Cortex Granati, Granatrinde.
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Die Blüthen haben einen theeätmlichen Geruch und einen bitteren, aromatischenGeschmack.
Es sind mehrere angeblich gut wirksame Stoffe aus den Blüthenextrahirt worden; das harzige Koussin, das aus diesem extrahirte Kosin,die Kousin-(Kossin-)säure, Kosotoxin (letzteres, wie es scheint, daswirksamste). Nach den bisherigen Erfahrungen zeigen sich indessechte frische Kosoblüthen wirksamer und billiger. Von den Blüthenbedarf es 15—30,0 zu einer Bandwurmabtreibung; man lässt dieseQuantität innerhalb 2 Stunden, in (compr.) Pastillen, minder gut mitSirup oder Latwerge gemischt, nehmen und darauf ein Abführmittelfolgen. (Ziemlich theuer.)
Cortex Granati, Granatrinde.
Die Wurzel des schönen Granatbaumes (Punica Granatum) (L.) war schon vonCelsüs (im Beginne der christlichen Zeitrechnung) in Form von Abkochung gegenBandwurm empfohlen worden, kam dann in Vergessenheit und wurde erst im An-fange des XIX. Jahrhunderts wieder zu Ehren gebracht. Der wirksame Bestand-theil liegt in der Rinde der Wurzel und ebenso des Stammes. Es ist dies dasAlkaloüd Pelletierin, CgH^O (ausserdem sind noch mehrere minder wirksame undindifferente Alkalo'ide u. s. w. gefunden). Die gleichzeitig massenhaft vorhandeneGerbsäure ist zu beachten, da sie die Resorption des Pelletierin im Magen unddadurch Intoxication verhindert. Auch hier wird vor gleichzeitiger (oder baldnachfolgender) Darreichung von Ricinusöl gewarnt, da in ihm Pelletierin löslichist (vergl. Santonin); also lieber Senna, Salze u. s. w.
Während Tänien u. s.w. in l°/oiger Kochsalzlösung, der l°/oo Soda
zugesetzt ist, Tage lang bei 37° lebend bleiben, sterben sie binnen
10 Minuten, sobald der Flüssigkeit Pelletierin 1 : 1000 beigegeben wird.
Bei Fröschen und Säugethieren erzeugt es (in relativ grossen Gaben)Reflexkrämpfe. Bei Menschen kann Schwindel, Nebelsehen, Erbrechenauftreten.
Dosen: Pelletierinum sulfuricum oder tannicum (beide nicht offic.) zu0,5 mehrmals mit halbstündigem Intervalle in Pulverform unter Beifügung vonAcid. tannicum. — Cortex Granati, am besten im Macerationsdecoct 50 bis60,: 200,0, binnen einer Stunde zu trinken.
Kamala (Kamela, Glandulae Bottlerae). Die dunkelrothen Drüschen undBüschelhaare der Kapseln von Mallotus Philippinensis (Müller) oder Rottleratinctpria (Roxb.), einer Euphorbiacee aus Ostindien, sind unter den Bengalen alsKamala bekannt. Erst vor etwa 40 Jahren ist dieses Pulver von englischen Aerztenin Bengalen nach Europa als Bandwurmmittel gesandt worden.
Kamala hat das Aussehen eines dunkelrothen Ziegelmehles und enthält zu 80 °/oeine resinöse Substanz. Aus ihr ist eine gelbe, kristallinische Masse, Rottlerin,dargestellt.
Kamala wird als Bandwurmmittel zu 6—10,0 auf einmal genommen (der Effectsoll angeblich nur auf mechanischem Wege entstehen).
Nuces Arecae, Betelnässe (nicht offic). Die Samen von Areca Catechu (L.),einer grossen Palmenart, welche in den wärmeren Gegenden der indischen Halbinsel,auf Ceylon und den Philippinen kultivirt wird. Sie wurden schon lange in Indienals ein die Digestion förderndes Mittel gebraucht. Die Eingeborenen kauen die