Acidum aceticum.
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lauge ist = 0,06 g Essigsäure C s H 4 0 2 . (In der Praxis wendet man auch Normal-Ammoniak mit Lackmus an.)
Liegen essigsaure Salze zur Bestimmung vor, so destillirt man diese zunächst mitverdünnter Schwefelsäure oder mit Phosphorsäure am besten im Wasserdampfstrome solange, bis das Destillat neutral übergeht und titrirt alsdann das Gesammt- ._Destillat oder einen aliquoten Theil wie angegeben mit Normal-Kalilaugeund Phenophthale'in.
Otto's Acetometer. Ein in den Essigfabriken gebrauchter Apparatzur Feststellung der Stärke des Essigs besteht aus einem 36 cm langen und IHLn£ cm weitem Glascylinder mit zwei verschiedenen Theilungen. Bis zur Marke aiasst der Oylinder = 1 ccm. Der Raum zwischen a und b ist = 10 ccm. In Bln.dum darüber befindlichen Theile entspricht der Raum zwischen zwei ganzen l'li 10Zahlen = 2,08 ccm (diese 2,08 ccm entsprechen = 2,07 g (!) Ammoniakflüssig-keit von l,369°/ 0 NH 3 ). — Zum Gebrauche wird der Oylinder bis zur Marke a ä 9out Lackmustinktur gefüllt. Dann fügt man bis zur Marke b von dem zu ij! suntersuchenden Essig hinzu, mischt durch sanftes Schwenken und lässt alsdann «tllLvon der ammoniakalischen Probeflüssigkeit unter sanftem Bewegen so lange zu-messen, bis eben deutliche Blaufärbung auftritt. Der Gehalt des Essigs an ' jjjGEssigsäure (C. 2 H 4 0 2 ) kann alsdann direkt an der Graduirung abgelesen werden. IllLSchneidet z. B. die blaue Flüssigkeit bei dem Theilstrich 6,5 ab, so enthält derEssig in 100 ccm = 6,5 g Essigsäure. limf
Die ammoniakalische Probeflüssigkeit zu diesem Acetometer wird ge- jjjjj 3
mischt aus I ö
136 g Ammoniakllüssigkeit von 9,959 spec. Gew. bei 17,5° C. und 864 g Wasser oder
140 g „ „ 0,960 „ „ „ 860 g „ | PIF
f Essigsäure-Anhydrid (CH 3 CO)., .0. Acidum aceticum anhydricum. Nicht !||rzu verwechseln mit wasserfreier Essigsäure! s. S. 8. Wird u. a. durch Einwir-kung von Phosphoroxvchlorid oder von Chlorkohlenoxyd (Phosgen) auf wasser- liillfreies Natriumacetat dargestellt: 4CH 3 CO,Na-f- POCl 3 = 2[(CH 3 CO).,0] -j-NaPO„ -f- HNaCl. Farblose, leicht bewegliche Flüssigkeit von sehr stechendem jjjGeruch. (Vorsicht.) Spec. Gew. 1,080; Siedep. 137°. Geht beim Kochen mitWasser in Essigsäure über. Als Reagens zum Nachweis des Cholesterins, in der Ij 5Soorganischen Chemie zum „Acetyliren". Arzneilich nicht verwendet. Aufbewah-rung in Flaschen mit Glasstopfen. ('Vorsichtig!) |'i| 1
f Acetylchlorid. Essigsäurechlorid. Acetylum chloratum CH 3 COCl.Darstellung durch Einwirkung von Phosphorpentachlorid auf wasserfreie Essig- Fig. 2. Otto'ssäure: CH s CO„H + PCL, = HC1 + POCl 3 -f CH 3 COCl. Farblose, an der Luft Acetometer.rauchende, stechend riechende Flüssigkeit. Siedepunkt 53" C. Giebt mit Was-ser = Essigsäure -f- Chlorwasserstoff, mit Alkohol = Essigsäureäthyläther -j- Chlorwasser-stoff. Anwendung in der organischen Synthese. Aufbewahrung in Flaschen mit Glas-stopfen. (Vorsichtig!)
t Monochloressigsäure, Acidum monochloro-aceticum. Acide monochloracetique. Mono-ehloracetic acid. CH,CICO,H.
Darstellung. In wasserfreie Essigsäure, welche bis nahe zum Sieden erhitzt ist, wird~ unter dem Einfluss des Sonnenlichtes oder bei Gegenwart von Jod — trockenes Chloreingeleitet (10—20 Stunden), bis das Gewicht der Essigsäure um mehr als die Hälfte zu-genommen hat: CH 3 C0. 2 H + CH, = HCl -f CH.CICOoH. Das Reaktionsprodukt wird erhitztund wiederholt fraktionlrt. Die bei 180—188° übergehenden Antheile erstarren beim Ab-kühlen zu Krystallen, welche aus siedendem Benzol umkrystallisirt werden können.
Eigenschaften. Farblose Nadeln oder rhombische Tafeln. In der Kälte geruchlos,in der Wärme erstickend riechend. Schm. P. 62—63°C. Siedep. 185—187°C. Hygroskopisch.In Wasser, Alkohol oder Aether leicht löslich. — Die 5proc. mit Salpetersäure angesäuertewässerige Lösung wird durch Silbernitratlösung nicht sofort getrübt. (Vorsichtig auf-bewahren!)
Anwendung. In Substanz oder konc. Lösung als Aetzmittol bei Warzen, Haut-v erdickungen.
t Dichloressigsäure. Acidum dichloraceticum. CHOL, . CO,H. Durch weitergebendeChlorimng der Essigsäure (s. Monochloressigsäure) zu erhalten. ÖH^O^H-]-2CL. = 2HC1rt" CHOL . CO„H. Bei 0° 0. noch flüssig, bei starker Abkühlung erstarrend. FarbloseFlüssigkeit, spec. Gew. 1,52 bei 15°C. Siedepunkt 190°. (Vorsichtig aufzubewahren!)■Nur selten als Aetzmittel gebraucht.
f Trichloressigsäure. Acidum trichlor aceticum (Germ.). Acide trichloracetique. Tri-