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1 (1900)
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1275
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Gutta Percba.

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nicht hinaus gekommen. Die Guttapercha ist in Form eines Milchsaftes in zahlreichen Milch-saftschläuchcn der Rinde und des Markes enthalten. Zur Gewinnung derselben macht manEinschnitte in den Stamm, oder fällt den Baum und macht dann Einschnitte. Der heraustretendeMilchsaft erstarrt entweder schon am Baum, oder wird bei geringeren Sorten in Kokos-schalen aufgefangen und durch Kochen allein oder mit Wasser coagulirt. Neuerdings ge-winnt man auch Guttapercha durch Extrahiren der Blätter mit Toluol etc., sie hat danneine von Chlorophyll herrührende grünliche Farbe, die aber bei weiterer Verarbeitung-leicht zu beseitigen ist. So gewonnene Guttapercha ist aber für manche Zwecke, so zuIsolatoren, nicht geeignet. Der Ertrag von einem Baum ist nach der Art der Pflanze, derArt des Anzapfens und der Jahreszeit ein sehr wechselnder, z. B. von 330 g bis 6 Kilo,durchschnittlich höchstens l'/ 4 Kilo.

Beschreibung. Kohe Guttapercha hat eine faserige, blätterige, zuweilen fastholzartige Struktur, lässt sich leicht schneiden, ist biegsam, aber kaum elastisch. Spee.Gew. 0,960,99. Da sie häufig verunreinigt zu sein pflegt, so erweicht man sie in warmemWasser, walzt sie zu Bändern aus, wobei sie von Steinen etc. befreit wird, und legtmehrere solcher Bänder zusammen, die man zu Spähnen zerschneidet. Diese werden vonneuem erweicht, in feine Stücke gerissen und zu Klumpen vereinigt. Sie ist nun ausser-ordentlich plastisch, sinkt in Wasser unter, lässt sich bei 4560° C zu Röhren, Platten etc.ausziehen. Sie wird bei 100° C weich. Löslich in der Kälte in Chloroform und Schwefel-kohlenstoff, in der Wärme in Petroläther, Benzol und Terpentinöl, in Aether und Alkoholunvollkommen löslich, in Wasser und fetten Oelen unlöslich. Mit der Zeit wird sie durchSauerstoffaufnahme brüchig, eine Mischung von 9 Th. Guttapercha und 1 Th. Kampfersoll diesen LTebelstand nicht besitzen.

Sestandtheile. Die Hauptmasse ist ein Gutta genannter Kohlenwasserstoff(C 10 H 10 )n. Man erhält ihn zu 7582 Proc, indem man eine mit Thierkohle entfärbteChloroformlösung mit Alkohol fällt. Ferner Ox3'dationsprodukte desselben: 46 Proc.Fluavil C, 0 H 3 ,O, in kaltem und siedendem Alkohol löslich, und 1416 Proc. AlbanC 40 H 64 0 2 , nur in siedendem Alkohol löslich. Ausserdem enthält sie einen der Guttanahestehenden Körper Guttan.

Verfälschungen und Surrogate. Guttapercha wird des hohen Preises wegenhäufig verfälscht, alle solche Verfälschungen verändern die eben angeführten physikalischenEigenschaften. Als Surrogat wird eine bei 120° C hergestellte Mischung aus 1 Th. Theer,10 Th. Paraffin und 2 Th. Kautschuk genannt. Auch Mischungen aus Wachs und Harzwerden als Ersatz angeführt.

Pharmaceutische Verwendung findet sie als

1) Gutta Percha depnrata (Ergänzb.). Gutta Percha alba. GereinigteGuttapercha. Zahnkitt. Gutta-Percha purifiee (Gall. Suppl.).

Darstellung. 1 Th. rohe Guttapercha erweicht man in warmem Wasser, zerzupft siein kleine Flocken, löst in 6 Th. Schwefelkohlenstoff und filtrirt nach zweitägigem Absetzen-lassen durch Glaswolle in eine Flasche, welche 6 Th. 90proc. Weingeist enthält. Die gutdurchgeschüttelte Mischung stellt man bei Seite, bis sich zwei Schichten gebildet haben,hebert die obere, weingeistige Harzlösung ab, schüttelt die untere nochmals mit 5 Th.Weingeist, trennt wiederum durch Abhebern, bringt dann die Guttapercha-Schwefelkohlen-stofflösung nebst 23 Th. destill. Wasser in den zinnernen Einsatz einer Destillirblase unddestillirt bei höchstens 50° C. unter sorgfältiger Kühlung (man lässt das Abflussrohr unterWasser münden!) den Schwefelkohlenstoff ab. Die zurückbleibende Gutta knetet man mitheissem Wasser und formt sie in 35 mm dicke Stängelchen. Ausbeute 6080 Proc.

Wegen der leichten Entzündlichkeit des Lösungsmittels ist diese Arbeit höchstfeuergefährlich; man nehme sie unter Ausschluss offener Feuerungen vor und halte bren-nende Lichter, Cigarren u. dgl. vom Arbeitsraume fern (s. S. 633).

Gefahrlos, wenn auch kostspieliger, ist die Reinigung mittels Chloroform; manbraucht davon 1516 Th. auf 1 Th. Guttapercha, verfährt im Uebrigen , wie vorhin an-gegeben. Eine hello Gutta erhält man aber nur, wenn man die Chloroformlösung mittelsWeingeist ausfällt. Aus der Flüssigkeit scheidet man durch Wasser das Chloroform aus.

Auch durch Digeriren mit der 2022 fachen Menge Steinkohlenbenzin und Fällenmittels 90 proc. Weingeist lässt sich die rohe Guttapercha reinigen.