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1 (1900)
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1193
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Galium. Gallacetophenonum.

Galium.

1193

Gattung der Rubiaceae — Coffeoideae — Psychotriinae — Galieae.

I. Galilim MollligO L. Heimisch in Buropa, Westsibirien, Ostindien bis Ceylonund Birmah. Stengel vierkantig, meist kahl, Blätter zu acht, stachelspitzig, vorn breiter,beiderseits grün. Blüthe weiss, die Zipfel der Corolle begrannt, Früchte etwas runzelig.

Das Kraut: Sommite Hernie de Caille — lait blanc (Gall.), lieferte früherHerba Galii albi.

II. Galilim verum L. (G. luteum Lara.). Heimisch von Europa durch Nord-asien, in Nordafrika, auch am Himalaya. Stengel rundlich mit 4 hervorragenden Linien,kurzhaarig oder kahl. Blätter zu 8—12, linealisch-stachelspitzig. Blüthe gelb. Zipfel derCorolle stumpf, kurz stachelspitzig. Früchte glatt, meist kahl.

Das Kraut: Sommite lleurle de Caille — lait jaune (GalL), lieferte früher HerbaGalii lutei.

III. Galium Aparine L. Heimisch in Europa, Nordafrika, Asien, Amerika. Stengelniederliegend oder kletternd, Blätter zu 6—3, unterseits rückwärts-stachlig. Blüthenweiss. Frucht meist hakig-borstig.

Liefert Herba Aparines. Neuerdings bei Hautkrankheiten empfohlen.

IV. Galium pÜOSUm Ait. In Nordamerika. Das Kraut gilt als Mittel gegen denBiss giftiger Schlangen.

Gallacetophenonum.

f GallacetophenOtl (korrumpirt in Gallactophenon und Gallacotopkenon).Trioxyacetopheiion. Alizaringelb C. C 6 H 2 . (OH) 3 . CH.CO. Mol. Gew. = 168. Die

Verbindung ist das von der Badischen Anilin- und Sodafabrik in den Handel gebrachte„Alizaringelb C".

Darstellung. 1 Th. Pyrogallol wird mit 1,5 Th. Chlorzink und 1,5 Th. Eisessigkurze Zeit auf 145—150° C. erhitzt. Aus der noch heiss mit Wasser verdünnten Schmelzescheidet sich das Gallacetophenon beim Erkalten krystallinisch ab und wird durch ein-maliges Umkrystallisiren aus siedendem Wasser rein erhalten. C 6 H 2 (OH) 3 H-)-HOCH 3 CO =H„0 -f- C 6 H 2 (OH) 3 CH 3 CO. Das Chlorzink wirkt bei der Reaktion lediglich als wasser-entziehendes Mittel.

Eigenschaften. Schmutzig fleischfarbiges, krystallinisch.es Pulver von schwach-saurer oder neutraler Reaktion, in etwa 600 Th., kaltem Wasser, leicht in heissem Was-ser, Alkohol oder Aether löslich, in Glycerin in jedem Verhältnisse löslich. Durch Zu-satz von Natriumacetat wird die Löslichkeit in Wasser erhöht. Bei Zusatz von 30 gNatriumacetat können 4 g Gallacetophenon in 100 com Wasser in Lösung bleiben. DerSchmelzpunkt liegt bei 170° C. In Natriumkarbonatlösung oder Natronlauge löst es sichmit gelber Färbung. Die wässerige Lösung wird durch Eisenchlorid grünschwarz gefällt.Silbernitrat wird sowohl in saurer wie in alkalischer Lösung reducirt. Auf Aluminiuiii-oxyd bezw. -Hydroxyd wird das Gallacetophenon mit canariengelber Farbe fixirt.

Prüfung. Es reagire nur schwach sauer; seine Lösung in Kalkwasser färbe sichnicht nach wenigen Augenblicken roth. (Pyrogallussäure.) Es schmelze bei 170° C. undverbrenne ohne einen Rückstand zu hinterlassen (unorg. Verunreinigungen).

Aufbewahrung. Vorsichtig, vor Licht geschützt.

Anwendung. Im Gegensatze zum Pyrogallol hat sich das Gallacetophenon alseine verhältnissmässig ungiftige Verbindung erwiesen, welche indess gegen Mikroorganismenstark antiseptisch wirkt. Es wird in Form von lOproc. Salben bei Psoriasis empfohlen