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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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Ev'ACÜANTIA.

seits gibt es Stoffe, die überall im Darme — vom Duodenum angefangenbis zum Rectum — eine Beschleunigung dieser Bewegungen bedingen.Für eine Gruppe dieser letzteren Kategorie, die Salina (z. B. Glauber-salz), war von einem Forscher bei Pflanzenfressern constatirtworden, dass sie nicht direct den Dünndarm dieser in vermehrte Be-wegung bringen, sondern nur deswegen wird hier die Fortbewegungschneller, weil der Inhalt dünnflüssiger und daher beweglicher ge-worden ; indess hat sich ergeben — und dies dürfte auch für den Men-schen gelten, der gegen Salze nicht wie Pflanzenfresser abgestumpft,sondern wie Carnivoren empfindlich ist (s. S. 158) —, dass bei Fleisch-fressern sowohl die Geschwindigkeit der Bewegung, als auch die vonder (Dünn- und Dick-) Darmmusculatur hierbei entwickelte Kraft-leistung unter dem Einflüsse der abführenden Salze zunimmt. Dies giltnunmehr für alle Mittel, aber nur bezüglich bestimmter, im Ein-zelnen von uns zu nennender Darmabschnitte. — Beschleunigung derBewegung ist aber keineswegs für alle Mittel die einzige Wirkung; sieist bei vielen nur einer der Factoren der Abführwirkung. Zwar Aloein massiger Dosis scheint ausschliesslich dadurch zu wirken, dass sieden untersten Dickdarm in flottere Peristaltik bringt: aber weitaus diemeisten Mittel wirken noch auf anderem Wege. Die Ausleerung istmeistens flüssiger als in der Norm; dazu genügte freilich, dass derDünndarminhalt im Dickdarme nicht die nöthige Zeit zur Eindickungbekäme: Dünndarminhalt an sich sieht wie diarrhoischer Stuhl aus;würde er schnell durch den Dickdarm getrieben, so müsste er fast un-verändert, also dünnflüssig, entleert werden. Indess ist doch nunmehr Ifür die meisten Abführmittel — voran für die abführenden „ Salze", fürlCalomel (Sublimat) und für die Drastica sichergestellt, dass sie die S e- ,c r e t i o n des Darmsaftes (vermuthlich auch des Pankreas) vermehren |und auf diese Weise den Darminhalt verflüssigen, und dass bei stär- 'kerenConcentrationen der Lösungen abführender Salze, sowie bei gros- Jseren Gaben der „Drastica", wie man aus den Quantis der abgeschie- jdenen Flüssigkeit und nach deren Gehalt an Blutsalzen, Eiweiss u. s. w.entnehmen kann, sogar eine Transsudation und Exsudation eintreten vkann. Für die abführenden Salze, die sämmtlich, soweit sie energischeLaxantien sind, eine geringe Diffusibilität und demnach ein hohesendosmotisches Aequivalent besitzen, spielt hier ausser dem „Reiz",den sie auf die Darmschleimhaut ausüben, die von ihnen veranlassteDiffusion zunächst eine untergeordnete und durchaus nicht entschei-dende Rolle. Aber gerade der „Reiz", den sie auf Secretion und Peri-staltik ausüben, dürfte auf dieser Diffusion beruhen. So sehen wir(s. unter „Resolventia"), dass das so gut diffusible Kochsalz, welches