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1 (1900)
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Emulsio.

scheint bei den Collemplastra besonders der hermetische Verschluss, die vollkommene Un-löslichkeit der Kautschukmasse, die Beliebtheit dieser Formen zu erklären. Allerdingsdarf hierbei nicht unerwähnt bleiben, dass trotz des ausserordentlichen Konsums der Coll-emplastra, trotz ihrer Beliebtheit, das heutige Streben der Aerzte dahin geht, hermetischeVerschlüsse der Wunden möglichst zu vermeiden. Jedenfalls aber hat die Praxis gezeigt,dass die Collemplastra ursprünglich in Amerika hergestellt einen grossen technischenFortschritt bedeuten und zwar schon deshalb, weil sie eine aussergewöhnliche Klebkraftbesitzen und mit verhältnismässig grossen Mengen Medikamenten versetzt werden können.In dieser Eigenschaft nähern sie sich den Guttaperchaptlastermullen, welche so ziemlich vonallen Verband- und äusserlichen Stoffen die grössten Mengen an Medikamenten inkorporirtenthalten. Seit der Einführung der Collemplastra ist der Verbrauch an den Emplastraentschieden zurückgegangen.

Formen. Die Collemplastra sind nicht nur in endlosen 20 cm breiten Bollen,sondern auch in Bandform und was die praktischste Form ist, in Spulenform imHandel. Gerade letztere Form verdient deshalb Erwähnung, weil sie sich für den Arztzum bequemen Mitnehmen eignet. Meist ist das Collemplastrum auf Shirting gestrichen,es kommen aber auch andere Grundlagen vor. Während früher vor allem das amerika-nische Kautschukpflaster direct auf Wunden Nebenwirkungen zeigte, sind die neuerendeutschen Fabrikate geeignet, als reizloses, antiseptisches Kautschukpflaster direkt aufWunden gelegt zu werden.

Darstellung. Zur Herstellung eines guten, namentlich lange Zeit haltbaren Kaut-schukpflasters bedarf es vor allem eines prima Para-Kautschuk. Andere, besonders minder-werthige Kautschuke, wie Madagaskar-Kautschuk, liefern wohl ein schönes Präparat, könnenaber keine Garantie für Haltbarkeit gewähren. Zur Herstellung verwendet man am besteneine ätherische Kautschuklösung, die mit noch anderen Ingredienzen wie Harzöl, Copaiva-balsam, Wachs, Terpentin, Kolophon etc. vermischt wird und nm noch als Grundmassemit weiteren Znsätzen, wie Mehl, Harzöl, Aether und Medikamenten versetzt zu werdenbraucht, um eine weiche, schmierige Masse zu liefern, die nicht erst, wie bei den Pflasterngeschmolzen werden braucht, sondern die in einer Kastenstreichmaschine direkt gestrichenwerden kann. (Siehe Massa Collemplastri, seu Corpus ad collemplastrum S. 682.)Als Stoff zum Streichen wählt man ein recht dichtgeschlossenes Gewebe. Das fertigeKautschukpflaster wird dann auf Hürden gelegt, die mit Stoff bezogen sind, um das Ab-dunsten des Kautschukpflasters auch noch zu ermöglichen, und dann nach Belegen mitGaze eingerollt. Die Herstellung des Kautschukpflasters durch Aufwalzen des heiss-gemachten Kautschuks auf den Stoff wie es merkwürdigerweise von Amerika gesagtwird ist eine weder lukrative noch rationelle Methode; die diesbezüglichen Angabendürften wohl auf falschen Berichten beruhen und cum grano salis aufzunehmen sein.

Die Konsistenz des Kautschukpflasters, seine Klebkraft etc. ist auch noch abhängigvon dem Feinheitsgrad der Pulver. Man verfährt genau nach den bekannten Vorschriften,von denen die E. Dietbbich 'sehen (Pharm. Manual, VII. Auflage, pag. 70 u. flg.) em-pfehlenswerth sind.

Vor der Verwendung von Kohlenwasserstoffen (Benzin etc.) ist zu warnen, w r eildieses, ebenso wie Schwefelkohlenstoff, zersetzend und verändernd auf den zum Pflasterverwendeten Kautschuk wirkt und ein nur kurze Zeit haltbares Präparat liefert.

Emulsio.

Emulsio (Austr. Germ. Helv.). Emulsion (Gall.). Eniulsum (engl.). Ueber die ver-schiedenen Arten der Emulsionen und die Technik ihrer Darstellung vergl. Kommentarzum deutschen Arzneibuche von Haöbr-Fisohee-Haetwich, II. Aufl. Bd. I, S. 628 u. flg.,sowie Hagek's Technik der pharmaeeutischen Receptur. Bezüglich der von den einzelnen