A. Damientleeruiig befördernde Mittel. Abführmittel.
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Gaben recht drastisch wirken sehen. Rhabarber, Mannit, die salini-schen Abführmittel, Ricinusöl, Calomel sind Beispiele der milderen, —Coloquinthen und namentlich Crotonöl der drastischen Abführmittel;Senna, Jalape, Aloe bilden in der genannten Folge den Uebergangvon den Aperitivis zu den Drasticis.
Physiologische Wirkung. Die Stuhlentleerung — bei den meistenGesunden etwa alle 24 Stunden lmal erfolgend — wird schon phy-siologisch und zumal pathologisch mannichfach beeinflusst. Abgesehenvon den psychischen Einflüssen (s. bei Morphin) ist die ganze Lebens-weise — einschliesslich Essen, Trinken, Bewegung, Schlaf — in dieserBeziehung bestimmend. So kann man bei habituellen Verstopfungenin der Mehrzahl der Fälle ohne Medicamente durch passende diätetischeMaassregeln die Trägheit des Darmes überwinden. Viele Personendürfen ihre, wie man sagt, „sitzende Lebensweise" nur aufgeben, umkeines Abführmittels mehr zu bedürfen; bei manchen führt aber um-gekehrt körperliche Unruhe und vieles Gehen zu Verstopfung, — dienöthige Ruhe dagegen zur Norm; angestrengte geistige Arbeit wirktoft verstopfend, — geistige Ruhe ist dann das Heilmittel. Noch be-stimmender ist Nahrung und Getränk: ein kalter Trunk des Morgensnüchtern, — Butter zum ersten Frühstück, — Obst und Compot beiden Hauptmahlzeiten, — Moselwein oder Bier als Getränk, — eineTasse starken Kaffees sind oft ausreichende Maassregeln. Auch genügtoft das Verbot stopfender Genussmittel und Speisen, z. B. Rothweine,Amylaceen in zu reichlicher Bevorzugung und Aehnliches mehr. Aberselbst da, wo diätetische Maassregeln nicht hinreichen, ist zur Erzie-lung von Stuhl die Darreichung von Abführmitteln keineswegs dieeinzige ärztliche Methode: die Massage des Cöcums und der Fossailiaca sinistra — ferner die Application eines Clysma, insbesondereauch eine Einspritzung von nur 2,0 Glycerin (s. dieses) ins Rectum, —können zuweilen den Vorzug verdienen. Doch werden wir unten Zieleund Gelegenheiten kennen lernen, welche eine reichere Auswahl phar-makologischer Abführmittel nöthig machen. —
Wenn in der Norm der Mageninhalt in den Dünndarm übergetretenist, so dauert es etwa 3 Stunden, bis der nicht resorbirte Theil im Cöcumanlangt; rechnen wir für den Aufenthalt im Magen etwa 5 bis 6 Stun-den, so bleiben ungefähr 15 Stunden für den Aufenthalt im Dickdarme.Ein Mittel kann einen Stuhl, der sonst nicht eingetreten wäre, nur da-durch herbeiführen, dass es irgendwo befördernd eingreift, — ob directoder indirect, bleibe vorläufig dahingestellt. Nun haben wir Mittel,welche nur am untersten Abschnitte des Dickdarms eine Beschleunigungder Inhaltspassage veranlassen — wie Aloe und Coloquinthen; anderer-