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Cardio- et Angiotonica.
stickstofffreies Glykosid (in Galaktose, Dextrose und Digitogenin C15H24O3 ['?]spaltbar). Löst in Wasser das Digitoxin (s. u. 1).4) In den Samen ist nocli das dem Digitalin sehr ähnliche Digitalem enthalten.
Digitalin (und Digitalem) sind im Handel noch nicht rein genug zu haben undzu theuer, während die Blätter bei der cumulirenden Anwendungsweise sichergenug in der Dosirung, zuverlässig in der Wirkung, unvergleichlich viel billigerals jene Körper sind. Dagegen ist jetzt das Digitoxin in einer so zuverlässigen,reinen Handelswaare zu haben und hat sich — unter vorsichtiger Dosirung — so-wohl bei innerlicher Darreichung, als auch namentlich in Clysmaform und subcutangegeben so sehr bewährt, dass dieses wohl die Folia D. einst definitiv verdrängendürfte.
Die gewöhnlich im Handel cursirenden Sorten von „Digitalin" sind unreinePräparate; das NATivELL'sche enthält besonders Digitoxin, das von Homoli.e undQuevenne Digitalin neben Zersetzungsproducten , die meisten anderen neben Digi-toxin hauptsächlich Digitonin u. s. w.
Physiologische Wirkungen. Bitterlicher, kratzender Geschmack,selten stärkere Magen- und Darmreizung. Bei grösseren Dosen zu-weilen Schwindelgefühl, leichte Sehstörungen, Ohnmachtsanwand-lungen, Erbrechen. Am meisten ausgeprägt und constant sind dieBefunde am Circulationsapparat: am gesunden Menschen findet manzunächst an den palpablen Körperarterien eine starke Zunahme derSpannung und dabei eine erhebliche Abnahme der Pulsfrequenz bis zu40 und 30 in der Minute. Bei Fiebernden ist diese Pulsverlangsamungminder ausgesprochen. Werden sehr grosse Gaben genommen, oderfindet in Folge längerer Fortsetzung der Digitalistherapie eine stärkereSummation — eine sog. Cumulirung (s. S. 12) statt, so nimmt spätereinerseits der Druck bis unter die Norm ab, während andererseits dieFrequenz noch weiter sinken kann, und sich Pulsus bigeminus und einegewisse Arrhythmie (Unregelmässigkeit des Herzschlages) zu zeigenbeginnt. Will man dies als zweites Stadium der Digitaliswirkungbezeichnen, so führt eine noch weiter getriebene Digitalistherapie zumdritten Stadium — zu einer wirklichen Intoxication, wo dann nebencerebralen Symptomen (Ohnmächten, Sehstörungen, Schwäche, Con-vulsionen) eine besorgnisserregende Abnahme der Arterienspannung,Schwäche und Arrhythmie des Pulses bestehen und Herzlähmung, tödt-lich werdende Ohnmächten die Scene abschliessen.
Beim Gesunden vermehrt die Digitalis die Diurese nie, meistensvermindert sie diese und kann bei toxischen Gaben sogar zuweilenAnurie erzeugen.
Bei warmblütigen Thieren, speciell bei Säugethieren, zeigt nachinternem Gebrauche der Circulationsapparat bezüglich des Blut-drucks und der Pulsfrequenz die gleichen Erscheinungen wie beimMenschen.
Anders dagegen können hier die Wirkungen nach intravenöser