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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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185
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Stoffweehselproctucte der Bacterien.

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VI. Gruppe.

SEEUMTHBRAPJB UND VERWANDTBS.

Ein Lehrbuch der Arzneimittellehre darf über das Gebiet seinerDisciplin, so wie diese sich neben den anderen medicinischen Disciplinenhistorisch entwickelt hat, nicht hinausgehen und hat sich daher nichtzu befassen mit Infectionen, Impfungen, welche zu therapeutischenZwecken vorgenommen werden. Daher lassen wir die mit curativenAbsichten angestellten Impfungen von Erysipel bei nicht operirbarenCarcinomen und Sarcomen, ferner die PASTEUR'schen Impfungen vonabgeschwächtem Hundswuthvirus, die Schutzpockenimpfung und Aehn-liches hier unerörtert. Und es macht für uns keinen Unterschied, obbei einer solchen Schutzinfection im Impfstoffe Mikroorganismennachgewiesen sind oder nicht (resp. noch nicht). Auch die künst-liche specifische Immunisirung mit abgeschwächten oder abgetödtetenKrankheitserregern, wie sie für Cholera und Typhus (Pfeiffer und Kolle)und Pest (Haffkine) sich theilweise schon bewährt hat, soll, bis eingrösseres Erfahrungsmaterial vorliegt, nur kurz erwähnt werden. Da-gegen hat sich die Arzneimittellehre ausführlich nunmehr auch mitsolchen als Heilmittel verwerthbaren Stoff en, Substanzen zu be-schäftigen, welche aus pathogenen Bacterien extrahirbar sind oder vonpathogenen Bacterien ausserhalb unseres Organismus gebildet werden,oder welche im Thierleibe als Schutzmittel gegen Bacterien und gegendie von ihnen producirten Gifte theils unter gewissen Bedingungen ge-bildet werden, theils von Natur in ihm vorhanden sind.

a) Stoffwechselproducte der Bacterien (B a c t e r i e n p r o t ei'n e u. s. w.).

Manche der von Bacterien abgeschiedenen Stoffwechselproducte sindfür eben diese Bacterien — in gewisser Menge — Gifte, — etwa so wiefür uns die von uns abgeschiedene C0 2 u. s. w. Beispielsweise ist dasPhenol, welches sapropbytische Bacterien aus Eiweiss bilden, eventuelldie Ursache ihres schliesslichen Untergangs. So scheint es rationellzu sein, derartige Stoffe, vorausgesetzt, dass sie der menschlichen Ge-sundheit nicht nachtheilig sind, zu therapeutischen Zwecken zu ver-wenden. Von allgemeinerem Interesse ist aus der Reihe derartigerStoffe das sog. Tuberculin geworden. Indess bleibt es unentschieden,ob diese Stoffwechselproducte, — welche ihrer Herkunft nach zu denToxinen zu rechnen sind, auch wenn sie für den Menschen nicht toxischsind, — im Organismus als solche-(direct) auf die betreffenden patho-