enthalten soll, entsprechend einem Mindestgehalt von 7 Vol. Proc.
Gall. und U-St. verlangen eine Wasserstoffsuperoxydlösung mit 3 Gew.-Proc.oder rund 10 Vol.-Procent.
Anfbetvahrung. Wasserstoffsuperoxydlösung werde in nicht völlig gefülltenFlaschen, vor Licht geschützt, an einem kühlen Orte aufbewahrt. Damit es seinenGehalt nicht allzu schnell verliert, ist es erwünscht, dass es eine kleine Menge freierMineralsäure enthält. Schon die geringen Mengen Alkalien, welche weiche Gläser an das-selbe abgeben, disponiren es zum Verderben. Beim Oeffnen von Gefässen, welche Wasser-stoffsuperoxydlösung enthalten, sei man vorsichtig, denn es ist vorgekommen, dass hierbeidie Stopfen mit grosser Gewalt herausgetrieben wurden. Die Ursache für diesen Gasdruckist nicht ganz aufgeklärt.
Anwendung. Wasserstoffsuperoxyd giebt in Berührung mit thicrischen GewebenSauerstoff ab und wirkt daher oxydirend bez. desinfleirend. Man benutzt die obige Lösungals nicht ätzendes Verbandmittel auf Wunden, namentlich auf Schanker und diphtherischeGeschwüre, auch als Gurgelwasser, ferner zum Bleichen der Zähne, zum Einspritzen beiGonorrhöe. Innerlich ist es thee- bis esslöffelweise bei Diphtherie, Diabetes und Ischiasmit zweifelhaftem Erfolge gegeben worden. Subkutane Injektionen können gefährlichwerden. Kosmetisch und technisch in grossem Maassstabe zum Bleichen der Haare,Gespinnsto, Schwämme, Elfenbein.
Unguentum Hydrosrenii peroxydati Unna.Bp. Hydrogenü peroxydati (2,15 °/ 0 ) 20—40,0Adipis Lauae 20,0
Unguenti cerei 10,0.
Zum Verbände.
Hydrogeniuin peroxydatum pro analysi. Zur chemischen Analyse bedarf manein Wasserstoffsuperoxyd, welches frei ist von Verunreinigungen, namentlich von unorga-nischen Salzen. Man erhält es am einfachsten, indem man das 3procentige Wasserstoff-superoxyd des Handels bei dem verminderten Druck von 68 mm destillirt.
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