Druckschrift 
1 (1900)
Entstehung
Seite
517
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

#5K-

Butyrum.

517

I. 4. Nachweis von Konservirungsmitteln:

a) Borsäure. 10 g Butter werden mit alkoholischem Kali in einer Platinschale verseift, dieSeifenlösung eingedampft und verascht. Die Asche wird mit Salzsäure übersättigt. In die sahsaureLösung taucht man einen Streifen gelbes Kurkumapapier und trocknet das Papier auf einem Uhr-glase bei /oo° C. Bei Gegenwart von Borsäure zeigt die eingetauchte Stelle des Kurkumapapiers einerothe Färbung, die durch Auftragen eines Tropfens verdünnter Natriumkarbonatlösung in Blau übergeht.

b) Salicylsäure. Man mischt in einem Proberöhrchen 4- cem Alkohol von 20 Vol. Proc.vnl 2 j Tropfen einer verdünnten Eisenchloridlösung, fügt 2 cem Butterfett hinzu und mischt dieFlüssigkeiten, indem man das mit dem Daumen verschlossene Proberöhrchen 40 50 mal umschüttelt.Ret Gegenwart von Salicylsäure färbt sich die untere Schicht violett.

c) Formaldehyd. 50 g Butter werden in einem Kölbchen von etwa 250 cem Inhalt mitSO cem Wasser versetzt und erwärmt. Nachdem die Butter geschmolzen ist, destillirt man unter Ein-taten von Wasserdampf 25 cem Flüssigkeit ab. 10 cem Destillat werden mit 2 Tropfen ammonia-'alischer Silberlösung versetzt; nach mehrstündigem Stehen im Dunklen entsteht bei Gegenwart vonrormaldehyd eine schwarze Trübung. (Die ammoniakalische Silberlösung erhält man durch Auflösenvon 1 g Silbernitrat in 30 cem Wasser, Versetzen der Lösung mit verdünntem Ammoniak, bis deran fänglich entstehende Niederschlag sich wieder gelöst hat, und Auffüllen der Lösung mit Wasser""/ 50 cem)

Fremdartige Zusätze. Kartoffelmehl, Kartoffelbrei, Getreidemehl, Mohrrübenbrei,welche bisweilen, aber nur selten, der Butter in betrügerischer Absicht zugesetzt werdenoder durch Zufall in diese gelangen, weist man nach, indem man ein Quantum Buttere rst mit Alkohol, dann mit Aether auszieht und den hierbei ungelöst hinterbleibendenRückstand mit dem Mikroskop untersucht. Gips, Thon u. dergl. unorganische Zusätze,welche wohl kaum als übliche Verfälschungen gelten können, würden in der Asche auf-zusuchen und nachzuweisen sein.

I. 5. i. Nachweis fremder Farbstoffe. Die Gegenwart fremder Farbstoffe erkennt mandurch Schütteln des geschmolzenen Butterfettes mit absolutem Alkohol oder mit Petroleumäther vom spec.Ge~tt, 0,63c?. Nicht künstlich gefärbtes Butterfetl ertheilt diesen Lösungsmitteln keine oder nur eineschwach gelbliche Färbung, während sie sich bei künstlich gefärbtem Butlerfett deutlich gelb färben.

Zum Nachweise gewisser Theerfarbstoffe werden 2 j g Butterfetl in 5 cem Aether gelöstund die Lösung in einem Probirr ohrchen mit 5 cem konc. Salzsäure vom spec. Gew. 1,125 kräftiggeschüttelt. Bei Gegenwart gewisser Azofarbstoffe färbt sich die sich unten absetzende Sahsäureschichtdeutlich roth.

Schmelzbutter, Butterschmalz, Schmalz (letzteres eine specielle, süddeutscheBezeichnung). Hierunter versteht man das durch Ausschmelzen der Butter und Abgiessenv on den Molken gewonnene wasserfreie Butterfett, welches in Süddeutschland namentlichwährend des Winters zu Küchen- und Konditoreizwecken verwendet wird. Es ist bezüg-lich eines Gehaltes an fremden Fetten in gleicher Weise zu untersuchen und zu beurtheilenwie die Butter. Schmelzbutter lässt unter dem Mikroskop Krystallnadeln erkennen.

Colostrum-Butter. In einigen Gegenden gilt die aus dem Colostrum [d. i. dieunmittelbar bis einige Tage nach dem Geburtsakt abgesonderte Milch], hergestellte Butter'Mierlich wie äusserlich als besonders heilkräftig. Colostrum-Butter ist braungelb, starrerals gewöhnliche Butter, reich an Biweissstoffen, von schleimigem Geschmack. Sie wirdle icht ranzig.

Sapo butyrinns. Sapo e Butyro. Butterseife. Zur Herstellung derselbenk ann mit Vortheil ranzige, zu Speisezwecken nicht mehr verwerthbare Butter verwendetwerden. Man schmilzt ein beliebiges Quantum Butter, lässt das Butterfett in der Wärmesich klären, flltrirt oder kolirt es und verfährt wie folgt:

100 Th. geschmolzenes Butterfett werden in einer Porcellanschale mit 130 Th. Na-tronlauge (von 15 Proc. NaOH) im Wasserbade unter Umrühren so lange erhitzt, bis einklarer, gleichrnässiger Seifenleim entstanden ist. Nachdem die Erhitzung im Wasserbadenoch 1 Stunde fortgesetzt worden ist, fügt man zu dem Seifenleim eine filtrirte (!) Lö-sung von 25 Th. Kochsalz und 2,5 Th. kryst. Soda in 100 Th. Wasser, rührt l / 4 Stunde um,'ässt dann etwa 1 Stunde im Wasserbade ruhig absetzen und bringt hierauf die Schale in,llr - Kälte. Nachdem die Seife völlig erstarrt ist, wird sie von der Unterlauge abgehoben,mi t Wasser abgespült, in Stücke geschnitten und an einem warmen Orte, vor Staub ge-schützt, getrocknet. Ausbeute ca. 120 Th. Verwendung zur Herstellung von Opodeldok.