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1 (1900)
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Auro-Natrium chloratum.

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Auro-Natrium chloratum.

Unter dem NamenAuro-Natrium chloratum" oderNatrium-Goldchlorid"werden Verbindungen des G-oldchlorids mit Natriumchlorid von verschiedenem Goldgehalt ver-standen; man muss sich daher in jedem einzelnen Falle die Frage vorlegen, was ein ge-gebenes Präparat darstellen soll.

I. f Auro-Natrium Chloratum (Germ. Helv.). Anri et Sodii Chloridum (U-St).Natrinm-AnricMorid. Chlorgoldnatrium. Gozzi's Salz. Officinelles Goldsalz. Das

im Nachstehenden zu besprechende Präparat ist keine einheitliche, chemische Verbindung,sondern eine Mischung der Verbindung Natrium - Goldchlorid AuCl 3 . NaCl -f 2H 2 0 mitKochsalz. Es ist in den genannten drei Pharmakopoen von gleicher Zusammensetzung.

Darstellung. Man bringt in einen gläseren Kolben 13 Th. reines Gold, übergiesstdasselbe mit einer Mischung aus 16 Th. Salpetersäure (von 25 Proc.) und 48 Th. Salzsäure(von 25 Proc), setzt auf den Kolben einen kleinen Trichter auf und erwärmt den Inhaltbis zur völligen Auflösung des Goldes. Dann giesst man die Lösung (ist Filtration er-forderlich, so erfolgt diese durch einen Bausch Asbest oder Glaswolle) in eine Porcellan-schale, spült Trichter und Kolben gut nach und dampft die Lösung auf dem Wasserbadebis zur Sirupkonsistenz unter Umrühren ein. Den zurückbleibenden Sirup löst man in20 Th. Wasser, dann bringt man 20 Th. schwach geglühtes reines Natriumchlorid hinzu,dampft die Lösung im Wasserbade unter Umrühren mit einem Glasstabe ein und führtdas Austrocknen schliesslich im Wasserbad-Trockenschranke zu Ende. Dann zerreibt manden Trockenrückstand in einem erwärmten Mörser, mischt das resultirende Pulver und fül T tes sogleich in kleine, gut zu verschliessende (Korken mit Paraffindichtung!) Gläser ab.

Eigenschaften. Pomeranzengelbes Pulver von neutraler oder nur schwach saurerReaktion und metallischem Geschmack, in 2 Th. Wasser zu einer gelben Flüssigkeit löslich.Weingeist löst aus dem Präparat nur das Natrium-Aurichlorid AuCl 3 . NaCl-f 2H 2 0 heraus,während das ausserdem vorhandene Natriumchlorid ungelöst bleibt. Beim Glühen giebtes Chlor ab, und es hinterbleibt ein Gemisch von Natriumchlorid und metallischem Gold.Das Präparat ist eine Mischung von 6162 Proc. Natrium-Aurichlorid (AuCl 3 . NaCl2H ä O), 3537 Proc. Natriumchlorid und 24 Proc. Wasser. Es ist, mit reinem Natrium-chlorid bereitet, nicht gerade hygroskopisch, kann aber aus der Luft etwa 5 Proc. Feuch-tigkeit aufnehmen, ohne feucht zu erscheinen.

Prüfung. 1) Schüttelt man das Standgefäss des Präparates um, öffnet es alsdannund nähert seiner Oeffnung hierauf einen mit Ammoniakflüssigkeit schwach benetztenGlasstab, so darf Bildung weisser Nebel nicht erfolgen, andernfalls enthält das Präparatfreie Salzsäure. 2) Bestimmung des Goldgehaltes. Man bringt 0,5 g des Salzes in einBecherglas, übergiesst es mit etwas verdünnter Ameisensäure und verdunstet diese durchmassiges Erwärmen. Man wiederholt dieses Befeuchten mit Ameisensäure und Abdunstennoch zweimal, dann sammelt man das hinterbliebene metallische Gold auf einem Filter,wäscht es aus und bestimmt sein Gewicht. Es soll erhalten werden: Nach Germ, undU-St. mindestens 30,0 Proe., nach Helv. = 32,5 Proc. metallisches Gold. Es ergiebt sichhieraus, dass die Helv. ein scharf getrocknetes Präparat vorschreibt.

Aufbewahrung. Vor Licht und Feuchtigkeit geschützt, vorsichtig.

Anwendung. Das beschriebene Präparat wirkt äusserlich schwach ätzend färbtdie Haut violett, schliesslich schwarz. Man wendet es äusserlich an zu Einreibungenm die Zunge und in das Zahnfleisch bei syphilitischen Erkrankungen dieser Organe. Inner-lich wird dem Goldchlorid eine Wirkung auf den Geschlechtstrieb, die Menstruation unddie Diurese zugeschrieben, ohne dass hierfür exakte Beweise vorliegen. Längerer Gebrauchführt wie beim Quecksilber Speichelfluss herbei. Höchste Gaben: pro dosi 0,05 g, prodie 0,2 g (Germ. Helv.). Technisch zum Tönen der photographischen Silber-Kopien, auchwohl zur Herstellung galvanischer Vergoldungsflüssigkeiten.