Granula. Gratiola.
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Bandwurnniiittel von Mook in Berlin ist eine mit Wurmfarnextrakt versetzte Ab-kochung von Granatwurzelrinde.
Granula.
Granula (Genn. Helv.). Körner. Granules (G-all.). Parvules. Als „Granula,Körner" bezeichnet man kleinste Pillen, welche mit besonderer Sorgfalt hergestellt sindund meist stark wirkende Arzneistoffe enthalten. Da sie weiss sind, muss bei ihrer Be-reitung auch die peinlichste Sauberkeit eingehalten werden.
Germ. Zur Bereitung von Körnern werden die Arzneistoffe entweder unmittelbaroder nach vorgängiger Lösung in Aether, Weingeist oder Wasser mit der, einem Gewichtevon 0,05 g für das einzelne trockene Korn entsprechenden Menge einer pulverförmigenMischung aus 4 Th. Milchzucker und 1 Th. arabischem Gummi sorgsam gemengt.Aus dem Gemenge werde mittels weissen Sirups, welchem auf je 1 Th. = 0,1 Glycerinzugesetzt worden, eine bildsame Masse hergestellt, und letztere dann in die vorgeschriebeneAnzahl runder Körner geformt. Ein oberflächliches Befeuchten vorräthiger, aus indifferen-ter Masse geformter Körner mit einer Lösung des Arzneistoffes ist nur bei den homöo-pathischen, sogenannten Streukügelcken gestattet.
Helv. 1,5 g arabisches Gummi wird mit dem verordneten Medikamente innig ge-mischt, dann mit 3,5 g Zucker und 8 Tropfen Wasser zu 100 Körnern verarbeitet.
Das Anstossen der Körnermasse erfolgt zweckmässig in einem mit Kalilauge sorg-fältigst gesäuberten, glasirten Porcellanmörser. Man stösst die Masse ziemlich derb an.Zum Ausrollen halte man eine besondere Pillenmaschine. Alle Theile, mit denen dieKörner in Berührung kommen, auch die fertige Masse, reibe man kurz vor dem Ausrollenmit Talcum venetum ab, desgl. die Finger.
Sollen die Körner aufbewahrt werden, so stösst man sie ohne Glycerinzusatz, son-dern nur mit Gummischleim oder mit Zuckersirup an, weil sie sich, mit Glycerin ange :stossen, leicht abplatten.
Da, wo mehrere Sorten Körner vorräthig gehalten werden, empfiehlt es sich, dieeinzelnen Sorten — zur Vermeidung von Verwechslungen — in verschiedenen Farben zufärben. Man benutzt hierzu Lösungen von Eosin, Tinctura Croci, Tinctura Curcumae u. dgl.Auch kann man die Körner versilbern oder vergolden.
Gratiola.
Gattung der Scrophulariaceae—Antirrhinoideae—Gratioleae.
Gratiola Officinalis L. Heimisch in Europa, West- und Mittelasien, in Nord-amerika wahrscheinlich eingeschleppt. — Verwendung findet:
1. Das Kraut: f Herba Gratiolae (Ergänzb.). Hb. gratiae dei. — Gottesgnaden-krant. Purgirkraut. Erdgalle. Weisser oder wilder Aurin 1 ). — Gratiole (Gall).Herbe ä pauvre homme. — Hedge-hyssop.
Beschreibung. Der Stengel ist bis 30 cm hoch, vierkantig, kahl, Blätter bis4 cm lang, decussirt, lanzettlich, vorn gesägt mit mehreren Längsnerven. Blüthen gestieltin den Blattaehseln, mit 2 linealen Vorblättern. Kelch 5theilig, Korolle trichterig, vicl-spaltig, fast 2 lippig, hellgelb, innen behaart. Nur 2 Staubblätter ausgebildet, die Anthcren-hälften durch das verbreiterte Connektiv getrennt, ausserdem 2 Staminodien. Geruchlos,von bitterem Geschmack.
l ) Wenn im Handverkauf Erdgallc oder Aurin verlangt wird, so pflegt man Herb.Centaurii minor, zu verabfolgen.
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