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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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213
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Folia Digitalis, Blätter des rotlien Fingerhuts.

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Zusatz von Chloroform verhindert werden. In 5 °/oiger Lösung gegen diphtherischeBeläge. Betupfen der Beläge alle 15 Minuten mit der Lösung.

Orexinnm purum und Orexinum hydrochloricum (von opeii? d. i. Appetit)(nicht officin.), salzsaures Phenyldihydrochinazolin, G'jjELj . HC2H3N2 . CglLj (einOhinolin, in welchem das zum N in Metastellung befindliche C-Atom durch einN-Atom ersetzt ist, welches die Gruppe C 6 H 3 trägt, während das zum ersteren Nin Parastellung befindliche C-Atom ein zweites H-Atom trägt), local reizend (daherin Pillenform mit Nachtrinken von Bouillon oder Wasser zu nehmen), steigert inGaben von 0,5 einige Stunden vor dem Essen genommen meistens den Appetitund die Essfähigkeit sehr erheblich und beschleunigt den Verdauungsprocess imMagen. Von manchen wird die freie Base (Or. p.) bevorzugt.

VIII. Gruppe.

CARDIO- ET ANGIOTONICA 1 ).

Folia Digitalis, Blätter des rothen Fingerhuts.

Die Serofulariacee Digitalis purpurea (L.), von welcher die officinellen Blätterstammen, hat eine grosse Verbreitung; sie kommt fast in allen WaldgegendenEuropas vor und wird auch in transatlantischen Ländern gefunden. In den wärmerenLänderstrichen zieht sie sich in die gebirgigen Theile zurück. Fcchs machte siein Deutschland unter dem Namen Digitalis als Arzneimittel im Jahre 1542 be-kannt. 1785 empfahl sie der englische Kliniker Witheking als Diureticum. Erkannte auch ihre pulsverlangsamende Wirkung. Seit jener Zeit von Deutschen undEngländern vielfach an Kranken und im Thierexperimente untersucht, gehört sieheute zu den werthvollsten und übrigens auch beststudirten Arzneisubstanzen..Die frischen Blätter haben einen unangenehmen, getrocknet einen theeähnlichenGeruch; der Geschmack ist bitter und nachher etwas kratzend.

Sie enthält als wirksame Bestandtheile nur Stickstoff lose Körper, keine Alkalo'ide..

1) Digitoxin C2iH3 3 0~, unlöslich in Wasser, löslich in Digitonin (s. w. unten)(oder Saponin) enthaltendem Wasser (geht daher in das Infus über); leichtlöslich in Alkohol, kein Glykosid. Beim Kochen mit verdünnten SäurenToxiresin bildend, das wie Digitaliresin (s. w. unten) sich verhält und in dentrockenen Blättern bereits vorkommt.

2) Digitalin (C5H8O2? oder C25H40O10), wenig in Wasser und Aether, leicht inAlkohol löslich; schwer krystallisirbar, — ein Glykosid (Glykoside sind be-kanntlich Substanzen, welche [durch Fermente oder beim Kochen mit ver-dünnten Säuren oder Alkalien] in eine Glykose [meist Traubenzucker] undeine andere Substanz zerfallen); Digitalin bildet hierbei das harzige Digitali-resin, welches, wie Pikrotoxin, krampfmachend wirkt, wenig Digitalis-wirkung zeigt, übrigens auch schon in den trockenen Blättern enthalten ist.

3) Digitonin C27H44O13 (?), ein dem Saponin sehr ähnliches, örtlich stark rei-zendes, für die eigentliche Digitaliswirkung nicht in Betracht kommendes,

] ) Dieser Name ist in Ermangelung einer landläufigen Bezeichnung von mirneu gewählt, um ein Unterkommen für die Digitalisgruppe zu schaffen („Herz- undGefässtonica"), ist aber vom Lernenden dem Gedächtniss nicht einzuprägen.