(iiimim.
1271
Prüfung. Die Prüfung der offlcinellen Sorten eigiebt sich aus dem oben unterBeschreibung Gesagten. Speeiell das Verhalten beim Lösen in Wasser ist bei deneinzelnen Gummisorten recht verschieden; die offlcinellen geben einen filtrirbaren Schleim,andere geben einen scheinbar völlig homogenen Schleim, der aber nicht filtrirbar ist,andere eine mehr oder weniger konsistente Gallerte, bei anderen wieder quellen die einzel-nen Körnchen soweit auf, dass scheinbar ein gleichmässiger Schleim entsteht, in dem aberhei. genügender Verdünnung die einzelnen Körnchen sich erkennen lassen, bei anderentrennt sich der Schleim bald in zwei Theile, einen gewöhnlich sehr konsistenten dicken undeinen wässerigen, dünnen, und schliesslich kommen Sorten vor, die nur mehr oder wenigeraufquellen.
Nicht selten ist Gummi mit Bdellinm (Bdellium d'Afrique (Gall.)), einem vonBalsamodendron africanum Arn. und B. Mukul Hook, abstammenden Gummiharzverfälscht. Dasselbe ist zu etwa 30 Proc. in Wasser löslich, der Rest in Aether undkochendem Alkohol. Ferner kommen Verfälschungen mit Dextrin nicht selten vor, dieman nachweist, indem man 3 com einer Lösung, die aus 15 Tropfen Liq. Ferri sesqui-chlorati, 15 Tropfen gesättigter Lösung von rothem Blutlaugensalz, 5 Tropfen verdünnterSalzsäure (spec. Gew. 1,165) und 60 ccm Wasser besteht, mit 6 ccm einer 20procentigenLösung des betr. Gummi zusammenbringt. Bei reinem Gummi wird die Mischung gelbund bleibt so 10—12 Stunden lang, im anderen Falle ändert sich die Farbe bald in Blau.Mit schwefliger Säure gebleichtes Gummi wird in der Lösung mit Baryumchlorid Fällunggeben, ebenso durch Chlor gebleichtes mit Silbernitrat. Solches Gummi hat an Löslichkeiteingcbüsst.
Für die Beurtheilung der technischen Verwendbarkeit eines Gummi ist dieBestimmung der Viskosität von grossem Werthe; man bestimmt dieselbe entweder mitdem LuNGE'schen Viskosimeter, mit dem ermittelt wird, binnen welcher Zeit eine Spindelvon bestimmter Grösse und Schwere bis zu einer bestimmten Marke in den Schleim ein-sinkt (Zeitschrift f. angew. Chemie 1895 p. 437), oder, wenn die Menge des zur Verfügung-stehenden Gummis zu gering ist, bestimmt man, binnen welcher Zeit eine bestimmteMenge des Schleimes aus der Oeffnung einer Bürette oder eines cylindrischen Scheide-trichters ausfliegst (Apotheker-Zeitung 1897 No. 75, 1898 No. 22). In beiden Fällen dientein Kordofan-Gummi bester Beschaffenheit zum Vergleich.
Für Kecepturzwecke genügt allein das farblos und blank lösliche Gummi arabi-cum albissimum electum; für den Handverkauf hält man die helleren Sorten Senegal-Gumm.' vorräthig, die kaum halb so theuer sind und als Klebmittel völlig genügen.
Pulverung. Das Gummi wird durch Absieben vom anhängenden Staube befreit,gröblich zerstossen, wobei Holztheile und dergl. herauszulesen sind, bei gelinder Wärme(höchstens 30° C, nach Gall. bei etwa 40° C.) einen Tag getrocknet, dann mittels sehrsauberer Siebe in ein feines Pulver (VI Germ. Helv.) verwandelt. Höhere Temperaturenund längeres Trocknen können das Gummi derart verändern, dass es zur Bereitung vonOelemulsionen untauglich wird. Der Verlust durch Trocknen und Verstäuben kann bis zu18 Proc. betragen.
Aufbewahrung. An einem trocknen Orte in Holzkästen, das feine Pulver indichtverschlossenen Hafengläsern, da es aus der Luft Feuchtigkeit anzieht und zu-sammenbackt.
Anwendung. In der Pharmacie als Hauptbestandteil vieler Hustenpastillen, als
Bindemittel bei Emulsionen, Pillen, Pasten,eher Drogen (Koloquinthen, Fructus Capsici)Blutungen. Technisch als Klebmittel.
In flüssigen Arzneimischungen, fallslösungen unverträglich mit starken Säuren,
Pastillen, als Hülfsmittel beim Pulvern man-1 äusserlich als Streupulver, zum Stillen von
man dieselben klar haben will, sind Gummi-Metallsalzen, besonders Bleiessig, Brom- und
Ferrisalzen, mit Sulfaten, Oxalaten, Silikaten, ferner mit Aether, wie mit grösseren MengenWeingeist und weingeistigen Tinkturen.