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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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Adstringentia.

Thatsache scheitern, dass die äusseren Schichten der Arterie in Folgevon Aetzung bereits in ein starres, der Erweiterung unfähiges Rohrumgewandelt sind, bevor das Mittel in der zur Erweiterung hinreichen-den Menge die Nervmuskelschicht erreicht. — Styptisch wirkt Argent.nitr. im Experimente von 1 °/o an, sehr feste zähe Gerinnsel bildend bei

10°/(

Antiseptisch von etwa 0,1 — 0,2°'oo an.

Beim Verschlucken von Höllenstein in Substanz oder concentrirter Lösung gibtes innerliche Aetzungen mit deren Consequenzen. Behandlung solcher Ver-giftungen: Nachtrinken von concentrirten Kochsalzlösungen (um Chlorsilberzu bilden, das unlöslich ist und nicht ätzt) und von Milch, Eiereiweiss (um Eiweiss-material zur Stellvertretung für das lebende Erweiss dem Gifte zu bieten); danebendann Entleerung des Magens u. s. w.

Therapeutische Anwendung. (Als „Alterans" s.S. 157.) In kleinenDosen, 0,01—0,02, bei Kindern kleinere Dosen (in ^/oiger Lösung,bei Erwachsenen in Pillen), wird Höllenstein innerlich (auch per Clys-ma) angewendet, als local wirkendes Adstringens; bei subacutenund chronischen katarrhalischen Affectionen der Darm-schleimhaut mit Diarrhöen. — Soll Arg. nitr. in Clysma gegebenwerden, so bereitet man Lösungen von 0,2—0,5°/o mit oder ohne Zu-satz von Gummi und Opium.

Oertlich werden Höllensteinlösungen angewendet bei katarrha-lischen und ulcerösen Schleimhautaffectionen der Augen, der Nase, derMundhöhle, der Blase, der Urethra, in der Regel jedoch erst nach Ab-lauf der acutesten Erscheinungen, in Form von Bepinselungenund Injectionen. Bei ganz frischer Gonorrhö zu 0,2°/oo bis höchstens0,5°/oo, mehrmals täglich, empfohlen. Als prophylaktisches Mittelwerden verdünnte Lösungen von Höllenstein (l°/o) mit Erfolg gegendie Augenentzündung Neugeborner angewendet. Will man den über-schüssigen Höllenstein an der Applicationsstelle rasch neutralisiren, sogebraucht man eine Abpinselung oder Auswaschung mit verdünnterKochsalzlösung. — Bei schlecht heilenden Hautwunden, Erosionen,Geschwüren, Brandwunden wird ebenfalls vielfach Gebrauch von Höllen-stein gemacht. — Als Aetzmittel für diphtherische Flächen. In allendiesen Fällen nimmt man stärkere Solutionen, bis auf 10°/o oder denHöllenstein in Substanz (Cave bei Rachendiphtherie: Abbrechen desStifts und Verschlucken!).

Präparate :

1) Argentum nitricum (Arzneib. f. d. D. R.). (Lapis infernalis) , inStangenform gegossen ad 0,03! ad 0,1 pro die!

(Ph. Helv. Argentum nitricum, wäre in Deutschland mit [nicht offic] „arg.nitr. crystallisatum" zu bezeichnen. Farblose blättrige Krystalle, welche amLicht und bei Gegenwart von Staub, resp. organischer Substanz, bald schwarzwerden; sie enthalten kein Krystallwasser. Max.-Dos. wie im Vorigen.)

(Ph. Helv.: Argent. nitricum fusum [Lapis infernalis], 95 Silbernitrat