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RUBEFACIENTIA. VesICANTIA. CaüTERIA.
gegeben werden, weil sie das Cantbaridin lösen und so seine Resorption befördernwürden. Durch reichliches Getränk, Infusion u. s. w. ist möglichste Diluirung desHarns und also ausgiebige Diurese zu erstreben. Im Uebrigen ist symptomatischzu behandeln (Mucilaginosa, später Opium u. s. w.).
Vergl. noch: Tartarus stibiatus und Ol. Crotonis als Hautreizmittel.
C. Cauteria. Aetzmittel.
Man hat das Cauterium actuale, die Hitze (für die das Glüh-eisen, die Moxa und in neuerer Zeit die Galvanokaustik zur Verfügungstehen) und das Cauterium potentiale, welches die zerstörendeWirkung auf das Gewebe durch chemisch wirkende Substanzen hervor-bringt, unterschieden. Im einen wie im anderen Falle kommt es zueiner Zerstörung der Gewebe, bald rascher, bald langsamer, zur Bildungeines ßrandschorfes und eventuell einer reactiven Entzündung in derUmgebung, welche zur Ablösung des Brandschorfes mit Hinterlassungeiner eiternden Fläche führt, die je nach Intensität der Wirkung oftmehrere Wochen zu ihrer Vernarbung erfordert.
Unter den chemisch wirkenden Stoffen sind zu erwähnen:
Acida concentrata (vergl. S. 170 ff.).
Von diesen wird zuweilen die Salpetersäure (Acidum nitri-cum und Ac. nitric. fumans, letzteres enthält Stickstoffdioxyd) alsAetzmittel angewendet. Sie wirken durch Wasserentziehung, durchCoagulation der Eiweissstoffe und durch Nitrirung, indem die Prote'in-stoffe in gelbe Nitrokörper („Xanthoproteünreaction") übergeführtwerden, man macht jedoch selten von ihnen Gebrauch.
Zu nennen sind noch von Mineralsäuren: Acidum hydrochlori-
cum (reine Salzsäure) (25°/oige Lösung); Acid. phosphoricum
(wird nicht als Cauterium benutzt) ;Acidumsulfuricum (94—98 °/o)
und Acid. sulfur. crudum (ebenfalls als Cauterium). — Acid. hydro-
bromicum (25°/oige Lösung). —
Zu nennen sind noch Brom, Jodtinctur, Aqua chlorata, UnterchlorigeSäure, Schweflige Säure und Osmiumsäure.Acidum chromicum s. S. 172.
Acidum aceticum (glaciale) bewirkt eine rasch eintretendeAufquellung und Zerstörung des Gewebes. Diese Eigenschaft kommtin noch höherem Grade den Chloressigsäuren zu, von denen esdrei gibt, nämlich: Mono-, Di- und Trichloressigsäure (nicht officin.);die beiden letzteren wirken am stärksten, sie sind unter den Säureätz-