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AxTHELMKJTHICA. VeRMIFUGA.
Ausser diesen Wurmarten ist in neuerer Zeit noch das Anchylostoma duodenalevon Bedeutung geworden, indem dieser kleine Nernatodenwurm, welcher sehaaren-weis im Duodenum und oberen Theile des Dünndarms seinen Sitz hat, gefährlicheund hartnäckige Anämien veranlasst, wie solche namentlich bei den Arbeitern amGotthardtunnel (in neuerer Zeit in Mitteleuropa ziemlich weit verbreitet) beob-achtet worden sind. Uebrigens hat schon Griesinger diese Wurrnart als Ursacheder ägyptischen Chlorose nachgewiesen.
Manche Vermifuga tödten die betreffenden Parasiten vielleicht überhaupt nicht.sondern verjagen sie nur; aber auch bei parasiticiden Mitteln kann es jedenfallsvorkommen, dass der Wurm nur geschwächt, betäubt ist; daher stets kurz nachheroder gleichzeitig ein Abführmittel zu reichen ist.
Zu beachten ist, dass Menstruation, Gravidität, Lactation, Schwächezuständedie Vornahme einer Wurmkur contraindiciren.
Schema: 1) Gegen Cestoden (Proglottiden):Rhizoma Filicis,Cortex Granati,Flores Koso,Kamala,Nuces Arecae.2) Gegen Nematoden;
Santonin, gegen Ascaris und Oxyuris; gegen Oxyuren imRectum, an Anus, Vulva locale Behandlung, eventuell Clys-mata, Salben u. s. w.
Flores Cinae (Semen Cinae), Wurmsamen.
Die Blüthenknospen einer Artemisiaart; A. Cina (maritima oder jjauciflora) [?].Die beste Handelssorte ist Flores Cinae Levanticae (irrthümlich: Semen CinaeLevanticum); sie werden in Turkestan, den südwestlichen Theilen des asiatischenRussland und der Bucharei gesammelt und durch Karawanen in Säcken von 40bis 80 Kilo an die russische Grenze gebracht. Die sehr feinen Blüthenkörbchen,welche mit Bruchstücken von Blättern und Aestchen vermischt sind, haben eineneigenthümlichen widrigen Geruch und bitteren aromatischen Geschmack. Diesesog. Wurmsamen enthalten 2—3 °/o ätherisches Oel, welches ihnen den eigenthüm-lichen Geruch und Geschmack gibt und wohl auch an der Wirkung sich mit be-theiligt. Als wirksames Princip ist in ihnen zu l l /i —2°/o Santonin C|5rl 1 §0 3 ent-halten. Das Santonin bildet weisse rhombische Krystalle, welche an der Luft unddem Lichte eine citronengelbe Farbe bekommen, ohne dass dadurch ihre Zu-sammensetzung oder Wirkungsfähigkeit leidet; es ist fast unlöslich in Wasser,1 : 5000, löslich in Alkohol und Aether, auch in Fetten und Oelen; es ist das innereAnhydrid der Santonsäure, in welche es durch Einwirkung von Alkali — unterSalzbildung — übergeführt wird. Diese Säure ist vermuthlieh ein Derivat desHexahydronaphthalins, mit der Oxypropionsäure in einer Seitenkette (und ausser-dem mit zwei CHg-Gruppen). Die Lösungen der santonsauren Salze haben einenunangenehmen bitteren Geschmack.
Physiologische Wirkung. Santonin passirt, wenn nicht gelöst, wohlzum grössten Theile unresorbirt den Darm und wird mit den Fäcesentleert. Der resorbirte Antheil, bei kleineren Dosen ohne jede Wir-kung, wird in modificirter Form mit dem Harne 1 ), den er gelbfärbend
*) Es soll auch mit dem Darmsafte ausgeschieden werden,Injection von santonsaurem Natrium vermifug wirken könne.
so dass subcutane