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ToNICA.
vielleicht ganz als fettsaure Alkalien, jedenfalls nicht ohne deren Mit-wirkung bei der Emulsionirung, resorbirt werden. — Bei der Bedeu-tung, die man in jüngster Zeit den in den Zellen und Geweben ent-haltenen Fermenten beizumessen gelernt hat, konnte man daran denken,dass auch ein Gehalt an diesen für den therapeutischen Effect desLeberthrans in Betracht kommt. Doch liegen hierfür bisher noch nichtexperimentelle Beweise vor, die günstigen Erfahrungen, die man mitkünstlich hergestellten Gemengen von freier reiner Oelsäure und Gly-ceriden gemacht hat und durch die man den Leberthran wirksam zuersetzen gelernt hat, zeigen, dass dieser im Wesentlichen wohl nurals ein, Dank seiner Zusammensetzung leicht verdauliches, Fett an-zusehen ist, und als Nährstoff, nicht als Arzneimittel zu bewerthen ist.Für das kindliche Alter in den ersten Lebensjahren passt er nicht,da hier offenbar der Verdauungsapparat zu seiner Bewältigung nochnicht eingerichtet ist. Auch Erwachsene, welche an chronischen Ver-dauungsstörungen leiden, ertragen ihn schlecht, bekommen leicht Brech-reiz und Diarrhö, und ebenso erweist sich sein Gebrauch unzweckmässigwährend der warmen Jahreszeit.
Therapeutische Anwendung. Indicirt bei Kindern und Erwachse-nen in einzelnen constitutionellen Leiden, wenn die allgemeine Er-nährung heruntergekommen ist, vorausgesetzt, dass kein Fieber dabeibesteht und die Functionen der Verdauungsorgane nicht erheblich ge-stört sind: Scrophulosis, Rhachitis und einzelne Formen von Anämien;ferner cariöse Processe der Knochen; chronische Gelenkleiden u. Aehnl.Auch soll der Leberthran in gewissen Stadien chronischer Myelitis spi-nalis überraschend gute Erfolge gehabt haben. Bei der Lungenphthisiswird er nicht mehr so häufig angewendet wie früher. Wenn Diabetikerden Leberthran in grösseren Dosen ertragen, so ist er zu empfehlen.
Art der Anwendung und Dosen. Zugleich mit einer Mahlzeit genommen, ver-zögert Leberthran, wie alle Fette in grösseren Mengen, die Verdauung der anderenNahrung, indem er den Speisebrei ölig einhüllt und den Zutritt des Magensafteserschwert. Man gibt ihn daher am besten möglichst lange vor und ebenso mög-lichst lange nach einer Mahlzeit, und zwar kaffee- oder esslöfferweise; ein Stücktrockenes Brod darauf reinigt die Mundhöhle davon am besten. Uebrigens reichtman ihn auch in Gelatinekapseln, in warmer Fleischbrühe, in Thee, Kaffee oderLimonade; in Geleeform (mit Wallrath bereitet) ist der Thran leichter einzunehmenals pur. — Auch gepulvertes Wallrath und Sapo medicatus ist z. B. für Diabetikerals gut vertragenes „Mastmaterial" in analoger Weise empfohlen worden.
Lipaninum, Lipanin. Olivenöl, welchem künstlich 6 °/o freie Oelsäure (analogdem Oels'äuregehalte des Leberthrans [s. oben]) zugesetzt ist, hat sich als wohl-schmeckender Ersatz des Leberthrans bewährt. Theelöffel- bis esslöffelweise 1- bis3rnal täglich; noch etwas theuer.