Kaliumhydroxyd, Aetzkali. Aetzkalk.
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mittein die besten und eignen sich besonders zur Zerstörung von kleinenNeubildungen auf der Haut, wie Warzen, Epitheliome, Condylome,Muttermäler. Werden solche Neubildungen mit Chloressigsäure einigeMale bestrichen, so imbibirt sich das Gewebe, wird weiss und quillt auf;nachher trocknet die so veränderte Stelle zu einer braunen Masse ein;es bildet sich eine Kruste, welche in einigen Tagen abfällt und zwar inder Regel ohne Eiterung zurückzulassen. Zuweilen ist Wiederholung
dieses Eingriffes nothwendig.
Acidum lacticum (Milchsäure) (annähernd 75°/oig) ist zumAetzen von diphtherischen Belägen und tuberculösen Geschwüren em-pfohlen worden; in Lösungen von 1—50 °/o (bis 80 °/o sogar) benutzt,— ist auch antiseptisch.
Zu nennen ist noch: Carbolsäure.
Kali causticum fusum (Ph. Helv.: Kalium hydricum),Kaliumhydroxyd, Aetzkali KOH.
Dieses in Stangenform gegossene Präparat, welches an der Luftrasch Wasser und Kohlensäure anzieht, wird selten mehr als Aetzmittelgebraucht. Es lässt zunächst dasEiweiss quellen und löst es dann. Des-halb und weil kein „Schorf" entsteht, kommen die Kaliumionen tief indie Gewebe hinein und machen eine Begrenzung des Aetzungsbezirksdem Arzte schwierig oder gar unmöglich. Die Aetzung ist sehr schmerz-haft. Zur Ausätzung von Schlangenbisswunden vielleicht besondersgeeignet. Officinell ist auch noch der Liquor Kali caustici, ca.15 °/o Kai. c. (Pb. Helv.: Kai. hydric. solutum, 33 °/o) enthaltend.
Liquor Natri caustici, ca. 15> Natriumhydroxyd NaOH (Aetznatron) ent-haltend (Ph. Helv.: Natr. hydric. solutum, 33°|o).
Calcaria usta (Ph. Helv.: Calcium oxydatum), Aetzkalk.
Der Aetzkalk für sich allein wurde fast nie verwendet, dagegen die Mischungmit Kali causticum fusum, bekannt unter dem Namen Wiener Aetzpaste (Ph.Helv.: Pulvis causticus, beide Substanzen zu gleichen Theilen). Dieses weisse,rasch Wasser anziehende Gemenge wurde früher vielfach zur Eröffnung von Drü-sen- und Congestionsabscessen gebraucht. Man befeuchtet es mit Wasser oder ver-dünntem Weingeist, bringt die breiige Masse auf Watte oder Charpie und legtsie auf die betreffende Hautstelle. Nach einigen Minuten entsteht ein heftigerSchmerz; es bildet sich eine tiefgehende Aetzung der Haut, und bei der Ablösungdes Brandschorfes kommt es zur Entleerung der Abscesshöhle. Dieses schmerz-hafte und umständliche Verfahren ist nach und nach fast ganz fallen gelassenworden. — Als Desinficiens für Typhus- und Choleradejectionen ist Kalk brauch-bar, da er schon zu l /t "/oo"- 1 /« °/o die betreffenden Bacillen abtödtet. Es wäre etwa2'/2 °/o roher ungelöschter Kalk in praxi den Dejectionen zuzufügen.
Nach Schütteln der zuvor mit 4 (Ph. Helv.: 5) Thln. Wasser gelöschten Calcaria