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Arzneiverordnüngsi.ehre. Specieller Theil.
2. Auf die Portio vaginalis.
Von jeher hat man Pulver (z. B. 1 Alaun oder Tannin mit 1 Amyluni)mittels Tampons von Watte oder Charpie gegen die Portio geführt,was auch noch jetzt geschieht. Neuerdings werden Tampons aus Gazeund Aehnlichem eingeführt, welche mit Medicamenten impr'ägnirt sind,z. B. Jodoform- und Dermatolgaze, Tampons mit Borglycerin (1 : 10),Sublimat und Aehnlichem. Genauere Methoden stehen zur Verfügung,wenn man sich gleichzeitig des Mutterspiegels bedient. Auf die krank-haft veränderte Partie kann sodann durch Pinselung, durch Anpressenvon Schwämmen und Tampons, welche mit Arzneikörpern getränktsind, eingewirkt werden, wobei man sich stärkerer Concentrationen be-dienen darf, als oben für die Scheide genannt sind; namentlich könnenso auch förmliche localisirte Aetzungen u. s. w. vorgenommen werden(Chlorzink, Liq. Ferri sesquichlorati, Acid. nitr., Plumb. acetic. u. s. w.).
3. Auf die innere Fläche des Uterus.
Unter den in der gynäkologischen Klinik zu erlernenden Vorsichts-maassregeln können mittels (BRAUN'scher) Uterusspritze oder eineswatteumwickelten „Uterusstäbchens" Arzneistoffe auf die innere Flächedes Uterus applicirt werden. Am häufigsten gilt es Blutungen zu stillen:Liquor ferri sesquichlorati im Verhältniss von 1 auf 3 Aqua destillataoder selbst pur, ferner Jodtinktur, pur. Bei intensiven Katarrhen wer-den die obengenannten Adstringentien und selbst leicht ätzende Lö-sungen in geringen Mengen eingespritzt, — event. auch Ausspülungenmit diesen Lösungen vorgenommen. Im Puerperio kann dann der leichtzugängliche, weite Uterus mit analogen Lösungen, wie oben für dieScheide angegeben wurden, ausgespült werden.
Zur Anwendung von Arzneistoffen in trockener Form wählt manam besten die Stiftform. Die hierfür passenden Stifte können inschon mehrfach besprochener Weise aus Gelatine, Glycerin und einemder erwähnten Medikamente, Dermatol, Jodoform, Alaun, Zinkvitriol,componirt werden; die gebräuchlichsten sind (billig) im Handverkaufezu haben. Ein Stylus s. Bacillus von 5—8 cm Länge wird mittels einerZange, nachdem der Muttermund durch einen Mutterspiegel zugänglichgemacht worden, unter sanftem Drucke durch den Cervicalcanal in dieUterushöhle eingeführt und darin nur eine Zeit lang oder ganz liegengelassen.