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Digitali n um.

blättern 0,100,12 Proc. Digitalin cristallisee, von dem Schmiedebeeö nachwies, dass esausser Digitoxin noch andere Beimengungen enthielt. Schmiedebebg giebt auf Grundeigner Erfahrung als Gehalt 0,01000,0125 Proe. an; er beträgt bei Verarbeitung grössererMengen Blätter ca. 0,02 Proc.

Gegenwärtiger Stand der Digitalisfrage. Nach unserer heutigen Kenntniss derDigitaliskörper enthalten sowohl die Samen als auch die Blätter ein Gemenge von kry-stallisirten und amorphen Körpern. Im Samen sind genau nachgewiesen und als einheit-lich charakterisirt worden Digitonin als krystallisirter und Digitalin verum, sowie Digi-taleinKiliani" als amorphe Substanzen. Diese zusammen machen nach Kiliani etwa 50bis 60 Proc. des deutschen Digitalins aus. Der Best ist ein Gemenge noch unbekannter,amorpher Glukoside. Iu den Blättern ist als krystallisirter Körper sicher nachgewiesendas Digitoxin; die Existenz eines zweiten, des Digitophyllin, ist wahrscheinlich. Wie ausdem Samen, kann man auch aus den Blättern auf ähnliche, allerdings nicht so einfacheWeise ein dem Digitalin. pur. pulv. Germanic. ähnliches Material darstellen. Es sind indenselben deshalb auch die sogenannten Samenglukoside, wenn auch vielleicht in anderenMengenverhältnissen, vorhanden.

Von den Digitalisstoffen haben grössere Bedeutung erlangt, d. h. werden in grösserenMengen medicinisch angewandt: Digitalin. pur. pulv. Germanie., Digitoxin, Digi-taline cristalisee und Digitalin. pur. amorph. Pharm. Gallica und Belgica = Digi-taline chloroformique. Digitalinum verum ist zwar zweifellos eine einheitliche, wirk-same Substanz, vermag aber das Infusum Digitalis nicht zu ersetzen. Digitoninumcrystallisatum ist werthlos, weil es überhaupt keine Herzwirkung besitzt. Für dasreine Digitalein fehlt es bis jetzt an einer praktisch brauchbaren Darstellungsmethode.Digitalin. pur. pulv. Germanic, aus den Samen von Digitalis purpurea gewonnen, be-steht zu 5060 Proc. aus Digitonin cryst., zu 5 6 Proc. aus Digitalin verum, derBest aus Digitalein und noch nicht näher untersuchten Glukosiden. Digitoxin ist das ausden Blättern gewonnene Glukosid, vielleicht identisch mit Digitaline cristallisee, wiees heute von den Franzosen geliefert wird. Von diesen ist mehrfach die Berechtigung desNamens Digitoxin bestritten worden, weil Digitoxin nichts anderes sei als Digitalinecristallisee. In Wirklichkeit ist die Sachlage diese: Der Name Digitaline cristallisee istälter als der Name Digitoxin. Digitaline cristallisee ist nicht zu allen Zeiten dasselbePräparat gewesen; heute ist es ein anderes als vor ca. 30 Jahren. Als damals Schmiede-bebg das von Nativelle eingeführte und alsDigitaline cristallisee" bezeichnete Präparatuntersuchte, war es ein Gemenge mehrerer Substanzen. Die wirksamste und in grössterMenge darin vorkommende isolirte er, wie bereits erwähnt, und erkannte ihre Gleichartig-keit mit seinem Digitoxin. Seit dieser Zeit haben die Franzosen ihr Darstellungsverfahrenverbessert, und das heute fabrikmässig hergestellte französische Präparat zeigt nach denAngaben verschiedener Forscher keine wesentlichen Unterschiede gegenüber Digitoxin.

Digitalin. pur. amorph. Pharm. Gallica und Belgica = Digitaline chloroformiqueist dem Digitoxin in der Wirkung ähnlich, ebenfalls aus Blättern gewonnen, chloroform-löslich und amorph. Nach der französischen Pharmakopoe ist es in seiner Wirkung drei-mal schwächer als das krystallisirte Präparat und stets zu verabreichen, wenn auf einemBecept das Digitalin nicht specialisirt ist.

Digitonin. cryst. Dieses Präparat wurde zuerst von Mebck aus dem Digitalissamendargestellt und hatte zum Unterschied von dem amorphen Digitalin pur. pulv. Germanic.die naheliegende Bezeichnung Digitalinum crystallisatum erhalten, weil es mit keinem derbis dahin bekannten Digitaliskörper eine Aehnlichkeit hatte. Erst viel später hat Kilianinachgewiesen, dass es identisch mit dem von ihm hergestellten Digitonin cryst. ist.

Digitale'in, das zur Zeit in den Listen pharmaceutischer Präparate geführt wird,ist der nach den Angaben Schmiedebebg's hergestellte Körper, also ein Gemenge.

f t Digitalin. pur. pulv. Germanic. Deutsches, amorphes Digitalin. Digitalis-samen (oder -Blätter) werden mit Weingeist extrahirt; der Weingeist wird abgezogen, daszurückgebliebene Extrakt mit Wasser verdünnt und durch Bleiacetat gereinigt. Aus der