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AnTHELMINTHICA. \ ERMIFUGA.
0,01 (bis 0,03) prodosi, 2—3mal täglich zusammen mit Calomel, in Pulverform,
Pastillen und Aehnliehem: gegen Oxyuren auch in Suppositorien und Clysma. Ad0,1!, pro die ad 0,3! (Ph. Helv.: d. m. s. 0,05 g, d. m. pro die 0,25 g.) — PastilliSantonini enthalten je 0,025.
BMzonia Filicis (Radix Filicis maris), Farnwurzel.
Das Farnkraut Aspidium (s. Polystichum) Filix mas ist eine in den Waldregionenmittlerer Klimate sehr verbreitete Pflanze. Der ausgewachsene Wurzelstock ist 5bis 10 cm dick und bis 30 cm lang, der ganzen Länge nach mit ziegeldachartigen,gedrängten, aufsteigenden Wedelstielresten besetzt. Frisch sind die Wedelstieleaussen braun, der Wurzelstock inwendig grün, im Alter und beim Trocknen zimmt-braun. Die frische, saftige Wurzel ist fast geruchlos und hat einen süsslich ad-stringirenden Geschmack (nur frisch zu verwenden).
Aus dem Wurzelstock wird ein ätherisches Extract (zu etwa 8 °/o)dargestellt, welches den gegen Bandwürmer (auch Anchylostoma) wirk-samen Bestandtheil enthält: es ist dies die Filixsäure, C 36 H 42 0 13 ; inkrystallisirtem Zustande (Anhydrid) unbrauchbar, nur in gelösterForm resp. als amorphe Filixsäure zu gebrauchen. Sie ist — was beieinem Anthelminthicum natürlich sehr werthvoll ist — im Darmcanaleleicht löslich, aber schwer resorbirbar, wenn nicht Oele und Fett an-wesend sind, daher denn auch gleichzeitig Ricinusöl nicht darzureichenist, wenn Intoxicationen vermieden werden sollen. Diese bestehen beimMenschen in Erbrechen, Durchfall, Trismus, Krämpfen, Schweiss, Amau-rose, Icterus, Benommenheit, Coma. — Bei Vermeidung von Oelen u. s. w.dürfte 0,5 der Filixsäure eine zulässige — aber noch auszuprobirende —Dosis sein.
Die Farnwurzel war schon im Alterthume als Bandwurm abtreiben-des Mittel bekannt, wurde eine Zeit lang vergessen, kam dann wiederin Aufnahme; im 16. und 17. Jahrhundert erschien eine Reihe von Ge-heimmitteln gegen Bandwurm, welche offenbar sämmtlich Präparatedieser Wurzel waren.
Präparate : Man kann die Wurzelmasse gepulvert zu 3,0 pro dosi mehrmalstäglich geben; weit besser aber ist das Extractam Filicis (aethereum) (Cons.L),dünnflüssig, grünbraun; zu 3—5,0 (—10,0) (Ph. Helv.: d. m.pro die 10g) in Emul-sion, Pillen oder Latwergen. (Theuer!)
Flores Koso (Pb. Helv.: Flos Kosso); Flores Brayerae, Kousso,
Cusso, Koso.
Die Blüthen von Hagenia Abyssinica (Willi).), auch Brayera anthelminthica(Kükth) genannt, einer schönenRosacee,welche in den gebirgigen TheilenAbessiniensvorkommt und eine Höhe von 20 m erreichen kann. Koso wurde seit langem inAbessinien von den Eingeborenen gegen Eingeweidewürmer angewendet. Dieanthel-minthischen Wirkungen wurden von Brayek, einem französischen Arzte in Constan-tinopel, constatirt. 1850 kamen Kosoblüthen nach Europa.