Anwendung von Arzneimitteln auf d. Schleimhaut d. weibl. Sexualorgane. 393
werden, z. B. mittels Endoskop, in Pulver- oder Salbenform mit demAetzmittelträger (porte-caustiques) an die kranke Stelle gebracht.
Cereoli (Kerzchen) in cylindrischer Form, von beliebiger Länge,Durchmesser und Festigkeit, bestehend aus Gelatine und Glycerin,welche Arzneikörper enthalten, können in die Harnröhre wie Bougieseingeführt werden. Sie zerfliessen alsdann, und nach der Einwirkungkann die flüssig gewordene Masse mit dem TJrinstrahle ausgestossenoder mit einer Wasserinjection ausgespült werden, beziehungsweisefliesst sie von selbst heraus. Will man dem Vehikel eine gewisse Festig-keit geben, so mischt man den erwähnten Constituentien etwas Dextrinbei. Dadurch erhalten die Cereoli die Consistenz einer mittelhartenBougie. Diesen Cereoli medieati kann man Tannin, Zinc. sulfur., Argent.nitr. u. s. w. einverleiben.
Z.B.
Bp.
Zinc. sulfur, pur. 0,03.f. c. Gelat. et Glycer. q. s. I. a. cereo-lus longit. centitn. X. et diametr. millim.III. D. tdl. cereol. n" . . . .
Rp.
Argent. nitric. cryst. 0,01f. c. Gelat., Glycer. et Dextr. q.I. a. cereolus u. s. w.
i) Anwendung von Arzneimitteln auf die Schleimhaut der weiblichen
Sexualorgane.
1. Auf die Schleimhaut der Vagina.
Wenn bloss mit der Vaginalschleimhaut ein medicamentöserStoff in Verbindung gebracht werden soll, so bedient man sich gewöhn-lich nur der Application in flüssiger Form. Dieser Contact wird durchdie verschiedenartigen Infusionsapparate und Douchen mit passenderCanüle vermittelt. Auch hier kommen die schon mehrfach erwähntenantiseptischen, adstringirenden und ätzenden Flüssigkeitenzur Anwendung (Lös. von Alaun, Tannin, Salicylsäure, Borsäure, Chlor-zink, Zinkvitriol, Carbolsäureund Höllenstein). Bei der Dosirungbrauchtman nicht so ängstlich zu sein, wie bei der Behandlung der Blasen-und Urethralschleimhaut, da die Empfindlichkeit eine geringere ist undder Abfluss der injicirten Flüssigkeit sofort erfolgt. So können Phenol-lösungen zu 2—3°/o, Alaun- und Zinksalzlösungen zu 1 °/o u. s. w. ge-nommen werden.
Will man während des Aufenthaltes in einem Bade oder Sitzbadedie Badeflüssigkeit mit der Vaginalschleimhaut in Berührung bringen,so wendet man hierzu die ganz passenden gefensterten Bade-specula an. —
Auch sind hier die (theueren) Vaginalkugeln (s. S. 360) zu nennen.