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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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ExCITANTIA. AnALEPTICA.

und psychisch das Centrainervensystem gleichzeitig derart beeinflusstwird, dass es begünstigend auf die Blutcirculation wirkt und hierdurcheinerseits die Blutversorgung der Haut, andererseits indirect auch wiederdie Schnelligkeit der Resorption steigert. Deshalb wirken bei gleicherAlkoholdosis in dieser Beziehung gewisse spirituöse Genussmittel vielstärker, als beispielsweise eine wässrige 5- oder 10 °/oige Alkohol-lösung. Most und Champagner (s. unter C0 2 ) treiben das Blut haupt-sächlich deshalb so sehr durch die Wangen, weil die C0 2 als Reiz dieResorption des genossenen Getränks beschleunigt. Bei Punsch undGlühwein sind es der Wärmereiz und die zugegebenen stärkerenaromatischen Stoffe, welche die Resorption schneller erfolgen lassen.Aber eben diese den alkoholischen Genussmitteln gewissermaassen bei-gemengten „Reize" sind es auch, welche als Lebensreize auf das Cen-tralnervensystem und hierdurch auf die Psyche anregend und so dieTriebkräfte für die Blutströmung steigernd wirken u. s. w. Der Wärme-reiz, nicht die eingeführte geringe Wärmemenge ist es, welche dieheissen Spirituosen Getränke (das Gleiche gilt für Kaffee und Thee, fürFleischbrühe u. s. w.) besser und schneller „erwärmend" wirken lassen.Denn jene winzigen Wärmemengen, welche ein Glas Glühwein (oderBouillon) abgibt, indem es im Magen von 50° C. auf 37° abgekühltwird, bedeuten bei der grossen Wärmecapacität der thierischen Gewebeund des Blutes nichts: wenige kräftige Muskelbewegungen würden vielmehr Wärme liefern. Je näher die Temperatur eines Getränkes unsererEigenwärme liegt, um so reizloser und um so unerwünschter ist sie demErwachsenen, welcher der Reize bedarf, während der Säugling beidirect eingesogener Muttermilch (37,5 °) am besten sich befindet. Ge-tränke von ca. 50 — 60° (viel heissere sind natürlich unerträglich) undca. 5 —10 ° (viel kälter sind sie wieder unangenehm) stellen im Allge-meinen die Optima des Wärme- resp. Kühlungsreizes vor, welche imconcreten Falle sich nach dem Gefühle körperlichen Bedürfnisses vonErwärmung oder Abkühlung, besonders aber nach der möglichstenEntfaltung der sonstigen dem alkoholischen Getränke innewohnendenReize (Aroma, Kitzel der perlenden C0 2 u. s. w.) zu richten haben,daher denn jede Weinsorte ein besonderes Temperaturoptimum auf-weist. Auch werden schon an und für sich Getränke, die (s. oben)starkes subjectives Wärmegefühl im Magen erzeugen (Schnaps, Cham-pagner), niedriger temperirt werden können, als solche entgegengesetzterArt (Bier, Rothwein u. s. w.). Sind ferner bei Nasskälte die Hautarterienstark contrahirt und erzeugen jenen peinlichen und in vielen Lebens-lagen geradezu verhängnissvollen Zustand der kalten Hände undFüsse(Klammheit), welcher Uebelbefinden und bis zu Ohnmächten gehende