Cadmium. 531
Hygienische Siclierheitsovale aus Berlin N. 54 enthalten Kakaoöl, Borsäure,Weinsäure.
Suppositoires Malthus von Satjtee in Genf (Preservatif des dames) bestehen ausKakaoöl 2. Chininsulfat 0,035, Thymol 0,02.
Theobrom Leeebbe, ein Getränk aus Zuckerrüben, das mit Kakao nichts gemein hat.
Tutelol Dr. Smittson enthält neben Kakaoöl wenig Weinsäure.
ÜNGEB's Siclierheitsovale enthalten Borsäure, Chinin, Chinosol, Kakaobutter.
(A.UFKECHT.)
Cadmium.
Cadmium (Gall.). Kadmium. Cadmie (französisch). Cadmium (engl.). Cd.Atom-Gew. = 112.
I. Cadmium metallicum. Cadmiummetall. Kommt in den Erzen meist mitZink zusammen vor und ist bei der Ausbringung des Zinks in den ersten Antheilen desDestillates enthalten, da es bei niedrigerer Temperatur siedet als das Zink. Man schlägtes ferner aus den Zinksulfatlaugen des Flugstaubes aus Zinkblende-Röstanstalten durch me-taHisches Zink nieder.
Eigenschaften. Zinnweisses, glänzendes, geschmeidiges Metall vom spec. Gewicht8,6—8,7. Härter als Zinn, lässt sich aber mit dem Messer schneiden, zu Blech walzenund zu Draht ausziehen. Es krystallisirt in regulären Oktaedern: beim Biegen kreischte s wie Zinn, der Bruch ist hakig, das Gefüge dicht. Es schmilzt bei 320° C. und siedetb ei etwa 760° C. (Gall.: spec. Gew. = 8,6, Schmelzp. 315° C, Siedep. ca. 860° C.) An derLuft verhält es sich dem Zink ähnlich: In trockener, reiner Luft hält es sich unverändert;an feuchter Luft bedeckt es sich oberflächlich mit einer Schicht von Cadmiumsub-sarbonat. In Wasser bedeckt es sich allmählich mit einer weissen Schicht von Cadmium-hydroxyd und -Subkarbonat. An der Luft erhitzt, verbrennt es unter Entwickelung eines■raunen, widerlich riechenden und Kopfschmerzen verursachenden Dampfes zu Cadmium-ox yd CdO. — In Essigsäure, Chlorwasserstoffsäure und verdünnter Schwefelsäure löst esSI ch unter Entwickelung von Wasserstoff langsamer als Zink; leicht löslich ist es inverdünnter Salpetersäure unter Entbindung von Stickstoffoxyd. — Aus seinen Salzlösungenwird das Cadmium durch Zink gefällt (s. oben). — Cadmium kommt meist in Form vonStangen in den Handel.
Prüfung. 1) Man bestimmt das spec. Gewicht, welches 8,6—8,7 betragen muss.2) 2 g Cadmium werden in 10 com Salpetersäure gelöst. Die Lösung muss klar sein (einweisser unlöslicher Bückstand würde Zinn anzeigen). Diese Lösung wird getheilt.") 5 cem der Lösung sub 2 werden mit Ammoniak in starkem Ueberschusse versetzt:Blaue Färbung zeigt Kupfer an. 4) 5 cem der Lösung sub 2 werden mit 10 cem Wasserversetzt, mit Kalilauge im Ueberschuss gefällt und filtrirt. Das Filtrat darf durch Schwefel-Wasserstoffwasser nicht braunschwarz (Blei) oder weiss (Zink) gefällt werden. 5) AufArsen prüft man, indem man einige Stücke Cadmium mit arsenfreiem Zink zusammen111 einen MARSir'schen Apparat bringt.
Man beachte indessen, dass geringe Mengen fremder Metalle das Cadmium für diemeisten Zwecke noch nicht ungeeignet machen.
Aufbewahrung. In gut verschlossenen Gefässeu.
Anwendung. Zur Herstellung einiger Metall-Legirungen, namentlich für Zahn-ärzte, ferner zur Darstellung der Cadmiumsalze.
Chemie und Analyse. A. Erkennung. Man erkennt das Cadmium an fol-genden Reaktionen: 1) Wird das Metall vor dem Löthrohre auf Kohle erhitzt, so verbrennt€s mit braunem, die Kohle beschlagendem Oxyd. — Erhitzt man ein Salz des Cadmiumsmit Soda auf Kohle vor dem Löthxohr, so erhält man in der Reduktionsflamme einenbraunen Beschlag, tu) Kalium- und Natriumhydroxyd fällen aus Cadmiumsalzlösungenweisses, im Ueberschuss des Fällungsmittels unlösliches Cadmiumhydroxyd Cd(OH),.
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