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brauch geblieben. Coto'm bewirkt eine aetive Erweiterung der Gefässe der Darm-schleimhaut; Paraeoto'in wirkt ähnlieh, nur schwächer. Durch die aetive Erweite-rung befördert es wohl die Resorption und vielleicht den Wiederersatz der ober-flächlichsten Schichten der Schleimhaut; sie sind beide ganz schwach antiseptisch,nicht adstringirend und physiologisch sonst indifferent. Coto'in und Paraeoto'insind wirksame Mittel gegen Diarrhöen und auch gegen Nachtschweisse der Phthi-siker (das „Wie" ist unklar).
Präpahate und Dosen: (Cortex Coto, [nicht offic] zu 0,3 — 1,0 pro dosi, —Tinctura Coto, eine gelbrothe Flüssigkeit [1 : 5], zu 15—30 Tropfen pro dosi).— Coto'inum, am besten in Pulverform, 0,05—0,1 lmal pro die. Paracoto'i-num (beide nicht offic), wirkt etwas schwächer als das vorige, zu 0,1—0,5 1- bisSmal pro die. — Der Preis der beiden letzteren Präparate ist etwas hoch.
Cortex Condurango, Condurangorinde.
Mit dem Namen Condurango wird ein Schlinggewächs bezeichnet, welches inEcuador, Peru, am westlichen Abhänge der Anden in einer Höhe von ca. 1500 mvorkommt. Die Pflanze, muthmasslich Marsdenia Cundurango oder GonolobusCondurango, gehört zu der Familie der Aselepiaceae. Die frische Rinde enthälteinen milchigen Saft, welcher beim Einschneiden (aus der frischen, lebenden) her-vorquillt. Der Geschmack der trocknen Rinde ist etwas bitter und aromatisch.Sie enthält Gerbsäure und Glykoside: „Condurangin" und ein Harzglykosid, die,in Alkohol löslich, in ein wässriges Decoct nicht übergehen.
Südamerikanische Aerzte brachten diese Rinde in Aufnahme; siewurde mit allen Hilfsmitteln der Reclame als speeifischss Mittel gegenSchlangenbiss, Carcinom, Syphilis und chronische Hautkrankheiten,innerlich zu nehmen, empfohlen, — was sich bald als unzutreffend her-ausstellte. Doch lässt sich nicht leugnen, dass sie als Stomachicumgute Dienste leisten kann; sie bringt sehr häufig bei Magengeschwürenund Magengeschwülsten eine wesentliche Besserung hervor, vermindertdie Schmerzen, den Brechreiz und ist eines der besten Mittel zur Ver-besserung des Appetits; sie kann und soll lange Zeit fortgebrauchtwerden. — Im Thierexperimente veranlassen die beiden Glykoside(welche vermuthlich das therapeutisch in Betracht kommende Wirk-same sind) neben Speichelfluss zunächst ataktische Zustände, in grösse-ren Gaben Refiexübererregbarkeit und Convulsionen mit nachfolgenderParese.
Gewöhnlich lässt man 15—20,0 der Rinde in Wasser während 12 Stunden ma-•ceriren und kocht dann das Gemenge 2—3 Stunden lang mit 3—400,0 Flüssigkeit,bis es auf 2 /s oder z \\ des Volums eingeengt ist: täglich 3—4 Esslöffel; diese Me-diation ist aber unzweckmässig (s. oben), wenn die Glykoside das Wirksame sind.Es wären entweder die im Handel erhältlichen Glykoside zu benutzen oder zweck-mässig das Extr actum Condurango fluidum (offic), in gleichen Gabenwie die Rinde; ferner: Vitium Condurango (offic), 1 Rinde auf 10 Xereswein:weinglasweise.