Alkohol absolutus, Spiritus, Alkohol, Aethylalkohol.
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Schwäche veranlasst und uns den Gebrauch unserer Glieder zu Arbeit,Vertheidigung, Erwärmung u. s. w. behindert, so ist kaltes Bier alsReizmittel absolut ungeeignet, wohl aber ein ebenso kalter Schnaps.Jenes erzeugt im Magen um so mehr Kältegefühl, als es, um gleicheMengen Alkohol zu bieten, in grossen Mengen getrunken werden müsste;das Kältegefühl erzeugt refiectorisch Verstärkung des zu bekämpfendenKrampfes der Hautarterien.
Das starke subjective Wärmegefühl, wie es durch Spirituosanur dann erzeugt wird, wenn sie über 30 oder 40 °/o Alkohol und ausser-dem sonstige Excitantien (z. B. ätherische Oele) enthalten, beseitigtjenen lästigen Gefässkrampf. Umgekehrt genügt ein subjectivesKältegefühl, um ihn hervorzubringen. Wir haben es bei diesem Ge-fässkrampfe mit einer übereifrigen und hierbei oft nutzlosen und selbstschädlichen Regulationsvorrichtung zu thun; freilich spart der Körperdem drohenden Wärmeveiiuste gegenüber auf diese Weise Wärme:indessen kann eine Verklammung der Hände und Füsse — und einedadurch entstehende Schwäche, Hilflosigkeit und Ohnmacht grössereGefahren, z. B. Erfrierung, drohen, als das momentane Sinken der Körper-temperatur um vielleicht einen halben Grad Celsius, den wir durch leb-hafte Körperbewegung schnell wieder einbringen könnten. Rechnet manhierher die Compendiosität des Schnapses, so ist der Werth diesesReizmittels (vom Missbrauche s. weiter unten) für solche, die im Freienbei nasskalter AVitterung ein heisses, minder berauschendes Getränk(womöglich Kaffee oder Thee) der Sachlage nach sich nicht beschaffenkönnen, ein ungemein grosser, und kaum dürfte an die Stelle desSchnapses etwas gleich Geeignetes dann gesetzt werden können.
Vermuthlich kommt im Anfange der Wirkung zulässiger Gaben alko-holischer Getränke ähnlich wie nach Amylnitrit eine Erweiterung derHirnarterien zu Stande, was neben der Anregung der Blutcirculationüberhaupt — bei Schwächezuständen, Ohnmächten und Aehnlichemnützlich sein muss.
Bis hierher sprachen wir von Excitans, von der Erfüllung einer be-stimmten Indication. Wo diese Indication nicht vorliegt, wo sogar Con-traindication besteht, sind diese Excitantien zu verwerfen. KindlichesAlter und vieles Andere sind absolute Contraindicationen. Die der Ex-Station nachfolgende Depression des Centralnervensystems und derkörperlichen Leistungsfähigkeit, die Abnahme der Widerstandskraftgegen passive Abkühlung (Erfrieren) und Ueberhitzung (Hitzschlag beiMärschen) (s. S. 35) und vieles Andere mahnen zur grössten Vor-sicht und Zurückhaltung. Wer noch lang dauernde Anstrengung vor sich
Cloetta-Filehne, Arzneimittellehre. 10. Aufl. 20