■
1072
Evonymus.
Eigenschaften. Farbloses, krystallinisches, luftbeständiges Pulver, sintert bei181° C. zusammen und schmilzt bei 183—184° C: Sehr leicht löslich in Wasser, ferner in2 Th. absolutem Alkohol, schwerer löslich in Aether.Aufbewahrung. Vorsichtig-.
Anwendung. Es unterscheidet sich in seiner Wirkung- ganz wesentlich vomEucai'n B. Während dieses nämlich anästhesirend wirkt, aber eine mjdriatische Wirkung
auf das Auge nicht ausübt, erzeugen die Lösungen des Eu-phthalmins, in das Auge eingeträufelt, beträchtliche Pupillen-erweiterung, aber keine Anästhesie. 2— 3 Tropfen einer2 procentigen Lösung erzeugen nach 20 — 30 Minuten eine 2bis 3 Stunden anhaltende Mydriasis. Man gebraucht es daherwie Homatropin und Atropin.
f Euphthalminum salicylicum. Salicylsaures
Euphthalmin. C„H 25 O s N . C,H B 0 3 . Mol. Gew. = 429.
Wird durch Vermischen von 291 Th. freier Euplithal-minbase und 138 Th. Salicylsäure in absolut-ätherischer Lö-sung als Niederschlag erhalten. Durch Umkrystallisiren aus absolutem Alkohol-Aethererhält man in Wasser leicht lösliche Krystalle vom Schmelzpunkt 115—116° C.
o — oc . CH(OH)C e H 5
I
CH
A
H 2 C CH.
I I „CH.CH 3 - HC C< *
V 3
NICH S
Die freie Euphthalminbase.
Evonymus.
Gattung der Celastraceae — Celastroideae — Evonyineae.
Evonymus atropurpurea Jacq. Heimisch im nördlichen und mittleren Theilder Vereinigten Staaten. Verwendung findet die Rinde der Wurzel und der jungen Zweige.Evonymi cortex (Onit.). Euonymus (Wahoo.) (U-St). Ecorce d'evonymus (Gall. Suppl.).
Beschreibung. Die Rinde besteht aus bis 20 cm langen, 1 cm breiten, halbrinnen-förnrigen oder rinnenförmigen Stücken von gelblich-grauer Farbe. Der Bast lässt keineFasern, sondern wie die anderen Evonymus-Arten eigenthüinliche faserartige, auf derAussenseite mit Grübchen versehene Gebilde erkennen, von denen man annimmt, dass siedurch Umwandlung normaler Fasern entstanden seien. Geschmack anfangs süsslich-fade,später kratzend, zuletzt bitter.
Bestandihelle. Ein Glukosid: Evonymin, leicht in Alkohol, schwer in Wasserlöslich, ferner Evonsäure, Mannit. Das Evonymin ist ein Herzgift.
Anwendung. Man verwendet die Rinde als Cholagogum, Tonicum und Laxativum.
Nicht zu verwechseln mit dem Glukosid Evonymin ist die in Amerika gebräuchliche„Koncentration" das „Resinoid" gleichen Namens. Man erhält es durch Fällen der kon-centrirten alkoholischen Tinktur mit Salzsäure und Vermischen des ausgewaschenen undgetrockneten Niederschlags mit einem indifferenten Pulver. Man unterscheidet Evony-minum fuscum aus Wurzelrinde und Evonyminum viride aus Zweigrinde.
Extractuin Euonvmi (U-St.). Extract of Euonymus. Aus gepulverter Rinde(No. 30) wie Extr. Digitalis U-St. (S. 1041) zu bereiten.
Extractuin Evonymi. Extrait d'Evonymus atropurpureus. Evonyminebrune (Gall. Suppl.). Aus 1000 g gepulverter Rinde (Sieb No. 70) und 6 Liter 60 proc.Weingeist im Verdrängungswege. Man befeuchtet mit 3 Litern, erschöpft nach 24 Stundenmit dem Rest des Weingeists, verdrängt letzteren durch Wasser und destillirt vom Per-kolat den Weingeist ab. Den filtrirten Rückstand dampft man zum weichen Extrakt ein,löst in destill. Wasser, filtrirt und dampft wiederum ein und bringt mit 20 g gepulvertemMilchzucker zur Trockne.