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Gymnema. Gynocardia.
Gymnema.
Gattung der Asclepiadaceae — Cynanckoideae — Tylophoreae — Marsdeniinae.
I. Gymnema SÜvestre (Willd.) R. Br. Heimisch von Westafrika durch das süd-liche Asien bis Australien. Die Pflanze ist ein holziger Schlingstrauch mit gegenständigen,ganzrandigen, 4—9 cm langen und 2 1 / 2 —4'/ 2 cm breiten, elliptischen oder eirunden, spitzi-gen, am Grunde abgerundeten oder herzförmigen Blättern, die etwas lederartig' und aufbeiden Seiten kurzflaumig sind. Man verwendet die Blätter, selten die Wurzel.
Bestandtheile der Blätter. 6 Proc. Gymnemasäuxe C 32 H 55 0 12 , ferner Wein-säure, Zucker, ein Bitterstoff. Die Gymnemasäure ist in Alkohol und Wasser lös-lich, in Acther, Chloroform und Schwefelkohlenstoff unlöslich. Gymnema ilirsutum Wall.und G. montanum Hook f. enthalten ebenfalls Gymnemasäure.
Anwendung. Die Blätter haben, wenn man sie kaut, die Eigcnthümlichkeit, dieGeschmacksempfindung für „süss" aufzuheben für 1—2 Stunden. Sie verdanken das derGymnemasäure. — Der Grund dafür liegt nicht in der Bildung unlöslicher Niederschlägemit den süssschmeckenden Substanzen, sondern beruht auf einer temporären Lähmung dersüss empfindenden Geschmacksfasern. Die Empfindung für bitter, salzig und sauer wirdnicht aufgehoben, höchstens die für „bitter" in minimaler Weise bei manchen Individuenabgeschwächt.
Die Wurzel wird gegen Schlangengift angewendet.
II. Gymnema latifolilim Wall. In Niederländisch-Indien. Enthält in den BlätternLaurocerasin.
Gynocardia.
Gattung der Flacourtiaeeae — Pangieae — Hydnocarpeae.Einzige Art: Gynocardia Odorata R. Br. Heimisch in Hinterindien. Ver-wendung finden die Samen: Semen Gynocardiae. Semen Chaulmugrae.
Beschreibung. Dieselben sind 2'/ 2 —3 cm lang und ungefähr halb so breit, un-regelmässig eiförmig-kantig. Die dünne Samenschale umschliesst das ölige Endospermmit dem Embryo, dessen Kotyledonen blattförmig, flach und herzförmig sind.
Bestandtheile. 51 Proc. fettes Oel, von dem man 25 — 30 Proc. durch Aus-pressen gewinnt. Bei gewöhnlicher Temperatur ist das Oel salbenartig, von grüngelberFarbe, charakteristischem Geruch und angenehmem Geschmack. Es enthält 18 Proc. Gyno-cardiasäure. Die Säure ist leicht löslich in Alkohol und Aether, sie schmilzt bei 29° C.
Anwendung. Man verwendet die Samen, das Oel und die Säure (Dosis 1—3 g täg-lich) in Indien gegen Lepra, angeblich mit grossem Erfolg. Die Pulpa der Frucht dientals Fischgift und nach dem Auskochen als Nahrungsmittel, die Rinde als Fiebermittel.
Sapo Gynocardiae. 1000 g Chaulmugraöl verseift man im Dampfbade mit einerLauge aus 175 g Aetznatron und 750 g destill. Wasser, löst den Seifenleim unter Erhitzenin 2500 g destill. Wasser, setzt eine Lösung von 300 g Kochsalz in 900 g Wasser zu undlässt Erkalten. Die ausgeschiedene Seife wird gewaschen und getrocknet. (P. G. Unna.)
Pilulae Saponis Gynocardiae Uns.ilip. Saponis Gynocardiae
Aquae destillataesolve in balneo vaporis, adde
Massae Sebi pro pilulis keratinatis r )Terrae silieeaeIM. f. massa, e qua form, pilul. keratinatae pond.0,45. Jede Pille enthält 0,18 g Gynoeardiaseile.Bei Lepra täglich 10 Pillen.
30,020,0
20,010,0.
') Sebi taurini 500, Cerae flavae 100.Spiritu 5,0 soluti (P. G. Unna).
Unguentum contra comltmstiones.
Brandsalbe.P>p. Aristoli 5,0
Olei Gynocardiae 50,0Adipis Lanae 45,0.
Cnguentum Gynocardiae.Kp. Olei Gynocardiae
Unguent. Paraffini ää.
Liquatis et colatis adde Cumarini 0,5