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1 (1900)
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Guarana.

Universalpillen, Dr. Matthaeyi's, von Jaspers, gegen Nerven- und Hämorrhoidal-leiden, sind 200 glänzende Pillen aus Guajakharz, Ammoniak und Senna. (.3 M.)

Wundersaft von .1. Zeidlek in Berlin, in 5 Nummern. Mischungen aus Zucker-lösung und ammoniakalischer Guajakholztinktur.

Zahnschmerzinittel von Golz in Berlin, besteht im wesentlichen aus Guajakliolzund der Tinktur daraus.

Zahntinktur, Dr. John Barel's, ist Guajakharztinktur.

Zahntinktur von Vogler. Eine Tinktur aus Guajakliolz, Sassafras, Bertramwurzel,Pfeffer, Nelken- und Sandelholz.

Zahntinktur von Weber ist eine weingeistige Lösung verschiedener Harze mitKampher und Terpentinöl.

II. Ausser den Arten der Gattung Guajacum enthalten auch andere Zygophyl-laceae im Holz mit Oxydationsmitteln sich hlau färbende Stoffe, also vermutlüich Gua-jakonsäure. Es kommen in dieser Beziehung in Betracht: 1) Das Guajakholz vonChile von Porlieria hygrometrica R. et P., das in Form dünner Aeste, die mirwenig dunkles Kernholz haben, verwendet wird. 2) Das Holz einer oder mehrerer Bllltiesia-Arten (B. Sarmienti Lor. und B. arborea). Es kommt in dicken Stücken mit reich-lichem dunklen Kernholz nach Europa unter dem Namen Palo balsanio, Bois de Gayac.Es giebt bei der Destillation 56 Proc. ätherisches Oel, das im Handel auch den ihmnicht zukommenden Namen Champacaöl führt. Das Oel ist zäh, dickflüssig, bei gewöhn-licher Temperatur langsam krystallinisch erstarrend. Spec. Gew. hei 30° C. 0,9650,975.Drehungswinkel bei 30° 6° bis 7°. Es enthält Guajakalkohol (Guajol), ein Ses-quiterpenhydrat C 16 H, c 0, das nicht Träger des Geruches ist. Man verwendet es in derParfümerie und neuerdings in Bulgarien zur Verfälschung des Rosenöles. Das Holz kommtgelegentlich als Lignum Guajaci in den Handel.

Guarana.

Guarana (Ergänzb. Helv. Austr. U-St. Call.). Pasta Guaranae. Pasta seniinuinPaulliniae. Guarana. Guaranapaste.

Wird aus den Samen der PauIMnJa Cupana Kunth (P. sorbilis Mart.) (Fa-milie der SapindaceaePaullinieae) gewonnen. Die Pflanze, ein Kletterstrauch, wächstin den Provinzen Para und Amazonas in Brasilien und scheint zuweilen auch kultivirt zuwerden. Die glänzend braunen oder braunrothen Samen, die etwa 1215 mm gross, eirundoder kurz kegelförmig sind, werden zerstossen, nachdem sie schwach geröstet sind und ausihnen unter Zusatz von wahrscheinlich heissem Wasser eine Paste geformt, die man inWalzen oder seltner Kugeln formt und trocknet.

Beschreibung. Die Paste ist aussen rothbraun, knochenhart, sehr schwierig zupulvern, auf dem Bruch chokoladenfarbig und von gröberen Bruchstücken der Samen un-gieicnmässig. Geruch und Geschmack erinnern an Kakao. Unter dem Mikroskop erkenntman neben aufgequollenen unversehrte kuglige oder zu 23 zusammengesetzte Stärke-körnchen, Parenchymzellen, Beste von Spiralgefässen, massig verdickte, isodiametrischeSteinzellen und kleine Krystallnadeln.

Bestanritheile. 3,15,0 Proc. Coffein (Guaranin). Asche etwa 2 Proc,erheblich höhere Angaben, z. B. 7,4 Proc., sind verdächtig.

Verfälschungen. Man soll der Pasta fremdes Stärkemehl (Maniok) und Kakaobeimengen. Beides würde sich durch das Mikroskop ermitteln lassen. Da nach denvorliegenden Untersuchungen Steinzellen im Samen der P. Cupana fehlen, so würden die-selben, die in der Droge anscheinend ständig vorkommen, auch auf eine Beimengungschliessen lassen.

Pulverung. Die Guarana wird grob gepulvert, bei gelinder Wärme völlig aus-getrocknet, dann durch ein feines Sieb geschlagen. Das Pulver bewahrt man in gelbenStöpselgläsern auf.