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Eucalyptus.
Eucalyptus.
Gattung der Myrtaceae — leptospermoideae — Leptospermeae — Eucalypti-nae. Mit Ausnahme weniger Arten, die im malayischen Gebiet und auf Neu-Guinea vor-kommen, auf Australien und Tasmanien beschränkte, artenreiche Gattung, die arzneilichverschiedentlich verwendet wird. Es kann im Folgenden nur eine kurze Zusammenstellunggegeben werden. Man verwendet:
I. Die Blätter Folia Eucalypti (Ergänzb.). Folium Eucalypti (Helv.). Euca-lyptus (U-St). — Eucalyptusblätter. — Feuilles d'eucalyptus (Gall.). — Eucalyptus-leaves. Von Eucalyptus Glübulus Labillardiere. Fieberbaum. Gum Tree. BlueGum Tree. Fever Tree. Heimisch in Neu-Südwales und Tasmanien, durch die Kulturweit verbreitet in wärmeren Gegenden, da der Baum seiner Schnellwiichsigkeit wegen sichsehr zur Entwässerung feuchter Fiebergegenden (Fever-Tree) eignet.
Beschreibung. Die Blätter des Baumes sind dimorph, die zuerst an den Zweigenentstandenen sind gegenständig, ungestielt, eiförmig mit herzförmigem Grunde, an derPflanze wagerecht gestellt. Diese normale Stellung kommt auch im Bau zum Ausdruck.Diese Blätter sind bifacial gebaut, d. h. sie haben Palissaden nur an der Epidermis derOberseite. Die später an den Zweigen entstehenden Blätter stehen zerstreut, sie sind ge-stielt, der Blattstiel gedreht. Die Lamina ist sichelförmig oder schmal-lanzettförmig, langzugespitzt, ganzrandig-, am verdickten Rande etwas umgebogen, am Grunde schief ge-rundet oder in den Stiel etwas zusammengezogen, 20 cm und darüber lang. Farbe grau-grün. Von dem wenig starken Primärnerven gehen beiderseits die Sekundärnerven amGrunde des Blattes unter einem Winkel von etwa 50°, in der Mitte von 40°, gegen dieSpitze von 30° ab, sie bilden in einiger Entfernung vom Blattrand einen sehr ausgeprägtenRandnerven. Beiderseits etwas höckerig und durchscheinend punktirt.
Cuticula auf beiden Epidermen dick, die Zellen der letzteren beiderseits polygonalund mit Stomatien. Beiderseits 2 oder 3 Reihen von Palissaden, in der Mitte schmalesSchwammparenchym. Reichlich Oelbehälter und im Mesophyll Einzelkrystalle und Drusenvon Kalkoxalat. Ausserdem nicht selten im Blatt Korkwucherungen, die dasselbe alsbraune Punkte durchsetzen. Geruch angenehm aromatisch, Geschmack ebenso und etwasbitterlich.
Bestandtheile. In den trocknen Blättern 1,6—3,0 Proc. ätherisches Oel (sieheS. 1064), ferner Gerbstoff, Harz, Bitterstoff etc.
JJandelsivaare. Pharmaceutisch verwendet werden nur die soeben beschriebenen,sichelförmigen, monofacial gebauten Blätter, sie kommen meist aus Italien und Nordafrikazu uns.
Aufbewahrung. Vergl. S. 307 Fussnote.
Anwendung. Dieselbe beschränkt sich fast ausschliesslich auf das ätherischeOel (s. unten) und die Tinktur. Letztere verwendet man bei Magen- und Darmkatarrhsowie Blasenleiden; mit Wasser verdünnt zu Gurgel wässern, zum Wundverband.
Alcoolatura Eucalypti (Gall.). Aus frischen Eucalyptusblättern wie Alcoolat. Digi-talis Gall. (S. 1041).
Aqua Eucalypti. Hydrolatum Eucalypti. Eau distillee d'Eucalyptus(Gall.). Wie Eau de Camomille Gall. (S. 716) zu bereiten.
Cigarettes d'eucalyptus (Gall.). Sollen jede 1 g Ecalyptusblätter enthalten.
Extractum Eucalypti fluidum. Eucalyptusu Fluidextrakt. Extraitfluide d'eucalyptus. Fluid Extract of Eucalyptus. Helv. x^0 Th. Eucalyptus-blatt (IV) erschöpft man im Perkolator mit q. s. Weingeist (94 proc). Man befeuchtetmit 35 Th., sammelt zuerst 85 Th. und stellt weiter 1. a. 100 Th. Fluidextrakt her. Bräun-lichgrün, von kampherähnlichem Geruch, mit Wasser trübe mischbar. — U-St Aus 1000 gEucalyptusblätterpulver (Nr. 40) und einer Mischung von 750 com Weingeist (91 proc.) und250 com Wasser im Verdrängungswege. Man befeuchtet mit 400 cem, sammelt zuerst900 cem und verfährt weiter 1. a., so dass man 1000 com Fluidextrakt erhält.
Ptisana de folio Eucalypti. Tisane d'eucalyptus (Gall.). Wie Tisane debuchu (S. 511).