Amara, Bitterstoffe.
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kaltem Wasser (eventuell Zusatz von etwas Kalium carbonicum) und benutzt dieso vom Bitterstoff befreite Droge zum Decoct. Mit Wasser im Verhältniss von1 : 20 gekocht liefert die Droge eine steife Gallerte.
Ausserdem sind noch an Bitterstoffen in Gebrauch E x t r a c t u m T a r a x a c i(Cons. IL) von Leontodon Taraxaeum (Löwenzahn), rein bitter und eine Spur ab-führend, als Pillenconstituens; Lupulin, Hopfenmehl (Ph. Helv.: GlandulaLupuli; in Deutschi, nicht offic), welches durch Reiben und Sieben der Hopfen-zapfen (Strobili Lupuli) gewonnen wird; es enthält eine flüchtige, riechende Sub-stanz und das (saure) Hopfenbitter. Man hat dieser Substanz verschiedene Erfolgezugeschrieben: zunächst wirkt sie als aromatischer Bitterstoff, sodann soll sie aufden Menschen einen sedativen Einfluss, ja sogar einen hypnotischen ausüben;wahrscheinlich hat man aus der zuweilen Schläfrigkeit erzeugenden Wirkung desBieres (vom Alkohol herrührend) auf diese Wirkung zurückgeschlossen. Auch beiErregungszuständen des Genitalapparates hat man es empfohlen; sichere Beob-achtungen fehlen jedoch hierüber. Im Thierexperimente wirkt die sehr leicht zer-setzliche Hopfenbittersäure, ins Blut gebracht, erregend auf die Medulla oblongata(Athmung verstärkt, Pulsverlangsamung vom Vaguscentrum verursacht, leichteErregung der Vasomotion). Bei innerlicher Darreichung würde sie beim Menschenwohl schon im Magen zersetzt werden und nicht wirken. Im Biere sind nur mehrihre bittern, aber sonst unwirksamen Zersetzungsproducte. Lupulin wird in Pulver-form zu 0,6—1,0 pro dosi gegeben.
Ferner werden in Deutschland als Bittermittel folgende Tincturen u. s. w. be-nutzt (in der Schweiz nicht offic):
a) Tinctura amara, bereitet durch Digestion von 50 Thln. Weingeist mit3 Thln. Enzianwurzel, 3 Thln. Tausendgüldenkraut, 2 Thln. Pomeranzenschalen,1 Tbl. unreifer Pomeranzen, 1 Thl. Zitwerwurzel. Eine braune, aromatische undbittere Tinctur. 1—2,0 pro dosi, 10—12,0 pro die, entweder für sich oder als Zu-satz zu sog. stomachalen Mixturen.
b) Elixir amarum, 2 Thle. Wermuthextract und 1 Thl. Pfefferminzölzuckerwerden mit 5 Thln. Wasser verrieben und dieser Mischung 1 Thl. aromatischerTinctur (s. unter „Zimmt") und 1 Thl. bitterer Tinctur zugesetzt. Klar, dunkel-braun, 2—5,0.
c) Elixir Aurantiorum compositum (Pomeranzenelixir). Eine klare,braune, aromatisch und bitter schmeckende Flüssigkeit, welche eine Lösung einerReihe bitter aromatischer Extracte in einer mit Xereswein dargestellten Pome-ranzen- und Zimmtdigestion ist. Zu 5 —10,0.
Diese Elixire ersetzen das früher gebräuchliche Elixir viscerale Hoff-manni und die vielfach im Gebrauche stehenden Magenbitter, Javabitter, Tinct.stomachica Whyttii, Rosensteinii u. s. w.
[Ph. Helv.: Tinctura Absinthii composita s. Tinct. amara: Wer-rnuth 8, Tausendgüldenkraut 4, Galgant, Kalmus, Pomeranzen je 2, ChinesischerZimmt, Gewürznelke je 1, verdünnter Weingeist 100.]
Cortex Coto, Cotorinde. Die erste Sendung Cotorinde kam 1873 aus Boli-via. Man glaubte in ihr eine der Chinarinde ähnliche Droge zu besitzen; alleindies erwies sich als irrig. Die Rinde ist röthlich-zimmtbraun, der Geruch aroma-tisch, Geschmack beissend pfefferartig, schwach bitter, nicht adstringirend. DerBaum, von welchem sie stammt, ist noch unbekannt, wahrscheinlich gehört er denLaurineen oder Terebinthineen an. In ihr ist ein krystallinischer, schwefelgelber,stickstofffreier Körper, Coto'in, zu 1,5°/» enthalten. Coto'in löst sich sehr schwerin kaltem Wasser, leichter in heissem, ist leicht löslich in Alkohol, Aether undChloroform. Die späteren Sendungen lieferten eine andere, aber ähnliche Rinde,die weniger aromatisch und kein Coto'in, sondern das ihm ähnliche Paracoto'inenthält. Dieses ist jetzt allein im Gebrauch.
Die Rinden machen leicht Erbrechen u. s. w. und sind deshalb nicht in Ge-