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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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215
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Folia Digitalis, Blätter des rothen Fingerhuts.

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Einspritzung eines Digitalisinfuses u. s. w. ausfallen. Hier hängt dieWirkung ganz von der Plötzlichkeit ab, mit welcher die Injectionvorgenommen wird. Bei ganz allmählicher, höchst vorsichtiger Ein-spritzung verlaufen die Dinge hier wie bei interner Application. Wirddagegen sofort ein grösseres Quantum Digitalisaufgusses u. s. w. indie Jugularis resp. ins Herz gebracht, so steht dieses augenblicklichgelähmt in Diastole still, und die secundären Erscheinungen einerplötzlichen Herzlähmung — Dyspnö und Convulsionen — zeigen sich.Bei einem mittleren Grade von Plötzlichkeit und Massigkeit des ein-dringenden Giftes entwickeln sich die classischen sog. drei Stadien derDigitaliswirkung (Traube):

I. Stadium: Hoher Blutdruck und verminderte Pulsfrequenz ganzwie bei innerer Darreichung, resp. wie beim Menschen; da-gegenIL Stadium: Plötzliches Ansteigen der Pulsfrequenz in maximoauf die Zahl, welche das Versuchsobject nach Atropinvergiftungoder unvergiftet nach Durchschneidung der beiden Vagi habenwürde, wobei der Druck zunächst noch steigt, um dann all-mählich unter die Norm zu gehen.III. Stadium: Der Druck sinkt weiter, Arrhythmie und Seltener-werden des Pulses, Erlöschen der Circulation, Schwächerwerdenund Aufhören des Herzschlages (diastolisch), Tod.Beim Frosche: am deutlichsten — wie alle pharmakodynamischenMuskelwirkungen — beim Landfrosche, sog. Rana temporaria (R. fuscaund R. arvalis), weniger klar beim Wasserfrosche (R. esculenta) siehtman unter Digitaliseinfluss Folgendes (Kröten, deren eigenes Gift digi-talisähnlich wirkt, sind fast immun gegen die Digitalis wie gegen ihreigenes Gift): Bei kleinen Dosen tritt oft gar keine Aenderung derPulsfrequenz auf — zuweilen eine geringe Verlangsamung. Die Herz-thätigkeit erscheint verstärkt, kräftiger, ausgiebiger: Die diastolischeErschlaffung ist vollständiger als vorher; der Ventrikel wird grösserund die Diastole liefert mehr Blut für die kommende Systole; die Systoledauert länger als normal, und der Uebergang von dem Zustande derdiastolischen Anfüllung, bei welcher der grosse, ausgedehnte Ventrikeldunkelroth erscheint, zur Kleinheit und hellrosafarbenen Blässe descontrahirten Muskels ist frappanter als in der Norm. — Der Arterien-druck ist um etwa l \i gesteigert.

Wenn wir ein Froschherz ausserhalb des Körpers Arbeit ver-richten, z. B. Blutserum in die Höhe pumpen lassen, dem wir späterDigitalisbestandtheile hinzufügen, so steigt unter dem Einflüsse dieserdie geleistete Arbeit des einzelnen Herzschlages bis zum Doppelten —